Das Geheimnis des Schneemädchens

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Paris: Edition Robert Laffont, 2013, Titel: 'Un sentiment plus fort que la peur', Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2016, Seiten: 368, Übersetzt: Bettina Runge, Eliane Hagedorn

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Rita Dell'Agnese
Nicht bloß ein temporeicher Thriller

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2015

Marc Levy hat sich von seinem ersten Erfolgsroman Solange Du da bist längst wegbewegt und hat eine interessante Entwicklung durchlaufen. Der Roman Das Geheimnis des Schneemädchens ist eher Thriller denn Roman, doch wäre es grundfalsch, dieses Werk nun in diese Sparte zu rücken. Dort könnte er zwar durchaus in der Menge der ordentlich guten Thriller mithalten, doch ginge das Bewusstsein um die Feinheiten des Romans verloren. Worum aber geht es hier? Im Zentrum des Geschehens stehen der abgewrackte, wenngleich ausgezeichnete Journalist Andrew Stiller und die geheimnisvolle Suzie Backer, die kaum eine Herausforderung zu scheuen scheint. Andrew lässt sich nach der Trennung von seiner Frau fallen, versinkt im Alkoholnebel und erinnert nur noch in wenigen Zügen an den ehrgeizigen Journalisten, den er mal war. Da trifft er auf Suzie, die ihn mit einigen Andeutungen dazu verlockt, sich für ihre Geschichte zu interessieren. Oder vielmehr die Geschichte ihrer Großmutter, einer Frau, die wegen Hochverrats in Ungnade gefallen war. Suzie glaubt nicht an den Verrat der Großmutter. Sie will die Wahrheit erfahren und ihre Großmutter rehabilitieren. Dazu nutzt sie das aufflackernde journalistische Geschick Andrews, den sie geschickt manipuliert, nicht aber davon abhalten kann, immer wieder zum Alkohol zu greifen. Je intensiver sich Andrew mit den Geschehnissen in den 60er Jahren, als ein Flugzeug mit wichtiger Fracht am Mont Blanc zerschellt, befasst, desto klarer wird ihm, dass die offizielle Version dieser Geschichte nicht stimmen kann. Nach und nach deckt er auf, was geheime Gegenspieler so stark zu vertuschen versuchen. Und schon bald ist Andrew die Dimension seiner Recherche klar – sie könnte ein gewaltiges politisches Erdbeben auslösen.

Die Figuren für diesen Roman sind gut gewählt. Andrew hat nichts mehr zu verlieren und handelt entsprechend. Marc Levy glorifiziert ihn nicht, wenn er ihn auch zum Helden macht. Nach wie vor kämpft Andrew mit seinem Alkoholproblem, nach wie vor trauert er der Beziehung mit seiner großen Liebe nach, die ihn verlassen hat. Auch Suzie ist geschickt charakterisiert. Als Tochter aus gutem Hause – allerdings mit einer alkoholkranken Mutter aufgewachsen – geht sie unerschrocken ans Werk. Nicht ahnend, dass ihr bester Freund und Vertrauter im Hintergrund so manche Strippe ziehen muss, um seinen Schützling vor größerem Schaden zu bewahren. Dass sich die beiden Hauptfiguren auf eine höchst interessante Art umkreisen, sich gegenseitig Trost spenden wollen, ohne wirklich diesen Trost zu finden und auch, dass sie in ihren Verhaltensweisen so stark gefangen sind, dass sie es nicht vermögen, sich von allem frei zu machen, ist der eigentliche Boden, auf dem der Roman steht. Hier zeigt Levy sein gutes Geschick, die Charaktere so zu zeichnen, dass sie tatsächlichen Menschen nahe kommen und nicht zu überzeichnete Helden sind. Man mag weder mit Suzie noch mit Andrew stets mitfühlen, da und dort stößt was sauer auf oder provoziert ein Kopfschütteln. Dennoch wachsen die beiden langsam ins Herz der Leserinnen und Leser hinein, entwickeln ihren dunklen Reiz und wecken Interesse.

Etwas weniger überzeugend entwickelt sich das Geheimnis, um das sich die ganze Geschichte dreht. Hier greift Levy allzu tief in die Main-Stream-Thriller-Kiste. Natürlich ist alles da: Geheimnis, Verrat, konkurrierende Geheimdienste, undurchsichtige Strippenzieher, Liebe und ein paar Tote. Leider ist von verschiedenem etwas zu viel da, was die wunderbaren, tiefsinnigen Charakterstudien wieder auf den Boden zurückholt. Dennoch überwiegt der positive Eindruck, Marc Levy unterhält sein Publikum bestens und stellt sein Erzähltalent ein weiteres Mal unter Beweis. Dass er sich von seinem Erstlings-Erfolg gelöst hat und ganz andere Geschichten entwickelt, kommt dem Roman in jeder Hinsicht zugute. Der Autor schafft es auch, die verschiedenen Zeitebenen optimal miteinander zu verbinden und die Geschichte als stimmiges Ganzes und nicht als zwei Stränge, die nicht so recht miteinander harmonieren wollen, zu präsentieren.

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