Die Mitternachtsrose

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • London: Pan Books, 2013, Titel: 'The Midnight Rose', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2014, Seiten: 8, Übersetzt: Simone Kabst

Couch-Wertung:

70

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

3 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
1 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:88.2
V:4
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":1,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":1,"96":0,"97":0,"98":1,"99":0,"100":1}
Rita Dell'Agnese
Die Suche nach dem verlorenen Sohn

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2014

Anahita wächst Anfang des 20. Jahrhunderts am Hof des Maharadschas von Jaipur auf. Nach dem Tod ihres Ehemannes hat Anahitas Mutter bei ihrer Cousine, der Maharani, dort Aufnahme gefunden. Anahita wird Gesellschafterin der Prinzessin Jameera, leidet jedoch unter deren Gehässigkeit. Bei einem Fest begegnet Anahita der jüngsten Tochter des Maharadschas von Koch Bihar, Indira. Die beiden Mädchen freunden sich an und Indira versteht es, durchzusetzen, dass Anahita ihre ständige Begleiterin wird. Das ändert sich auch nicht, als die Familie einige Jahre später nach London reist. Wie ihre Freundin soll auch Anahita ein Englisches Internat besuchen. Waren die Mädchen bisher unzertrennlich, findet Indira als Prinzessin im Internat neue Freundinnen und zieht sich von Anahita zurück. Kurz bevor die Internatszeit zu Ende geht, bricht Krieg aus und die Mädchen werden auf ein Landgut gebracht. Dort erlebt Anahita die Ablehnung der englischen Uperclass. Da sie keine Prinzessin ist, wird sie wie eine Dienstbotin behandelt und beiseite geschoben. Für Anahita beginnt eine schwere Zeit. Daran mag ihre Liebe zum Erben des Landguts nichts ändern. Einer Liebe, der ein Kind entspringt, das jedoch mit drei Jahren stirbt. Anahita kehrt nach Indien zurück und findet dort einen Ehemann, mit dem sie nochmals Kinder hat. Doch der Gedanke an ihren Sohn lässt sie nie los. Sie bittet deshalb ihren Lieblings-Urenkel darum, ihren Sohn aufzuspüren, da sie fest daran glaubt, dass er noch lebt. Ari Malik macht sich allerdings erst nach dem Tod der Großmutter auf die Suche, die ihn auf das Landgut Astbury Hall führt. Dort begegnet er der jungen Schauspielerin Rebecca Bradley, die auf dem Landgut einen historischen Film drehen soll. Rebecca ist auf der Suche nach sich selber, da sie in ihrer Heimat New York nicht mehr zur Ruhe gekommen ist, nachdem ihr Freund die Medien über eine angebliche Verlobung informiert hatte. Astbury Hall wird für sie zu einem Ort, der ihr nicht nur Geborgenheit vermittelt, sondern sie auch dazu bringt, ihren Wurzeln nachzuspüren. Denn im Landgut hängt ein Bild der früh verstorbenen Violet, Großmutter des derzeitigen Lord Astbury. Rebecca scheint ihr wie aus dem Gesicht geschnitten.

Wie von Lucinda Riley gewohnt, arbeitet die Autorin mit zwei Erzählsträngen, die in verschiedenen Zeiten spielen. Unterschiedlicher könnte die Qualität der Erzählebenen kaum sein. Der Gegenwartsteil mit Rebecca Bradley als Hauptfigur fällt gegenüber der Schilderung von Anahitas Leben massiv ab. Zum einen liegt das wohl an der Fähigkeit der Autorin, die Üppigkeit des Hofes der Maharadschas vor dem geistigen Auge der Leserinnen und Leser auferstehen zu lassen. So gerät das Publikum schnell in eine opulente Welt, in der Anahita als ein farbenprächtiger Schmetterling scheint. Riley schildert das Schicksal der Inderin zudem auf eine lebendige Art, die nahezu frei von Klischees ist und viel Raum für Nähe bietet. Ob es nun die zerbrechende Freundschaft der beiden Mädchen ist oder die gesellschaftlichen Konventionen, an denen Anahita scheitert – die Erlebnisse der Inderin sind nachvollziehbar und auf eine sehr dichte Art erzählt. Es ist eine derart intensive Geschichte, dass der Gegenwarts-Part ohnehin einen schweren Stand hat. Dass Lucinda Riley bei diesem auf eine Ansammlung von Klischees baut, macht die Sache nicht besser.

