Die Entführung des Generals

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Dörlemann, 0, Seiten: 200, Übersetzt: Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié
  • London: John Murray Publishers, 2014, Titel: 'Abducting a General ', Originalsprache

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Sebastian Riemann
Durch die Berge Kretas, mit Partisanen und dem General

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Jul 2015

Kreta, April 1944, die deutschen Besatzer der Insel sind nervös und unsicher. Der zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende zu, die Alliierten sind auf dem Vormarsch und das Deutsche Reich fällt schnell in sich zusammen, auch auf der griechischen Insel weiß man darum und sieht wohl auch das Ende kommen. Doch vorerst ist die Insel in Hand des deutschen Militärs, man hatte die Engländer zuvor vertrieben und sich gut befestigt. Die großen Schlachten im Osten Europas sind weit entfernt, die Befürchtungen der Deutschen sind allgemein. Gekämpft wird auf dem Eiland kaum, die kretischen Partisanen befinden sich meistens in den Bergen, ebenso die englischen Unterstützer, während die Soldaten aus Deutschland in ihren Garnisonen sitzen und über den Kriegsverlauf grübeln.

Mayor Patrick Leigh Fermor will jedoch nicht die weiteren Ereignisse in Ruhe abwarten, er will den Besatzern auf Kreta eine empfindliche Schwächung bringen. Da er nicht die nötigen Männer hat, um die zahlenmäßig überlegenen Deutschen anzugreifen, ersinnt er einen halsbrecherischen Plan, um die Moral des Feindes zu schwächen. Er will den Befehlshaber der Truppen auf Kreta entführen. Ein verwegenes Vorhaben, welches nicht erwartet wird und deshalb funktionieren kann, eigentlich aber scheitern muss, weil man sich in der Höhle des Löwen befindet und dem Löwen die Mähne rasieren will.

Das Bild auf dem Einband des Buches zeigt Fermor und den deutschen General in den Bergen Kretas, sie sitzen und ruhen aus. Beide schauen vor sich hin, nicht wie zwei Männer, die einander fremd oder verhasst sind, sondern wie zwei Vertraute, die über das Gesagte nachdenken und dabei die Stille der erstarrten Unterhaltung unbekümmert stehen lassen. Vielleicht haben sie über das Buch gesprochen, welches der General in Händen zu halten scheint. Der Gefangene wird gut behandelt, mit Respekt, ja sogar Interesse und Höflichkeit, zumindest von Seiten der Engländer, die nicht unter ihm und der deutschen Besatzung der Insel leiden mussten.

Auf der Flucht vor den Truppen der Besatzer überquert das Gefolge große Teile der Insel, flüchtet sich in die Berge vor den groß angelegten Suchaktionen, sucht Funker und Unterstützer in Höhlen und kleinen Dörfern. Der Gefangene muss von der Insel geschafft werden mit Hilfe des britischen Stützpunkts in Kairo. Man muss ein Boot bestellen, einen Treffpunkt vereinbaren an einem der kleinen Strände und dann verschwinden, ohne dass die Deutschen etwas bemerken.

Die Geschichte ist unterhaltsam, lebt von ihrer Authentizität und der Dramatik der Flucht. Dabei begegnet der Trupp um Fermor vielen Partisanen und anderen britischen Soldaten, die versteckt arbeiten. Der Leser wird mit vielen Namen konfrontiert, die er sich nicht merken muss, da sie keine nennenswerte Rolle für den weiteren Verlauf spielen, aber zur detailreichen Darstellung gehören. Ähnlich verhält es sich mit den Ortsnamen, die auf den ersten Blick verwirrend sind, jedoch in Verbindung mit der schönen Landkarte am Anfang des Buches einen besseren Dienst leisten.

Die Nähe zu der Lokalbevölkerung, die sich dem Widerstand widmet, kommt beständig zum Ausdruck, es ist dem Autor ein wichtiges Anliegen, zu zeigen wie Engländer und Kreter zusammenarbeiten, in Eintracht und Freundschaft, gegen einen gemeinsamen Feind. Auch dies trägt viel zur realistischen Atmosphäre und zum Lesevergnügen bei, auch wenn meist nur in kurzen Phrasen und sich wiederholenden Beschreibungen diese Freundlichkeit und Verbrüderung zum Ausdruck kommt. Man trinkt und isst zusammen, wie nicht anders zu erwarten unter Freunden.

Es ist der Duft des Abenteuers, der dieses Buch auszeichnet. Die einfache Sprache und der Handlungsverlauf, der sich aus unzähligen Varianten der Flucht zusammensetzt, sind hingegen einfach, mitunter dürftig. Ein ungewöhnlicher Einblick, der immer wieder Anerkennung für den Mut des Autors und Mayors hervorruft.

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