Das Bettlermädchen

Erschienen: Januar 1981

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: S. Fischer, 2014, Seiten: 336, Übersetzt: Hildegard Petry
  • ?: ?, 1978, Titel: 'Who do you think you are?', Originalsprache
  • Stuttgart: Klett-Cotta, 1981, Übersetzt: Hildegard Petry

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Kathrin Plett
Familienbande und Verwurzelung

Buch-Rezension von Kathrin Plett Aug 2015

Die Heimat verlassen, das eigene Dorf, in dem man aufgewachsen ist hinter sich lassen und in die große weite Welt aufbrechen. Ein ganz neues Leben leben und alles anders machen, als es die eigenen Eltern gemacht haben. Erfolgreicher sein, besser sein als sie und ihnen zeigen, was alles möglich ist. Ein Gefühl, dass wahrscheinlich viele junge Menschen auf dem Weg ins Erwachsenenleben kennen. Endlich frei sein, raus aus dem spießigen Elternhaus und die Freiheit leben. Auch Rose kennt dieses Gefühl. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen will sie nur eins: Die Enge des Elternhauses und ihre anstrengende Stiefmutter Flo hinter sich lassen, weg aus der schäbigen Hütte und das Glück finden.

Rose wächst in ärmlichen Verhältnissen in West-Hanatty, Ontario, auf. Nachdem ihr Vater stirbt, bleibt ihr nur ihre resolute Stiefmutter Flo, mit der sie häufig hitzige Diskussionen führt und die wenig Verständnis für die Träume ihrer Stieftochter hat. Rose strengt sich in der Schule an, denn sie will raus aus dem kleinen Dorf und weg von den alles misstrauisch beäugenden Nachbarn. Flo hält nichts von Roses Plänen und ist nicht begeistert, sie in die weite Welt ziehen lassen zu müssen. Durch ein Stipendium bekommt Rose schließlich die Möglichkeit auszubrechen, beginnt zu studieren und lernt das freie Leben kennen. Sie stürzt sich in Affären, macht Karriere beim Fernsehen, heiratet, lässt sich scheiden und reist.

Alice Munro, geboren 1931 in Wingham, Ontario, ist eine der bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart. Sie erhielt 2013 die höchste Auszeichnung für Literatur – den Nobelpreis. Ihr umfangreiches erzählerisches Werk wurde zuvor bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Alice Munro erzählt in Das Bettlermädchen - Die Geschichte von Flo und Rose eine nicht ganz unbelastete Beziehung zwischen Stiefmutter und Stieftochter, die sich nicht so einfach beschreiben lässt. Einerseits ist Rose die ständigen Nörgeleien und spießigen Bemerkungen Flos leid. Sie will endlich weg aus der Enge des Dorfes, wo jeder Fehltritt und jegliche Blamagen sofort die Runde machen und schon nach kurzer Zeit allen bekannt sind. Andererseits kommt Rose nicht von Flo los, egal wo sie ist, spürt sie ihre Vergangenheit und kann sich nicht zu Hause fühlen. Immer fühlt sie sich wie das kleine Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das es nie schaffen wird sich seinen Kollegen, Freunden und Bekannten anzugleichen. Alice Munro gelingt es in ihrer Geschichte die große Bedeutung der Kindheit auf das spätere Leben und die Persönlichkeit zu beschreiben. Aus der Perspektive des allwissenden Erzählers, die ihr ermöglicht die Gedanken ihrer Protagonisten einfließen zu lassen, schreibt sie in zehn Erzählungen verschiedene Episoden im Leben von Rose. Beginnend mit ihrer Kindheit in West-Hanatty über das Studium und ihre Ehe, bis sich der Kreis am Ende wieder in ihrer Heimat schließt. Trotz der zwischen den einzelnen Kapitel entstehenden Zeitsprünge fügen sich die Abschnitte harmonisch aneinander ohne dem Leser das Gefühl zu geben, sich erst neu orientieren zu müssen, wo und wann die neue Handlung spielt und wie sie in Verbindung zum vorhergehenden Kapitel steht. Munros Gespür für Feinheiten lässt sich in den Handlungen und Gedanken ihrer Figuren entdecken, sodass eine berührende Schilderung ihrer Protagonistin Rose entsteht.

Alles in allem eine lesenswerte Geschichte, die viel Raum für eigene Gedanken lässt ohne dabei zu offen zu bleiben. Rose und ihre innere Zerrissenheit geht einem so schnell nicht aus dem Kopf.

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