Liebe mit zwei Unbekannten

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Atlantik, 2015, Übersetzt: Floriane Kleinpaß, Bemerkung: ungekürzte Lesung
  • Paris: Flammarion, 2014, Titel: 'La femme au carnet rouge', Originalsprache

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Rita Dell'Agnese
Das Geheimnis einer Damenhandtasche

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2015

Was, wenn ein Fremder alles von Dir weiß? Wenn er in Deiner Wohnung war, Deine Katze füttert, Deine intimsten Gedanken – aufgeschrieben in eine kleine Kladde – gelesen hat? Laure muss sich mit genau diesem Gedanken auseinander setzen. Ein Unbekannter, von dem sie einzig weiß, dass er Laurent heißt und Buchhändler ist, hat sich just zu jenem Zeitpunkt in ihr Leben gemischt, als sie nach einem Überfall im Krankenhaus lag und um ihr Leben rang. Er hat ihre Handtasche, die ihr beim Überfall gestohlen worden ist, gefunden und sich mit deren Inhalt so lange auseinander gesetzt, bis er wusste, wem die Tasche gehört. Laure möchte den Mann unbedingt kennen lernen, der sich diese Mühe gemacht hat – und der so viel von ihr weiß. Doch das Unterfangen scheint unmöglich. Denn Laure hat keine Ahnung, wo in Paris der Mann lebt. Die Suche in den Buchhandlungen bringt sie nicht weiter.

An sich ist es eine bezaubernde Liebesgeschichte, die Antoine Laurain hier präsentiert. Er nimmt zwei Menschen, die sich unter normalen Umständen wohl nie aufgefallen wären, und setzt sie in eine verrückte Beziehung zueinander. Es aber bei der Bezeichnung „Liebesgeschichte" zu belassen, würde dem Roman nicht gerecht. Denn der Autor hat einiges mehr zu bieten, als eine bloße Liebesgeschichte, die – mit vorhersehbarem Ausgang – nette Unterhaltung bietet. Die Art, wie Laurent ins Leben von Laure purzelt, ist eine spezielle Ausgangslage. Denn der ernsthafte Laurent muss ganz gehörig über seinen Schatten springen, um sich so unversehens ins Leben einer fremden Person zu stehlen. Gegen seinen inneren Widerstand versucht er, der Frau, der die gefundene Handtasche gehört, näher zu kommen. Zunächst einzig vom Gedanken getrieben, die Tasche der Besitzerin zurück zu bringen, kommt er der ihm unbekannten Frau sehr nahe. Er erkennt, dass sich hier eine verletzliche Seele verbirgt. Je näher er sich mit Laure befasst – spätestens aber, nachdem er in ihre Wohnung „eindringt" und von ihrem Arbeitskollegen unvermittelt zum Katzenbetreuer erklärt wird – desto deutlicher steht ihm ein Bild vor Augen. Laure kommt dem verwirrten Laurent so nahe, dass er sich nicht zu erkennen gibt. Diese sehr feinfühlige und gut überlegte Beobachtung zieht sich durch den ganzen Roman.

Antoine Laurain geht den Gefühlen auf den Grund, spielt mit Träumen, Möglichkeiten und Ängsten und verpackt alles in eine sehr besondere Geschichte. Dass sich Laurent und Laure begegnen werden, steht von Anfang an außer Frage. Die Art und Weise, wie es schließlich geschieht, ist dennoch überraschend. Dass der Autor den Zufall bemüht, ein paar Konstruktionen etwas zurecht biegt, damit die Geschichte funktionieren kann, mag man ihn angesichts seiner ansonsten sehr feinfühligen Geschichte verzeihen. Neben der eigentlichen Handlung hält Antoine Laurain für seine Leser noch einen besonderen Leckerbissen bereit: Er versteht es, die Bilder so intensiv zu zeichnen, dass vor dem geistigen Auge ein lebendiges Paris entsteht. Die von ihm beschriebenen Szenen sind indirekt eine Liebeserklärung an die Stadt an der Seine. Es ist diese Kombination, die letztlich überzeugt: Gut gezeichnete Charaktere, eine perfekt gewählter Schauplatz und eine Story, die genügend her gibt, um einige Spannungsmomente zu erzeugen, um die Leserinnen und Leser mitbangen zu lassen und den Roman letztlich zu dem zu machen, was er für die meisten ist - ein wenig Herzfutter. Dass die humorvolle Note ebenfalls nicht fehlt – man beachte nur schon die Namensgebung der Protagonisten – ist eine angenehme Würze. Man wünschte sich durchaus mehr von diesem Autor zu lesen.

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