Eins im Andern

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Graz: Droschl, 2015, Seiten: 232, Originalsprache

Couch-Wertung:

84

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Sebastian Riemann
Vom Leben und auch von der Liebe

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Nov 2015

Es gibt Liebesgeschichten und es gibt Lebensgeschichten, die mit miteinander verbunden werden. Erstere sind meistens weniger interessant, haben einen Hang zum Kitschigen und Schnulzigen, es regnet Rosen und Tränen, Prinzen auf schönen Pferden oder in teuren Autos eilen zur Rettung der Angebeteten, die in einem steinernen Turm oder schlichtweg im drögen Alltag gefangen ist. Miteinander verbundene Lebensgeschichten hingegen können die Magie zwischenmenschlicher Anziehung und die Biografien der beteiligten Figuren verbinden, was im Fall von Eins im Andern überaus gut gelungen ist. Die Ich-Erzählerin gibt ihre Männergeschichten zum Besten, berichtet nahezu chronologisch von ihren Freunden, die dann Ex-Freunde wurden, außer einem, der ihr Mann wurde und es noch immer ist, während sie das Buch schreibt. Wie sie sich kennenlernten, sich liebten und stritten, sich trennten, es kommt alles in diesen zwölf Kapiteln vor, und noch viel mehr.

Der Ausgangspunkt ist denkbar einfach, die Ich-Erzählerin sitzt am Schreibtisch und sucht nach ihrer ersten Liebe, nicht aus Sehnsucht, sondern aufgrund eines beunruhigenden Gefühls, welches sich ihr in Form von Klopfgeräuschen im Kopf äußert. Es pocht und pocht, in stressigen Situationen, die überraschend daherkommen, aber auch in alltäglichen anstrengenden Situationen. Das Leben ist nicht einfach, auch wenn sie ihre Familie liebt und kein großes Unglück zu beklagen hat. Das Pochen schickt sie auf die Suche oder veranlasst sie zu träumen, man weiß es nicht genau. Vielleicht ist es auch das Alter.

Das Finden der ersten Liebe zeigt dem Leser gleich an, dass es sich nicht um handelsübliche Liebesgeschichten handelt. Mit einem Schock beginnt das Buch, da die Erzählerin entdeckt, der Ex-Freund hat sich das Leben genommen. Was folgt ist die gemeinsame Geschichte, die schon lange vergangen ist, aber noch bis in die Gegenwart reicht. Der Faden wird aufgenommen und es schließen sich die Geschichten der folgenden Lebenspartner an. Langsam nähert man sich der Gegenwart und den aktuellen Problemen.

 

"Sogar auf Fotos bin ich gefasst. Nicht aber darauf. Darauf nicht. Angekündigt aber hatte Petrus es schon in der ersten Nacht. Vom Fliegen hatte er gesprochen, zu dem der Mensch nicht fähig, und wie unendlich betrübt er darüber sei. Aufs Fallen war er zu sprechen gekommen, und von da ganz plötzlich aufs Gehen; und er hatte, weil ich nachfragte: Gehen?, ergänzt: Einen Schritt nur, einen einzigen Schritt ins Leere, und gut ist. Er hatte die Arme ausgebreitet, als ob er fliegen wollte, hatte mich angesehen und gelächelt. Mein Mann kommt herein, er hat weder geklopft noch meinen Namen gerufen, das kommt selten vor, nur im Streit..."

 

Die Ich-Erzählerin stellt ihr Leben als eine Reihe von Begegnungen mit Männern dar, ohne dabei in eine passive Rolle zu fallen. Altbackene Rollenverteilungen finden sich nicht im Buch, sondern vielmehr eine Reihe suchender Charaktere, die sich finden, zusammen ein wenig Zeit genießen, und wenn es die Umstände verlangen, die gemeinsame Zeit beenden und wieder ihrer Wege gehen. Es sind viele kleine Geschichten, die sich mit der großen Geschichte des Buches verbinden und für viel Abwechslung sorgen. Dabei gibt es kein großes Ziel, zu dem sich alles neigt, auch wenn sich der Kreis am Ende schließt. Das Schreiben des Buches über die Männer steht oft im Zentrum und treibt das Erzählen an, bis zum Ende, da die letzten Seiten mit der emotionalsten Geschichte gefüllt werden, um einen Punkt zu finden, das Projekt zu beschließen.

Der Ton des Buches ist überaus ansprechend, er ist nah am Leben, aber nicht simpel oder gar plump, sondern direkt und auf das Wichtige gerichtet. Viel Inhalt kann die Ich-Erzählerin unterbringen auf nicht so vielen Seiten, mit viel Fertigkeit, denn – das erwähnt sie mehr als einmal – das Schreiben hat sie gelernt. Der Autorin Monique Schwitter, welche nicht mit der Ich-Erzählerin verwechselt werden sollte, kann man nur gratulieren, dass sie diese Erzählerin gefunden hat, denn der Behauptung, sie habe das Schreiben gelernt, kann man nur zustimmen.

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