Die Sache mit meiner Schwester

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: OSTERWOLDaudio, 2014, Seiten: 5, Übersetzt: Ulrike Grote

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Katharina Affholderbach
Ein Unglück kommt selten allein

Buch-Rezension von Katharina Affholderbach Sep 2014

Johanna von Koczian sang 1977

 

„ 'Das bisschen Haushalt macht sich von allein' sagt mein Mann, 'Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein' sagt mein Mann."

 

Auch Nele, eine der zwei Hauptpersonen von Anne Hertzs Roman Die Sache mit meiner Schwester, denkt dies, als sie sich entschließt ihrem Schwager im Haushalt zu helfen, während ihre Schwester im Krankenhaus liegt. Die Entscheidung ihrem Schwager zu helfen breitet ihr nicht wegen dem Haushalt Kopfzerbrechen sondern das Zusammenleben mit ihrem Schwager und dessen Kindern macht ihr Angst. Seit Jahren gehen sich die Schwestern aus dem Weg, da sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die Älteste, Heike, eine Familie mit drei Kindern und ein wunderschönes Haus hat, genießt die Jüngere ihr unabhängiges Leben, geht abends gern in Bars und schläft morgens auch mal gerne aus. Das Einzige was beide Schwestern noch verbindet sind öffentliche Auftritte als Co-Autoren für ihre Buchserie, doch schon seit langem haben beide selber kein Buch mehr geschrieben, sie beschäftigen einen Ghostwriter, der das übernimmt. Es ist ein vollgehütetes Geheimnis bis eine betrogene Ehefrau aus Wut bei einem Live-Fernsehauftritt dies offenbart und Nele als Ehebrecherin darstellt. Auf einmal bröckelt die schöne Fassade. Fans fühlen sich betrogen und wenden sich ab, ihr Agent will nichts mehr mit den Schwestern zu tun haben und Heike gibt Nele die Schuld. Es kommt während einer Autofahrt schließlich zum Streit zwischen den Schwestern und zu einem Unfall, bei dem Heike sehr schwer verletzt wird und im Krankenhaus in ein künstliches Koma gesetzt werden muss.

Doch so einfach wie sich Nele den Haushalt ihrer Schwester vorgestellt hat, wird es nicht. Der Haushälterin und dem Aupair wurde schon vor einiger Zeit gekündigt und trotzdem sieht das Haus bei Neles Ankommen „irgendwie so unbewohnt" aus. Nele ist der Meinung, dass „man sofort ein Fototeam von "Schöner Wohnen" durchjagen [könnte], ohne vorher auch nur einen einzigen Handschlag zu tun". Kurze Zeit später erfährt Nele auch das Geheimnis hinter dieser Sauberkeit und bekommt den Schlag als sie von Oliver, ihrem Schwager, den Putzplan pro Woche bekommt: Jeden Tag „alle Zimmer und Flure staubsaugen, Böden feucht wischen", alle Betten neu beziehen und zweimal in der Woche die Fenster putzen. Nachdem sich Nele mit dem Haushalt ihrer Schwester angefreundet hat, kommt ihr nach einer Wochen noch eine weitere Erkenntnis:

 

„Hatte [sie] in der vergangenen Woche gedacht, es sei anstrengend, sich um eine Familie mit drei Kindern zu kümmern? Falsch gedacht! Anstrengend ist es, sich um eine Familie mit drei Kindern zu kümmern und um eine Mutter, die mit gebrochenem Bein auf dem Sofa rumliegt und wegen jeder Kleinigkeit nach Aufmerksamkeit verlangt."

 

Obwohl es am Anfang schwer für Nele ist, sich in dem sauberen Haushalt ihrer Schwester wohl zu fühlen, entdeckt sie nach und nach, dass hinter der schönen Fassade von Heikes Familienleben nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Ihr Neffe Jakob prügelt sich in der Schule, ihre Nichte Emma nässt jede Nacht ins Bett und Heike schlief schon länger im Gästezimmer. Nele findet heraus, dass Nele ihren Mann zu Unrecht eines Seitensprungs verdächtigt und zusätzlich noch nach der Geburt ihres dritten Kindes an einer Wochenbettdepression leidet. Die Kinder leiden ebenfalls, da jedoch in der Familie nicht direkt über Probleme gesprochen wird, suchen auch sie sich Katalysatoren, wie Prügeln oder Bettnässen. Auf Anraten von Oliver liest Nele eines Tages das Tagebuch ihrer Schwester aus Jugendtagen und plötzlich versteht Nele ihre Schwester, vor allem dass ihre Schwester ihren Kummer nicht zeigt, ihn dafür durch einen Putzfimmel kompensiert. Nachdem Heike wieder aus dem Koma erwacht, sprechen sich die beiden Schwestern endlich aus und fangen wieder an gemeinsam ohne Ghostwriter Bücher zu schreiben.

Obwohl die Geschichte in dem Roman einen ernsten Hintergrund hat, schließlich liegt die Schwester im Koma und leidet in ihrem Familienleben, ist sie sehr lustig und kurzweilig geschrieben. Die 300 Seiten des Romans lesen sich mit einer großen Leichtigkeit, dass man das Buch nur ungern vor dem Ende aus der Hand legt. Ein Buch, das für jeden zu empfehlen ist, für Geschwister wie auch für Einzelkinder.
Hinter dem Autorpseudonym Anne Hertz verstecken sich die beiden Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz. Wieviel von ihrer Romangeschichte autobiografisch ist, wollen beide nicht verraten.

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