Alles wird hell

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • München: Antje Kunstmann, 2015, Seiten: 304, Originalsprache

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Kathrin Plett
Der Kreis des Lebens

Buch-Rezension von Kathrin Plett Jun 2015

Mit dem Alter ändert sich nicht nur das Aussehen, auch die Wünsche, Erwartungen und Sehnsüchte entwickeln sich weiter und verschieben sich. Ist es im Jugendalter die große Neugier auf das Leben der Erwachsenen, das Warten auf die erste große Liebe, die das Leben bestimmen, sind es ein paar Jahre später die Aufgaben von fester Beziehung und Job, die einen Großteil der Zeit beanspruchen und nur schon kurze Zeit später durch das Meistern des Familienalltags abgelöst werden. Sind die Kinder aus dem Haus, steht die nächste Veränderung an, gefolgt vom Rentenalter und am Ende dem Tod. Abschnitte, die ihre Spuren in jedem hinterlassen und in einer Beziehung jedes Mal zur großen Herausforderungen werden können.

Alles wird hell ist die Geschichte von Oda. Von Oda, wie sie als junges Mädchen ihre Familie wahrnimmt und sich das erste Mal verliebt. Von Oda, wie sie viele Jahre später mit Ulf verheiratet ist, und sich nach ihrem ersten Sohn Fritz ein zweites Kind wünscht und sich von ihrem Mann entfremdet, nachdem er ihr eröffnet, das er sich nach Jahren des Aufschiebens kein zweites Kind mehr vorstellen kann. Und auch von Oda, die um die große Liebe ihres Lebens, ihren Mann Ulf trauert, der trotz der Krise klar und ohne Zweifel das Glück ihres Lebens war.

Odas Leben, vom Anfang bis zum Ende. Vom Entdecken der Liebe und ihrem Bewahren in guten wie in schlechten Zeiten, erzählt von Julia Jessen.

Mit Alles wird hell erzählt Julia Jessen die Geschichte ihrer Protagonistin Oda, die sie vom Beginn ihrer Jugend bis ins hohe Alter begleitet. Mit großen Zeitsprüngen berichtet Jessen zunächst von Oda als jungem Mädchen, wie sie sich auf der Hochzeit ihrer Cousine das erste Mal in deren frisch angetrauten Ehemann verliebt und mit ihm im Bett landet, wie sie Jahre später selbst verheiratet ist und sich damit abfinden muss, dass ihr Mann kein zweites Kind will und sie sich daraus resultierend von ihm entfremdet und eine Affäre beginnt und zu ihm zurückfindet. Auch im letzten großen Abschnitt des Romans steht die Liebe im Vordergrund. Jessen erzählt, wie Oda ihrem Mann in seinen letzten Monaten, die von schwerer Krankheit gezeichnet sind, beisteht und wie groß die Liebe zueinander trotz aller Jahre und gemeinsam durchlebter Krisen ist. Jessen überzeugt mit ihrem Roman durch große Authentizität. Ohne zu Beschönigen beschreibt sie die verschiedenen Stadien in Odas Leben und deren Auswirkungen auf die Liebe. Durch die Perspektive Odas erfährt der Leser hautnah deren Gefühle, spürt Ängste, Sorgen, Wut, Sehnsucht und die Liebe beinahe direkt mit, was dem Roman eine besondere Nähe und ein hohes Identifikationspotenzial verleiht. Wie im richtigen Leben auch, geschehen unvorhersehbare Wendungen und die Geschichte bleibt bis zum Ende unvorhersehbar, was ihr eine gewisse Spannung gibt, die zum unbedingten Weiterlesen wollen animiert.

Julia Jessens Roman Alles wird hell ist ein berührender Roman von Leben und Tod, Liebe und Verlust, erzählt von Entfremdung und Wiederentdeckung und geht dabei unter die Haut. Eine lesenswerte Geschichte!

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Letzte Kommentare:
10.05.2016 19:42:15
Winfried Stanzick

Ausgesprochen gerne nehme ich Bücher zur Hand von Autorinnen und Autoren, die zum ersten Mal sich mit einem Roman auf den Büchermarkt wagen und denen es, manchmal nach langen vergeblichen Versuchen gelungen ist, einen Verlag davon zu überzeugen, dass ihr Debüt es wert ist, einem breiten Publikum präsentiert zu werden. Und nicht selten war ich in den letzten Jahren sehr positiv überrascht, von dem, was ich da entdeckt hatte.

Zunächst ging mir das mit dem hier anzuzeigenden Debütroman der 1974 geborenen und in Hamburg lebenden Julia Jessen ebenso. Mit einer knappen, hauptsächlich aus kurzen Hauptsätzen und immer wiederkehrenden Wiederholungen bestehenden Sprache soll der innere Zustand der ich-erzählenden Hauptperson charakterisiert werden.

In einem ersten Teil geht es um die kleine Oda, gerade einmal fünf Jahre alt. Schon in diesem Alter, versucht sie ihre Grenzen auszuloten, sich abzunabeln und sich mit der ersten Lüge einen Vorteil zu verschaffen. Ein überwältigendes Erlebnis: „Die Tränen habe ich abgewischt. Jetzt fühle ich mich wie eine Fee. Oder ein Zauberer. Ich habe ein Geheimnis. Und das werde ich behalten, denke ich.“

Im nächsten Hauptteil geht es um „Aufbrüche“. Oda ist mittlerweile 16 Jahre alt und sie schildert auf eine urkomische Art die Vorbereitungen und die Durchführung der Hochzeit ihrer Tante Anneke mit dem angehenden Arzt Nils. Auf der Insel Sylt findet alles statt und eine Schamanin ist beauftragt, die Zeremonie zu gestalten. Die wird jedoch durch das Auftauchen der Urgroßmutter Betty und deren von ihr geplanten spektakulären Tod (sie fällt in die Fischsuppe!) erheblich gestört und durcheinander gebracht.

Doch bei aller Schrägheit und Unübersichtlichkeit: die Familie, in der Oda lebt, trägt sie mit ihren vielfältigen Strukturen und Personen. Aber bei aller Geborgenheit spürt sie, dass ihr etwas fehlt. Sie flieht die Dunkelheit und strebt ins Helle, von dem sie nicht genau weiß, was das sein könnte.

In einem dritten Teil ist Oda schon einige Zeit mit dem Unternehmensberater Ulf verheiratet, vierzig Jahre alt und hat einen fünfjährigen Sohn, den kleinen Fritz. Sie möchte gerne ein zweites Kind, aber Ulf weigert sich. Oda beginnt eine sexuelle Beziehung mit Nils, dem sie sich fast ein Vierteljahrhundert vorher auf der Hochzeit in Sylt schon an den Hals geworfen hatte.

Alles ist unklar, Oda ist unglücklich und mir als Leser, der ich mich ab etwa der Hälfte des Buches nur noch durch die irgendwann langweilig werdende abgehackte und gehetzte Sprache gequält, bleibt dunkel, um was es letztlich der Hauptperson geht.

Natürlich: es geht um Familie, es geht um Liebe und ihre Enttäuschung und insofern um das Leben. Aber es ist ein Leben, das Oda leichtsinnig wie ich finden aus der Hand gleiten lässt. Ob sie am Ende die Helle findet? Und wie ?