Während Anahita eine vielschichtige Persönlichkeit ist, die zwar mit Fähigkeiten ausgestattet ist, die zumindest ein leichtes Stirnrunzeln auslösen, bleibt Rebecca Bradley eine konturenlose Person, die mit sich selber nicht so recht ins Reine kommen kann. Auch Ari vermag nicht zu überzeugen. Anahitas Urenkel ist langweilig und wirkt eher desinteressiert am Schicksal seiner Ahnin. Obwohl der Plot durchaus das Zeug hätte, auf beiden Ebenen interessante Charaktere zu präsentieren, bleibt die Gegenwart völlig spannungslos und die Geschichte wird langatmig. Da der Zufall hier eine große Rolle spielt, wirkt die Sache letztlich auch übermäßig konstruiert und vermag nicht zu überzeugen.
Stellt man die beiden Erzählstränge einander gegenüber, stellt sich die Frage, ob es nicht ohne Verlust möglich gewesen wäre, sich auf den Teil von Anahitas Leben Anfang des 20. Jahrhunderts zu konzentrieren und die Figur von Rebecca Bradley weg zu lassen. Auch da hätten sich noch einige Geheimnisse umsetzen lassen, so dass den Lesern ein in allen Bereichen überzeugender Roman hätte präsentiert werden können.

Lucinda Riley bedient ein Genre, das gerade stark im Trend liegt. Sie hat eine treue Fangemeinde, die sich von ihren Romanen bezaubern lässt und wohl auch Die Mitternachtsrose wohlwollend aufnimmt. Zumindest mit dem Erzählstrang der Vergangenheit vermag die Autorin auch absolut zu überzeugen, etwas, das sie mit dem Gegenwarts-Part nicht ganz schafft. Wer jedoch solche Romane mag, wird auf jeden Fall gut unterhalten.

Deine Meinung zu »Die Mitternachtsrose«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
03.08.2015 20:09:38
walli007

Astbury Hall

Rebecca Bradley bekommt einen Vertrag für einen Dreh in einem alten Herrenhaus in England. Gespannt macht sie sich auf den Weg, um die neue Aufgabe zu bewältigen. Ihr Schauspielerkollege und Freund Jack hat ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht, doch Rebeccas Herz ist nicht so recht bei der Sache und sie kann nicht aus vollem Herzen zustimmen. Deshalb ist sie mehr als froh, ins ferne Europa zu reisen. Allerdings hat es die Nachricht von der angeblichen Verlobung der bekannten Schauspielerin auch schon in die britische Presse geschafft. Das Angebot Lord Astburys, während der Dreharbeiten im Herrenhaus zu wohnen, nimmt Rebecca erleichtert an und beginnt die Ruhe zu genießen.

Lucinda Riley ist für ihre gefühlvollen und dramatischen Geschichten bekannt. Und auch in dem vorliegenden Roman verknüpft sie die Geschichte der handelnden Personen über mehrere Generationen zu einer emotionalen Familien-Saga. In Indien Anfang des letzten Jahrhunderts nimmt die Handlung ihren Lauf. Die junge Anahita wird Gesellschafterin der Tochter einer fortschrittlich denkenden Maharani, die die jungen Mädchen in England auf die Schule schickt. Im alten Europa lernt Anahita die Liebe ihres Lebens kennen und eine tragische und bittersüße Beziehung entfaltet sich, die noch in der Gegenwart ihre Auswirkungen spüren lässt.

Beginnend mit einer ruhigen Schilderung zum Teil in Tagebuch Aufzeichnungen Anahitas, nimmt die eigentliche Handlung eher langsam an Fahrt auf. Nach und nach kann der Leser sich auf die Geschichte einlassen und Sympathien für die handelnden Personen entwickeln. Lange fragt er sich, wie die Fäden zusammengefügt werden mögen. Doch kann man der Autorin voll und ganz vertrauen und sich in die emotionale und berührende Lebensgeschichte Anahitas versenken. Träumend entschlüsselt man schließlich das Geheimnis um die Mitternachtsrose, die Tragik, die die Menschen erfuhren. Ein gelungenes Werk einer Autorin, die es versteht, ihre Leser anzurühren.

03.08.2015 20:08:40
walli007

Astbury Hall

Rebecca Bradley bekommt einen Vertrag für einen Dreh in einem alten Herrenhaus in England. Gespannt macht sie sich auf den Weg, um die neue Aufgabe zu bewältigen. Ihr Schauspielerkollege und Freund Jack hat ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht, doch Rebeccas Herz ist nicht so recht bei der Sache und sie kann nicht aus vollem Herzen zustimmen. Deshalb ist sie mehr als froh, ins ferne Europa zu reisen. Allerdings hat es die Nachricht von der angeblichen Verlobung der bekannten Schauspielerin auch schon in die britische Presse geschafft. Das Angebot Lord Astburys, während der Dreharbeiten im Herrenhaus zu wohnen, nimmt Rebecca erleichtert an und beginnt die Ruhe zu genießen.

