Topo Limbo

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt: Edition Büchergilde, 2014, Seiten: 32, Originalsprache

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80

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Britta Höhne
Bunt mit dunklen Gedanken

Buch-Rezension von Britta Höhne Jul 2014

Eines gleich vorweg: Oft kommt es nicht vor, dass eine Rezension länger ist als das Buch selbst. Dieser Text ist, was das Buch-Kritik-Verhältnis anbelangt, mehr als unausgewogen. Trotzdem sollte es besprochen werden, das Buch – das eigentlich ein Heft ist und den rätselhaften Titel Topo Limbo trägt.

"Die Tollen Hefte" heißt die Reihe der Edition Büchergilde und klar wird in diesem Fall nicht, ob "toll" nicht eher gen Richtung "verrückt" zu werten ist. Im Sinne von der "Norm entrückt". Neben der Spur, nicht im Abseits, aber schon gegen die Stromrichtung. Anders eben. Der großartige Verleger, Illustrator, Liebhaber des guten Buches Armin Abmeier war es, der 1991 die Reihe der Tollen Hefte ins Leben gerufen hat. Halbjährlich sind sie erschienen und boten so großartigen Autoren und Illustratoren ein Forum, ihre künstlerischen Werke zu veröffentlichen. Nach Abmeiers Tod im Jahre 2012 hat seine Ehefrau Rotraut Susanne Berner die Herausgabe der farbenfrohen Druckmachenschaften übernommen. Keine Unbekannte: Ist sie doch der Kopf hinter den wunderschönen Wimmelbüchern. Auch ihrem verstorbenen Mann hat sie darin ein Denkmal gesetzt: Als Buchhändler Armin.

Topo Limbo handelt von dem Amateurkartographen Nicholay Baker, der auf dem Dorfplatz seines Heimatortes die herausgetrennten Aufzeichnungen eines Tagebuches entdeckt. Drei Jugendliche haben sie verfasst. Die Landschaft scheint fremd zu sein. Erzähler Baker ist sie unbekannt und er macht sich auf die Suche und an die Arbeit, eine Karte zu erstellen. Die "terra incognita" gibt ihr Geheimnis nicht Preis, was gut ist, ein Heftchen voller offener Fragen, Ungewissheiten, Vermutungen. Und wohl das erste, dem eine wunderbare topographische Karte beigelegt wurde. Wunderbar und skurril zugleich, der kleinen feinen Sätze am Rande wegen, die fast zu klein geschrieben sind, um sie als dazu gehörig zu empfinden:

 

"Die Herausforderung, alles zu vermessen."

 

Oder:

 

"Wir wollen die Dinge nicht so sehen, wie sie sind."

 

Noch einer:

 

"Wir sind nichts als eine Ansammlung von Scherben."

 

Spätestens beim Studieren der Karte, bei Überlegungen in Richtung Sinn oder Unsinn stellt sich unweigerlich die Frage nach dem: "Was will uns der Autor damit sagen?" Nichts vielleicht oder alles, was eigentlich egal ist. Denn: Am Ende scheinen sie angekommen zu sein.

 

"Wir sind jetzt überzeugt, den richtigen Weg gewählt zu haben"

 

teilen die Drei mit, derweil sie in einem löchrigen Boot sitzend irgendeinem Ziel entgegen schippern. Und während allerorts darüber nachgedacht wird, die Schreibschrift abzuschaffen, nutzt der Erzähler, der Autor auch, diesen Schreibstil, um den Tagebuchaufzeichnungen der Jugendlichen noch mehr Beiläufigkeit, Geschmack vom am-Rande-notiert, zu vermitteln. Schöne Idee, eine, die zudem gut aussieht!

Die vielen grellen Farben der Illustrationen lenken vom Text ab, der – vielleicht ob der wenigen Worte – Angst macht:

 

"TAG 08 Wir laufen an einem Fluss entlang hinauf durch den Wald. Ist heute wirklich der achte Tag? Hier steht die Zeit still und auch der Fluss fließt nicht mehr."

 

Dazu die Bilder, die verstören. Grellbunte Abbildungen kurioser Kreaturen. Mal mit menschlichen Zügen, mal aus Wolken oder ähnlicher Materie. Dann die Verwandtschaft des Wortes Limbo zu Limbus, der Vorhölle. Sind sie dort gelandet, die drei Heranwachsenden? Spätestens bei diesem Gedanken verliert das Heft seine Nähe zum farbenfrohen Jugendbuch. Farbenfroh ja, aber mit schwarzen Gedanken.

Gut ist zu wissen, dass der Autor zwischen mehreren Welten schwankt, er sei ein Traumtänzer steht im Klappentext, ein Papierliebhaber und zwischendurch, zwischen seiner kreativen Arbeit, spielt er ein paar Runden Tischtennis. Interessant allemal, aber eine große Leser- und Liebschaft wird der in den Siebziger Jahren im kanadischen Québec geborene Autor mit seiner skurrilen Geschichte Topo Limbo nicht gewinnen können.

Egal, mehr von diesen kleinen feinen Kunstwerken, die spürbar mit Liebe gemacht sind.

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