Americanah

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt: S. Fischer, 2014, Seiten: 608, Übersetzt: Anette Grube
  • Frankfurt: Fischer Taschenbuch, 2015, Seiten: 608, Übersetzt: Anette Grube

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Kathrin Plett
Amerikanische Integration und die Sehnsucht nach der ersten Liebe

Buch-Rezension von Kathrin Plett Apr 2015

Seit jeher gilt Amerika als Einwanderungsland. Bereits 12.000 vor Christus wanderten Paläoindianer aus Asien in das heutige Amerika ein. Als 1776 die Unabhängigkeitserklärung kam und aus den Kolonien Großbritanniens die Vereinigten Staaten gegründet wurden, gab es Einwanderer aus zahlreichen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, England, Spanien oder Deutschland. Viele Osteuropäer, Südamerikaner und Asiaten schlossen sich an. Auch viele Afrikaner kamen, wenn auch unfreiwillig als Sklaven, nach Amerika, sodass die Vereinigten Staaten heute eine multikulturelle Gesellschaft aufweisen. Rassendiskriminierung sollte daher eigentlich kein Problem darstellen. Die amerikanische Geschichte zeigt jedoch deutlich, dass dies keineswegs der Fall ist und dass die Hautfarbe auch heute noch einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen hat – dies verdeutlicht Chimamanda Ngozi Adichie in ihrem Roman Americanah, in dem sie die Geschichte der Nigerianerin Ifemelu erzählt, die als junge Frau nach Amerika auswandert.

Ifemelu wächst im Nigeria der 90er Jahre in einer gutbürgerlichen Familie auf. Früh lernt sie Obinze kennen, der ihre erste große Liebe wird. Als ihre Tante nach Amerika auswandert, trennen sich die Wege der beiden jungen Menschen. Während Obinze als illegaler Einwanderer nach London geht, folgt Ifemelu ihrer Tante und studiert in Princeton. Obwohl sie dort eigentlich gut integriert ist - sie hat mehrere lange Beziehungen, ist beruflich erfolgreich - fühlt sie sich dort auch nach fast 15 Jahren noch fremd. Einer spontanen Eingebung folgend kehrt sie wieder nach Nigera, in ihre Heimatstadt Lagos, zurück. Auch Obinze lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter inzwischen wieder dort. Als sich beide nach so vielen Jahren treffen, stellt diese Begegnung ihr bisheriges Leben völlig auf den Kopf...

Chimamanda Ngozi Adichie, geboren 1977 in Nigeria, ist eine der großen jungen Stimmen der Weltliteratur. Ihr Roman Blauer Hibiskus war für den Booker-Preis nominiert und für Die Hälfte der Sonne erhielt sie 2007 den "Orange Prize for Fiction". Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt, sodass es nicht wundert, dass sie auf der renommierten Liste der »20 besten Schriftsteller unter 40« des "New Yorker" steht. Für Americanah, von der "New York Times" zu einem der fünf besten Romane des Jahres 2013 gewählt, erhielt sie den "Heartland Prize for Fiction". Adichie lebt heute in Lagos und in den USA.

In ihrem neuesten Roman Americanah erzählt Chimamanda Ngozi Adichie die Geschichte Ifemelus, einer jungen, selbstbewussten und wagemutigen Nigerianerin. Als sich ihr die Gelegenheit bietet, ihrer Tante nach Amerika zu folgen, ist sie sofort begeistert. Doch das Leben dort ist anders als sie es sich vorgestellt hat. Ohne die richtigen Kontakte gelingt es ihr nicht einmal, einen einfachen Aushilfsjob zu bekommen. Auch wenn sie es zunächst nicht glauben kann, spielen Hautfarbe und die richtige Struktur der Haare eine viel größere Rolle und bestimmen in großem Maß über Erfolg und Misserfolg. Dennoch gelingt es ihr Fuß zu fassen. Durch ihren weißen Freund erhält sie eine Green Card, schafft es sogar bis zu einem Stipendium. Doch auch nach fast 15 Jahren fühlt sie sich noch immer nicht richtig integriert. Adichie, die selbst auch in Nigeria aufgewachsen ist und in den USA lebt, berichtet einfühlsam und authentisch von multikulturellen Problemen des Amerikas der Gegenwart. Auch wenn offiziell keine Unterschiede mehr existieren, zeigt sie die vielen Schwierigkeiten auf, auf die dunkelhäutige Personen in Amerika auch heute noch stoßen. Adichies Roman ist dennoch keine Anklage, denn im Vordergrund steht die Liebesgeschichte Ifemelus und Obinzes, die auch über die vielen Jahre der Trennung und über drei Kontinente hinweg am Leben bleibt. Detailreich und spannend streckt sich Adichies Roman über mehr als zwei Jahrzehnte ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Durch sympathische Charaktere fällt es nicht schwer, vollkommen in den Roman einzutauchen. In mehreren Teilen begleitet die Autorin ihre beiden Protagonisten, bis sie sich schließlich im heutigen Nigeria wiedertreffen.

Alles in allem ist Americanah ein sehr lesenswerter Roman, der weit mehr ist als eine einfache Liebesgeschichte. Obwohl der Roman knapp über 600 Seiten stark ist, bleibt er spannend und rund und ist somit in ganzer Linie empfehlenswert!

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