Die Rosenfrauen

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Grazanti Libri, 2014, Titel: 'Il sentiero dei profumi', Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2015, Seiten: 480, Übersetzt: Ingrid Ickler

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Kathrin Plett
Auf der Suche nach dem Perfekten Parfüm

Buch-Rezension von Kathrin Plett Sep 2015

Häufig verbindet man Menschen mit einem bestimmten Duft. Ein Duft kann einen Menschen sympathisch machen oder auch das direkte Gegenteil bewirken. Ein Parfum kann eine Botschaft beinhalten. Es sagt etwas über seinen Träger aus, charakterisiert ihn in gewisser Weise. Ein aufdringliches Parfum wird selten von einer introvertierten, eher schüchternen und zurückhaltenden Person getragen. Ein unauffälliger, schlichter Duft selten von einer schillernden und schrillen Persönlichkeit. Für jeden Charakter das passende Parfum zur Hand zu haben ist somit gar nicht so einfach und erfordert Geschick und Erfahrung. Ein Parfum selbst zu entwerfen, die verschiedenen Komponenten gekonnt zu mischen ist noch schwerer und verlangt nicht nur Wissen sondern auch Gabe und Talent. Auch wenn man sich einiges an Wissen aneignen kann, dass gewisse Etwas, das für ein perfektes Parfüm notwendig ist, muss in einem selbst verborgen sein und ist nicht erlernbar. Elena hat dieses gewisse Etwas. Stammt sie doch aus der berühmten Familie Rossini, die schon seit langer Zeit für ihre besonderen Parfüme bekannt ist. Doch Elena weiß, dass durch diese Gabe schon viel Leid über ihre Familie gekommen ist...

Elena Rossini kommt aus einer Familie begnadeter Parfümeurinnen. Seit frühen Kindertagen hat sie von ihrer Großmutter die Herstellung und Komposition von Düften gelernt und kennt sich in der Welt der Essenzen so gut aus wie kaum jemand anders. Lange hat sie sich jedoch dagegen gesträubt, die Familientradition fortzusetzen und in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten.

Lieber hilft sie ihrem Freund Matteo in seinem Restaurant und verfolgt mit ihm den Plan eine Familie zu gründen. Als ihre Beziehung durch eine Affäre Matteos jäh beendet wird, zieht sie es in das Haus ihrer Großmutter und sie kann ihre Leidenschaft zu Parfümen und Düften nicht länger unterdrücken und beschließt herauszufinden, was hinter dem sagenumwobenen "Perfekten Parfüm", dessen Idee ihre Familie schon seit Generationen verfolgt, steckt. Die Suche nach der geheimnisvollen Mischung führt Elena in die Toscana und die Provence und vor allem nach Paris, wo sie auf Cail trifft, der schnell mehr als ein gewöhnlicher Nachbar für sie wird...

Caboni erzählt in ihrem Buch die Geschichte einer jungen Frau, deren bisheriges Leben durch die Affäre ihres Lebensgefährten völlig aus den Fugen gerät. All ihre Pläne für die Zukunft lösen sich in Luft auf, sie steht quasi vor dem Nichts. Als sie vorübergehend in das leere Haus ihrer Großmutter zurückkehrt, wird sie von der Vergangenheit gepackt und die Leidenschaft ihrer Vorfahren für das Kreieren besonderer Düfte holt auch sie ein und weckt tief verborgene Erinnerungen, Verletzungen und Sehnsüchte. Die Autorin begleitet ihre Protagonistin dabei auf der Suche nach dem Parfüm, das von ihrer Urahnin Beatrice einst erschaffen wurde und dessen Rezeptur von allen weiteren Rossini-Frauen seitdem erfolglos gesucht wurde. Vielmehr begleitet sie Elena jedoch auf der Suche nach sich selbst, ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen vom Leben. Ist sie zunächst eine junge Frau, die mit aller Macht versucht der Familientradition aufgrund einer tiefen Verletzung aus Kindertagen zu entkommen, findet sie mehr und mehr zu sich selbst. Begleitet von guten Freunden und ihrer neu entfachten Leidenschaft für die Welt der Düfte entdeckt sie, was sie wirklich will.

