Der Susan-Effekt

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Kopenhagen: Rosinante, 2014, Titel: 'Effekten af Susan', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2015, Seiten: 9, Übersetzt: Sandra Schwittau, Bemerkung: vollständige Lesung

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Kathrin Plett
Mit Charme auf Verbrecherjagd

Buch-Rezension von Kathrin Plett Jun 2015

Es gibt Menschen, die haben sie einfach: Die gewisse Aura, die alle anderen Menschen in der näheren Umgebung in ihren Bann zieht und gefangen nimmt. Eine ganz schön praktische Gabe, wenn man überlegt, wie viel leichter das Leben auf diese Weise in manchen Bereichen werden kann. Vorstellungsgespräche, mühsame Verhandlungen mit Arbeitgebern oder auch ganz banale Diskussionen unter Freunden, mit der richtigen Ausstrahlung kann es gelingen, andere ganz leicht um den Finger zu wickeln. Susan hat dieses Talent in besonderem Maß. Bei ihr ist es nicht nur Charme, sie besitzt den Susan-Effekt: Ein Blick genügt, und sie hat ihr Gegenüber in der Hand.

Einst eine dänische Vorzeigefamilie werden Susan, ihr Mann Laban und die sechzehnjährigen Zwillinge Thiet und Harald von der Polizei gesucht. Als ihr ein Polizist einen Deal vorschlägt, um sie und ihre Familie zu retten, willigt sie ein. Susan soll das geheime Protokoll eines wissenschaftlichen Gremiums besorgen. Die sogenannte Zukunftskomission hatte vor vielen Jahren angefangen, Prognosen über die Zukunft zu erstellen, mit denen sie, wie sich später herausstellte, immer richtig lagen. Als ein Mitglied nach dem anderen der ehemaligen Gemeinschaft umgebracht wird, ist schnell klar, dass Susan es mit einer gut organisierten Verbrecherbande zu tun hat. Doch mit ihrem unschlagbaren Susan-Effekt und ihren Kenntnissen als Experimentalphysikerin, dem unschlagbaren Gedächtnis der Zwillinge und dem Geschick ihres Mannes, setzt Susan alles daran, das Rätsel zu lösen.

Peter Hoeg, 1957 in Kopenhagen geboren, ist mit dem Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee (1994) zum internationalen Bestsellerautor geworden. Peter Høeg lebt in der Nähe von Kopenhagen.

Susan ist anders. Sie hat nicht nur ungewöhnliche Einstellungen und Erwartungen an das Leben, sondern auch eine sehr spezielle Wirkung auf ihre Mitmenschen, die in einem Gespräch zwischen ihr und ihrer Dozentin folgendermaßen beschrieben wird:

 

"Man hat das Gefühl zu fallen. Als wären wir nicht mehr von den Konventionen gestützt, die gewöhnliche Unterhaltungen leiten. Hast du ein Wort dafür?"
"Wo ich aufgewachsen bin, nannten sie es den Susan-Effekt."

 

Peter Høeg hat mit seiner Protagonistin eine interessante und ebenso charmante Figur geschaffen, die den Leser durch ihre sympathische Art und ihre Gewitztheit sofort in ihren Bann zieht. Aus ihrer Sicht erzählt der Autor die Jagd nach den Unterlagen, die am Ende zu einem Wettlauf gegen die Zeit wird. Høeg gelingt es, die Spannung immer weiter ansteigen zu lassen, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Gleichzeitig macht es Spaß, diese ungewöhnliche Familie mit ihren skurrilen Einfällen und Ideen während der Suche nach dem Geheimprotokoll zu begleiten. Obwohl nach außen eine Vorzeigefamilie, kriselt und brodelt es intern, die Ehe steht nach mehreren Affären vor dem Aus. Die erst sechzehnjährigen Zwillinge, die selbst ungewöhnliche Liebschaften pflegen, bilden eine eingespielte Einheit und haben ein schier unerschöpfliches Wissen, welches zur Lösung des Rätsels gute Dienste leistet. Sprachlich überzeugt der Autor durch Schlichtheit. Mit wenigen Worten und ohne überflüssige Ausschmückungen kommt er zum Punkt, sodass sich seine Geschichte geschmeidig und in einem Fluss lesen lässt.

Alles in allem ist Der Susan Effekt ein lesenswerter und spannender Roman, der in vielen Bereichen punkten kann. Høeg überzeugt durch originelle und sympathische Charaktere, eine spannende Handlung und ungewöhnliche Ideen. Auch wenn das Ende etwas abrupt kommt und der Geschichte nicht ganz gerecht zu werden scheint, ein rundum empfehlenswertes Buch.

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