Lucinda Riley ist für ihre gefühlvollen und dramatischen Geschichten bekannt. Und auch in dem vorliegenden Roman verknüpft sie die Geschichte der handelnden Personen über mehrere Generationen zu einer emotionalen Familien-Saga. In Indien Anfang des letzten Jahrhunderts nimmt die Handlung ihren Lauf. Die junge Anahita wird Gesellschafterin der Tochter einer fortschrittlich denkenden Maharani, die die jungen Mädchen in England auf die Schule schickt. Im alten Europa lernt Anahita die Liebe ihres Lebens kennen und eine tragische und bittersüße Beziehung entfaltet sich, die noch in der Gegenwart ihre Auswirkungen spüren lässt.

Beginnend mit einer ruhigen Schilderung zum Teil in Tagebuch Aufzeichnungen Anahitas, nimmt die eigentliche Handlung eher langsam an Fahrt auf. Nach und nach kann der Leser sich auf die Geschichte einlassen und Sympathien für die handelnden Personen entwickeln. Lange fragt er sich, wie die Fäden zusammengefügt werden mögen. Doch kann man der Autorin voll und ganz vertrauen und sich in die emotionale und berührende Lebensgeschichte Anahitas versenken. Träumend entschlüsselt man schließlich das Geheimnis um die Mitternachtsrose, die Tragik, die die Menschen erfuhren. Ein gelungenes Werk einer Autorin, die es versteht, ihre Leser anzurühren.

02.06.2015 16:18:19
Janine2610

Ich liebe Geschichten, in denen man so richtig abtauchen und sich verlieren kann. "Die Mitternachtsrose" hat mir genau das ermöglicht.

Dieser bezaubernde Roman von Lucinda Riley spielt abwechselnd Anfang des 20. und 21 . Jahrhunderts.
Der junge Inder Ari reist, nachdem er die zu Papier gebrachte Lebensgeschichte seiner Urgroßmutter Anahita gelesen hat, nach England auf das Anwesen Astbury Hall, um dort mehr über seine Ahnen zu erfahren.
Dort kommt er nicht nur einer längst vergangenen, berührenden und herzzerreißenden Liebesgeschichte auf die Spur, sondern findet schlussendlich auch noch heraus, dass diese tragische Geschichte nicht nur mit Anahita zu tun hat, sondern sogar Teil seiner eigenen ist ...

Sobald man die ersten Seiten liest, ist man gefangen. Gefangen im bunten und menschenreichen Indien. 'Paläste' und 'Prinzen' sind Wörter, die man immer wieder zu lesen bekommt und den Leser nur noch mehr Glauben lassen, dass man sich in einem Märchen aus 1001 Nacht befindet.
Man erfährt, wie Anahita den Anfang ihres Lebens in Indien meistert und wie sie schließlich den Weg ins kalte, ruhige, aber auch malerische England findet. Nie hätte sie gedacht, dass dieses Land eines Tages eine so große Rolle in ihrem Leben spielen würde.
Was sie in England alles erlebt und auf sich nehmen muss, um mit dem Mann zusammensein zu können, den sie über alles liebt, hat mich so mitgerissen und gefesselt, dass mir das Zuklappen des Buches regelrecht wie Folter vorgekommen ist.

Die Abschnitte aus der Vergangenheit habe ich besonders genossen. Die Liebe, die Tragik, der Herzschmerz - all das war so schön und rührend zu lesen.
Obwohl: die Szenen im Jetzt mit der amerikanischen Schauspielerin Rebecca und Anahitas Urenkel Ari in England waren auch nicht ohne. Astbury Hall hat teilweise wie aus der Zeit gefallen gewirkt, was schon manchmal echt mysteriös war. Auch die eine oder andere unheimliche Situation hat für die nötige Portion Grusel gesorgt. ;)

Alles in allem war das mal wieder hervorragende Unterhaltung. Ein Buch, in das man am liebsten ein- und gar nicht mehr wieder auftauchen möchte. Ein paar 100 Seiten mehr hätte ich hier durchaus verkraftet. ;) Also: einfach nur WUNDERSCHÖN!

Film & Kino:
The Crown - Staffel 3

Die Queen in ihrer vordergründig repräsentativen Rolle ist eine zeitgeschichtliche Ikone, sodass der Erfolg der seit 2016 bei Netflix laufenden Serie „The Crown“ nicht verwundert. Die dritte Staffel markiert allerdings einen Umbruch: Die Royal Family ist in den 60er-Jahren angekommen und viele Rollen werden neu besetzt, da auch die Blaublüter nicht vor dem Altern gefeit sind. Titel-Motiv: © Des Willie / Netflix

zur Film-Kritik