Zwei fürs Leben

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2015, Seiten: 304, Originalsprache

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Kathrin Plett
Ist eine Stimme im Kopf hören besser als mehrere zu hören?

Buch-Rezension von Kathrin Plett Aug 2015

"Die Gedanken sind frei, keiner kann sie erraten", heißt es schon in einem alten Volkslied von Hoffmann von Fallersleben. Eigentlich sollte man sich also seiner Gedanken sicher fühlen können, da sie nur im eigenen Kopf existieren und keine andere Person Zugang zu ihnen hat, außer man teilt sie aktiv mit. Doch was, wenn es eine Stimme im Kopf gibt, die auf die eigenen Gedanken antwortet, sogar nachfragt und Gedankengespräche beginnt? Auf jeden Fall ein besorgniserregender Gedanke, denn unter normalen Umständen gibt es für diesen Fall nur eine nicht eher unerfreuliche Diagnose...

Anni ist Anfang dreißig, arbeitet mit abnehmender Begeisterung als Lektorin in einem Fantasy-Verlag, in dem ihre Hauptbeschäftigung darin liegt, sich mit Geschichten um Wasserfeen, Seejungfrauen und andere Meeresfabelwesen auseinanderzusetzen. Als sie nach einem Unfall aufgrund schwerer Kopfverletzungen ins Koma fällt, ist nach ihrem Erwachen eine fremde Stimme im Kopf. Ben, wie die Stimme vorgibt zu heißen, gibt an, ein Architekt Anfang 40 zu sein und ebenfalls im Koma zu liegen und ihre Gedanken hören zu können. Anni, die zunächst alles andere als begeistert ist, plötzlich fremde Stimmen zu hören, findet immer mehr Gefallen an der täglichen Unterhaltung. Als Ben plötzlich nicht mehr in ihren Gedanken erscheint, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich möglich ist, sich in einen Unbekannten zu verlieben...

Julia Hanel, geboren 1987, studierte Literaturwissenschaft in Bamberg und arbeitete danach als Redakteurin für ein Lokalmagazin in Fulda. Heute lebt und arbeitet sie in Würzburg. Zwei fürs Leben ist ihr erster Roman.

In Zeiten von Internet und Chats werden viele die Frage, ob man sich in einen Unbekannten verlieben kann, ganz sicher mit "Ja" beantworten. Denn ob man jemanden nur durch Gespräche im Kopf oder aber Gespräche via Telefon, Chat oder WhatsApp kennenlernt, ist wohl kein großer Unterschied. Allerdings haben die modernen Kommunikationsformen immerhin den Vorteil, dass es einem selbst frei gestellt wird, wie viel und was man über sich verrät. Bei Anni und Ben ist es eher eine "Zwangsunterhaltung". Da sie die Gedanken des jeweils anderen wissen, wird die Phase des langsamen Kennenlernens auch direkt übersprungen. Gleichzeitig mit dem Aufwachen aus dem Koma bricht der Kontakt lange Zeit ab und die Sehnsucht der beiden nach dem Besitzer der unbekannten Gedankenstimme wird immer größer. Julia Hanels Debütroman wirkt nicht ganz neu, erinnert er doch ein wenig an Marc Levys Roman "Solange du da bist", in dem auch eine junge Frau nach einem Autounfall im Koma liegt und als Geist Kontakt zu einem Mann sucht. Dennoch gelingt es ihr, ihre Geschichte neu und frisch zu gestalten, indem sie abwechselnd aus den Perspektiven von Ben und Anni berichtet und häufig auf schnelle Dialoge zurückgreift, wenn die beiden wieder in Gedanken miteinander sprechen und sich zunächst alles andere als wohlgesonnen sind und versuchen mehr übereinander zu erfahren:

 

"Wie alt bist du?"
"Achtzig"
- Schweigen -
"Das ist ein Scherz."
"Achtzig."
"Kann nicht sein."
"Achtzig."
"Echt? Du hast so eine junge Stimme."
-Schweigen-
"Das pack ich jetzt nicht. Achtzig? Oh Mann, du wirkst echt jünger. Hilfe, ich habe einen Rentner in meinem Kopf. Einen Rentner namens Ben. Das gibt mir jetzt den Rest."
"Achtzig geboren."

 

Locker flockig erzählt Hanel ihre Geschichte und es wird schnell deutlich, dass hinter der anfänglichen Frotzelei vielleicht doch mehr steckt, als beide zugeben möchten. Bis sie sich schließlich Auge in Auge gegenüber stehen, soll jedoch noch eine ganze Weile vergehen...

Alles in allem ist "Zwei fürs Leben" eine unterhaltsame Geschichte für Zwischendurch, die zwar nicht besonders in die Tiefe geht, aber durch Witz und Charme überzeugen kann. Eine schöne Liebesgeschichte!

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