Der Rosie-Effekt

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2014, Übersetzt: Oliver Kube

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Kathrin Plett
Auch gute Planung schützt nicht immer vor bösen Überraschungen

Buch-Rezension von Kathrin Plett Dez 2014

Damit keine bösen Überraschungen aufkommen, ist es von Vorteil das Leben genau zu planen und alle Eventualitäten zu bedenken. Um das Einkaufen zu optimieren, kann man beispielsweise wunderbar mit einem "Standardmahlzeitenplan" arbeiten, der nährstoffgerecht ausbalanciert das Essen und Einkaufen regelt, sodass keine wertvolle Zeit durch Nachdenken über die nächste Mahlzeit oder vergessene Einkäufe vergeudet werden muss. Leider hat das Modell eine Schwäche: Sobald weitere Menschen ins Spiel kommen, die weniger planvoll vorgehen und eher chaotisch veranlagt sind, funktioniert das ganze System nicht mehr. Auch wenn Don Tillman den "Standardmahlzeitenplan" immer noch für die optimale Lösung hält, hat er sich für seine große Liebe Rosie bereits im ersten Band auf ein Leben mit Spontanität eingelassen und übt sich in Flexibilität. Inzwischen haben er und Rosie geheiratet, doch ganz ohne seine Eigenarten geht es auch in Der Rosie-Effekt natürlich nicht, vor allem nicht, als Rosie ihm verkündet, dass sie schwanger ist und das ganz ohne seine Planung! Das kann nicht einfach so weitergehen, versteht sich von selbst...

Nachdem Don endlich seine große Liebe Rosie erobern konnte und beide geheiratet haben, leben sie nun in New York. Alles läuft wieder nach Plan, Don geht seinen Forschungsprojekten nach und Rosie setzt ihr Studium fort, als Rosie plötzlich scheinbar ungeplant schwanger wird. Ungeplant zumindest von Don, der völlig unvorbereitet ist, was so natürlich nicht weitergehen kann. Eine wissenschaftliche Herangehensweise an Rosies Zustand scheint ihm da ratsam. Beim "Baby-Projekt" darf schließlich nichts dem Zufall überlassen werden und so entwickelt er exakte Ernährungsplane für Rosie und versucht ihr Leben so zu verändern, dass es den neuesten Erkenntnissen in Sachen Schwangerschaft entspricht. Ein kleines Problem gibt es allerdings: Rosie ist alles andere als erfreut über sein Engagement und weigert sich, seine Pläne umzusetzen. Doch nicht nur die Liebe zu Rosie ist in Gefahr, auch sonst könnte es besser für Don laufen. Durch seine Recherchen zum Verhalten von Kindern wird er verhaftet, sein Freund Gene trennt sich von seiner Frau und zieht bei ihm und Rosie ein und auch bei seinen anderen Freunden läuft nicht alles nach Plan...

Sein erster Roman, Das Rosie-Projekt, wurde auf Anhieb ein Weltbestseller und in Australien mit dem "Book of the Year"-Preis ausgezeichnet. Mit dem Roman "Der Rosie-Effekt" setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne.

Mit Der Rosie-Effekt setzt Graeme Simsion seinen Erfolgsroman Das Rosie-Projekt beinahe nahtlos fort. Wie schon im ersten Roman eckt Don Tillman mit seiner rationalen und praktischen Logik, ohne sich dessen bewusst zu sein, an gesellschaftliche Konventionen an, was unweigerlich zu einer ganzen Reihe von Missverständnissen und Unannehmlichkeiten führt. Seine Bemühungen, seine Fehler wieder auszugleichen, machen es dabei sogar noch schlimmer und führen ihrerseits zu neuen Verstrickungen, die es zu lösen gilt. Gut, dass es Rosie in Dons Leben gibt, die das genaue Gegenteil von Don darstellt und bisher gut mit seinen Gewohnheiten zurechtkam. Ihre Schwangerschaft bedeutet jedoch, dass "normal neu definiert" wird, wie Don feststellt und das alte Gleichgewicht gerät ins Wanken...

Wie auch in seinem ersten Roman erzählt Simsion seinen Roman aus der Sicht des Asperger-Autisten Don Tillman und präsentiert auf diese Weise Einblicke in seine ganz eigene Logik. Mit viel Witz beschreibt er, wie Don Rosies Schwangerschaft erlebt, wobei sein Interesse zunächst vor allem den biologischen Prozessen gilt und er der emotionalen Seite kaum Bedeutung zumisst. Simsion passt sich sprachlich wieder ganz dem Charakter seiner Hauptfigur an, indem er sprachlich korrekt und trocken die Gedanken Dons und seinen eigenen Sinn für Logik beschreibt:

 

"Rosie war im Schlafzimmer, für eine Klärung der Situation also nicht unmittelbar verfügbar. In unserer Wohnung bestanden für den gleichzeitigen Aufenthalt zweier Personen neun Kombinationsmöglichkeiten, wobei wir uns bei sechs davon in verschiedenen Räumen befanden. In unserer idealen Wohnung, wie wir sie, bevor wir nach New York umzogen, gemeinsam spezifiziert hatten, hätte es sechsunddreißig mögliche Kombinationen gegeben, da sie ein Schlafzimmer, zwei Arbeitszimmer, zwei Badezimmer und ein Wohnzimmer mit offener Küche aufgewiesen hätte."

 

Gerade dieses Detail ist es, was dem Roman das gewisse Etwas gibt, ihn besonders authentisch macht und mit Witz versieht.

Graeme Simsion liefert mit Der Rosie-Effekt einen gelungenen Fortsetzungsband, der die Geschichte von Don Tillman und Rosie angemessen und in gewohntem Stil fortsetzt. Alle, die Spaß an Das Rosie-Projekt hatten, wird auch der neue Roman des Australiers gefallen.

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