Cabonis eigene Leidenschaft für Düfte und Essenzen wird in ihrem Roman mehr als deutlich. Jedes einzelne Kapitel beginnt sie mit der Vorstellung einer Duftnote, die häufig auch im dann folgenden Kapitel eine Bedeutung hat. Es wird deutlich, dass sie sich mit der Materie auskennt, denn an vielen Stellen geht sie detailreich auf die Schritte der traditionellen Parfümherstellung:

 

"Ein Parfüm ist immer eine Idee. Parfümeure werden auch "Nasen" genannt, weil sie bis zu dreitausend Einzeldüfte auseinanderhalten können und daraus nach einem festgelegten Schema verschiedene Duftkompositionen kreieren. Dieses Prinzip nennt man olfaktorische Pyramide, sie ist der Personalausweis eines Parfüms."

 

Mit Die Rosenfrauen ist Cristina Caboni ein lesenswertes Debüt gelungen, dass sowohl von der Handlung als auch vom Thema her überzeugt. Besonders Parfümfans werden ganz auf ihre Kosten kommen und mit Sicherheit einiges Neues rund um die Herstellung von Düften erfahren.

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Letzte Kommentare:
23.10.2015 09:21:31
Ulla L.

Meine Meinung:
Noch bewegt von den Geschehnissen auf den letzten Seiten des Buches sitze ich hier und versuche die richtigen Worte für die Rezension zu finden. Beginne ich einfach mal damit, was den Ausschlag gegeben hat, mich für dieses Buch zu interessieren. Das Cover hat mich angesprochen und die Kurzbeschreibung neugierig gemacht. Außerdem hätte ich sehr gerne eins der kleinen Gebäcke genascht,
Anfangs lernte ich Elena kennen und ihre besondere Beziehung zu den Düften und Parfüm. Leider hatte sie es als Kind nicht leicht und sie wollte sich ihrer Begabung einfach nicht stellen. Ein weiteres einschneidendes Ereignis zwang sie dann doch dazu, vieles zu überdenken und einen anderen Weg, als geplant zu beschreiten. Sie zog von Italien nach Paris, weil ihr dort ihre beste Freundin eine Arbeitsstelle besorgt hat. Bei ihrem neuen Arbeitgeber traf sie auf viele neue Kollegen, die aber nur scheinbar nett zu ihr waren. Über einiges war ich sehr verwundert, aber das Verhalten aller Beteiligen musste wohl so sein, damit der Verlauf der Geschichte einen Sinn hat. Wobei mir Elena allerdings auch etwas zu naiv vorkam, ich hätte wahrscheinlich viel mehr hinterfragt. Aber was solls, es musste ja so sein, damit Elena ihren Weg geht und ihrem Traum immer näher kommt.
So kam es dann natürlich, dass ich einige der Beteiligten so gar nicht leiden konnte, aber die Anzahl der sympathischen war deutlich höher. Obwohl ich Elena nicht immer verstand, konnte ich sie doch sehr gut leiden und auch ihren Nachbarn Cail und seinen Hund John. Schade fand ich nur, dass auch hier die Beteiligten wieder den Fehler machten und nicht miteinander redeten, sondern vieles in sich hinein fraßen.
Auf jeden Fall hatte ich beim Lesen dieses Buches das Gefühl bald auch eine angehende Parfümeurin zu sein. Die Autorin hat sehr ausführlich über die Zusammensetzung der Düfte geschrieben, was ich sehr interessant fand. Ich konnte Elena auf der Suche nach dem "perfekte Parfüm" begleiten und erleben, wie sie alle möglichen Situationen meistert, oft mit Hilfe von Cail.
Wie die Suche nun ausgegangen ist und was sie alles erlebt hat, möchte ich hier natürlich nicht erwähnen. Auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war, was ich dort gelesen habe, konnte ich das Buch doch nicht aus der Hand legen, Das zeigt doch, dass die Autorin mich mit dem Inhalt und ihrem Schreibstil gefesselt hat.

Fazit:
Eine sehr schöne Sommerlektüre, die einen nebenbei dazu verführen kann, mal schnuppernd durch den Sommer zu gehen.