Die Nostalgie des Glücks

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2014, Übersetzt: Dana Geissler

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Rita Dell'Agnese
Der Raum, in dem Träume wahr werden

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Apr 2015

Antoine weiß mit seinem Leben nicht so recht etwas anzufangen. Der junge Mann ist zwar ein begabter Mechaniker, doch mag er bei Ungerechtigkeiten nicht ruhig bleiben. Das hat ihn schon manche Stelle gekostet. Der einzige, der an ihn glaubt, ist der alte Camille, dem das alte Kino in einem kleinen französischen Küstenstädtchen gehört. Camille sieht in Antoine einen Nachfolger, doch der junge Mann will davon nichts wissen. Bei einem Einsatz im Kino stößt Antoine auf die junge und berühmte Cellistin Rose, die in die Heimat ihrer Großeltern gekommen ist, um über ihr Leben nachzudenken. Antoine und Rose verbindet eine innige Freundschaft aus den Kindertagen, an die sich die Cellistin zwar erinnern kann, mit der sie aber den inzwischen stark veränderten Antoine nicht in Verbindung bringen mag. Als Camille unerwartet stirbt, sieht sich Antoine genötigt, das Kino so lange weiter zu betreiben, bis die Nachfolge tatsächlich geregelt ist. Auch Camilles Hund Nobody zieht bei Antoine ein. Die neue Verpflichtung rüttelt den jungen Mann wach. Als das Kino plötzlich in Gefahr gerät, wächst Antoine über sich hinaus und versucht, die drohende Schließung und das Ende des Kinos, das seinem Freund so viel bedeutet hatte, zu verhindern. Rose sieht sich plötzlich an der Seite Antoines wieder, denn auch sie will nicht, dass das Kino verschwindet.

So vorhersehbar die Geschichte auch ist, so bezaubernd ist sie dennoch. Caroline Vermalle macht an sich nichts anderes, als alle möglichen Elemente zusammen zu bauen, die eine unbeschwerte Liebesgeschichte haben kann. Ihr Erzählstil verhindert jedoch, dass die Geschichte schal oder bemüht wirkt. Vielmehr mag man sich auf den Roman einlassen, will den kauzigen Camille am liebsten am Leben erhalten und den apathischen Antoine aufrütteln. Jede der Hauptfiguren vermag es mühelos, sich in die Herzen der Leserinnen zu spielen – der Roman ist nicht nur vom lilafarbenen Cover her eindeutig auf eine weibliche Leserschaft ausgerichtet. Liebevoll gezeichnet haben alle handelnden Charaktere ihre Ecken und Kanten. Obwohl bei Caroline Vermalle keine Frage darüber aufkommen kann, wer denn nun gut und wer böse ist, sind die Figuren keineswegs flach oder konturlos.

Letztlich sind es aber weder die Charaktere noch ist es die Handlung selber, die sich den Weg zur Gefühlswelt der Leserinnen bahnen – es ist die Art, in der alles erzählt wird. Caroline Vermalle lässt einerseits den Charme des kleinen französischen Ortes an der Küste auferstehen, sie bringt andererseits ihrem Publikum ein Stückchen heile Welt zurück, in dem sich halt alles so entwickeln darf, wie man sich dies insgeheim wünschen mag. Mit einigen wenigen Ausnahmen natürlich. Erzählt in einem warmherzigen und durchaus humorvollen Ton eignet sich der Roman ausgezeichnet, um düstere Stunden aufzulockern, einen verregneten Sonntagnachmittag zu einem warmen Erlebnis zu machen oder in einem Krankenbett die langen Stunden vorüberfliegen zu lassen. Erst mal zur Hand genommen, lässt sich das Buch nämlich nur schwer weglegen. Schließlich müssen sich selbst aufgeklärte Leserinnen die Frage stellen, weshalb eigentlich. Ist es wirklich die Spannung, was mit dem Kino passieren wird, die so unwiderstehlich ist. Oder die seltsam verschrobene und unter Missverständnissen leidende Geschichte von Antoine und Rose? Ist es der alte Camille, der mit seinem Traum die Träume der Leserinnen geweckt hat, oder die Wärme der Gemeinschaft im kleinen französischen Ort, die sich plötzlich für das alte Kino stark macht? Natürlich ist es müßig, herausfinden zu wollen, weshalb Vermalles Roman so wirkt, wie er es tut. Er ist eine Schmeicheleinheit für das Gemüt, wenn auch zugegebenermaßen eine doch eher oberflächliche. Etwas in den Roman hinein interpretieren zu wollen, täte der Geschichte keinen Gefallen. Sie steht für sich, als ein Stück wunderbarer Unterhaltung und eine Einladung zum Träumen – oder gar, um seine Träume umzusetzen.

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