Das Licht zwischen den Meeren

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • New York: Scribner, 2012, Titel: 'The Light between Oceans', Originalsprache
  • München: Limes, 2013, Seiten: 448, Übersetzt: Karin Dufner

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Kathrin Plett
Leben zerstören für das eigene Glück

Buch-Rezension von Kathrin Plett Feb 2014

Wenn Träume zerplatzen, die zum Greifen nahe schienen, eine Erfüllung sich nicht erfüllt - macht sich Verzweiflung breit. Doch was, wenn eine Chance eben diesen einen Traum etwas näher bringt? Auch dann, wenn der Preis hoch ist, wenn das Leben eines anderen Menschen ruiniert wird? Annehmen? Oder nicht?

Wenn der große Traum immer wieder zerplatzt, zum Greifen nah ist und sich kurz vor der Erfüllung mit umso mehr Härte zerstört, doch bietet sich unverhofft die Chance, dass der große Traum noch Realität wird. Zu einem hohen Preis: Es besteht die Möglichkeit, das Leben eines anderen Menschen zu ruinieren und ihn das eigene Leid ereilt.

Tom und Isabel sind zu weit gegangen. Nach mehreren Fehlgeburten und einer Totgeburt haben sie keine Hoffnung mehr, noch ein eigenes Kind zu bekommen. Als dann eines Morgens ein Ruderboot mit einem Toten und einem Säugling an ihre einsame Leuchtturminsel angeschwemmt wird, können sie ihr Glück kaum fassen. Trotz anfänglicher Skrupel - beschließen sie den Vorfall nicht der Behörde zu melden und das Kind als ihr eigenes bei sich aufzunehmen.

1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt. Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdecken, in dem die Leiche eines Mannes liegt – und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme – und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück – und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat ...

Margot L. Stedman ist im Westen Australiens geboren und aufgewachsen. Zur Zeit lebt sie in London. Das Licht zwischen den Meeren ist ihr Debütroman, der international für Furore sorgte und in 35 Sprachen übersetzt wurde.

Entschuldbar oder nicht? Diese Frage zieht sich beinahe durch den ganzen Roman von Margot L.Stedman. Juristisch sicher nicht, haben die jungen Eheleute doch ganz klar gegen das Gesetz und ihre dienstlichen Verpflichtungen verstoßen. Moralisch sicher auch nicht, haben sie schließlich für das eigene Glück das Unglück einer anderen Person in Kauf genommen. Und persönlich? Nach mehreren Fehlgeburten ist vor allem Isabel voller Verzweiflung und Trauer um ihr totgeborenes Kind, jeglicher Lebenssinn ist ihr abhanden gekommen. Als Lucy wie ein Geschenk des Himmels plötzlich auf der einsamen Insel angetrieben wird, sieht sie nur die Chance, endlich doch noch ein Kind zu bekommen und deutet es als Wink des Schicksals. Obwohl Tom sich alles andere als wohl mit dieser Entscheidung fühlt, stimmt er schließlich zu, Lucy bei sich aufzunehmen und den Vorfall nicht zu melden. Doch Jahre später während eines Besuchs auf dem Festland bekommt das lange unterdrückte Gewissen neue Nahrung und beide stehen wieder vor der Entscheidung: So weitermachen, als ob nichts geschehen wäre und das Unglück eines anderen Menschen ignorieren, oder sich der Wahrheit stellen?

Stedman ist mit ihrem Werk ein interessanter Debütroman gelungen, der bis zum Ende spannend und unvorhersehbar bleibt. Aus verschiedenen Perspektiven erzählt sie nicht nur die Sicht des Ehepaars, sondern gibt auch die Gedanken und Gefühle der Großeltern, der Verwandtschaft Lucys oder die von Freunden und Bekannten wieder. Ohne wirklich Partei für eine Seite zu ergreifen erzählt sie so, dass es schwer fällt, sich für Gut oder Böse zu entscheiden. Jede Person bekommt ihren eigenen Raum, der genügend Identifikationsmöglichkeiten bietet, um sich in die jeweilige Figur hineinzuversetzen und ihre Gedanken und Gefühle mitzuerleben.

Sprachlich ist der Roman, der sich in drei Teile mit jeweils mehreren Kapiteln aufteilt, leicht verständlich und schlicht, an einigen Stellen neigt die Autorin jedoch zur Dramatisierung, was den Roman zeitweise etwas übertrieben rührselig erscheinen lässt.

Alles in allem ist Das Licht zwischen den Meeren ein gelungenes Debüt, das allein schon durch seine Atmosphäre, die einsame Leuchtturminsel und das australische Landleben besticht.

Auch die Geschichte, in der Moral, Vernunft und Gefühl immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden, liest sich spannend und zieht einen in ihren Bann. Ein lesenswerter Roman.

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