Sieben Jahre später

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Pendo, 2013, Seiten: 416, Übersetzt: Eliane Hagedorn und Bettina Runge
  • Paris: Pocket, 2012, Titel: '7 ans après', Originalsprache

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Rita Dell'Agnese
Unterhaltsame Schnitzeljagd durch Paris und Brasilien

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2013

Sie sind wie Katz und Maus: Der seriöse Geigenbauer Sebastian und die extravagante Nikki. Einst hatten sie sich heftig in einander verliebt, doch ihre unterschiedliche Art wurde zum Stolperstein. Sehr zum Leidwesen der inzwischen 15-jährigen Zwillinge Camille und Jeremy. Während Sebastian bei der Scheidung das Sorgerecht für Camille beansprucht, zieht Nikki Sohn Jeremy auf. Als Nikki ihren Ex-Mann verzweifelt darüber informiert, dass Jeremy seit drei Tagen verschwunden ist, glaubt Sebastian noch daran, dass sich alles in Kürze aufklären wird und einzig dem Unvermögen seiner Ex-Frau in Sachen Erziehung geschuldet ist. Trotzdem macht er sich auf den Weg zu Nikki. In Jeremys Zimmer stoßen die Beiden auf einen Koffer voller Drogen. Da erkennen sie, dass der Junge in etwas verwickelt ist, das ihm gefährlich werden könnte. Während sie noch versuchen, herauszufinden, wo sich Jeremy befindet, erreicht sie ein Video, das zeigt, wie der Junge in einer Metro-Station in Paris überfallen und entführt wird. Sofort machen sich Nikki und Sebastian auf den Weg nach Paris. Dort erleben sie Momente, die sie an ihrem Verstand zweifeln lässt. Denn die Entführer scheinen ein derbes Spiel mit ihnen zu treiben.

Guillaume Musso hat schon in seinen letzten Romanen bewiesen, dass er nicht nur für einige Überraschungen gut ist, sondern auch eine gehörige Portion Humor in seine Romane zu packen versteht. Hier ist es vor allem die Konstellation der beiden so verschiedenen Hauptfiguren, die für einige witzige Momente sorgt. Das, obwohl es durchaus zur Sache geht und der Roman für einen Musso mit einem enormen Tempo aufwarten kann. Zunächst nimmt der Leser mit Erstaunen wahr, dass der französische Autor seine Geschichte im fernen New York ansiedelt. Doch schnell wechselt der Schauplatz und Musso bewegt sich spürbar auf vertrautem Terrain. Seine Schilderungen von Paris sind die eines Insiders, was der ganzen Szenerie eine besondere Aussagekraft verleiht. Weniger die verzweifelte Suche Sebastians und Nikkis nach ihrem Sohn, denn die Darstellung der verschiedenen Schauplätze in der französischen Metropole vermögen den Leser zu fesseln. Wesentlich weniger in die Tiefe gehen dann die einzelnen Szenen in Brasilien, obwohl auch hier eine gewisse Vertrautheit mit den örtlichen Gegebenheiten zu spüren ist.

Schnell mal bekommt der Leser den Eindruck, als könne er die Geschichte durchschauen und wisse, was es mit den ganzen Ereignissen auf sich hat. Doch immer wieder baut Musso Puzzlesteine ein, die nicht zum imaginären Bild passen wollen. So kann der Autor den Spannungsbogen mit nur leichten Einbrüchen nahezu über den ganzen Roman halten. Temporeich lässt Musso seine Protagonisten durch die französische Hauptstadt hetzen, immer einen Ticken hinter ihren Widersachern zurück. Sebastian und Nikki übertreten auf ihrer verzweifelten Suche nach Jeremy alle möglichen Gesetze, was zwar dem Wesen von Nikki, nicht aber jenem von Sebastian entspricht. Diesen Gegensatz, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, nimmt Guillaume Musso als Ball, der ihm verschiedenste Facetten zuspielt.

Große Literatur ist Sieben Jahre später nicht. Aber höchst unterhaltsame. Guillaume Musso schafft es, so zu schreiben, dass der Leser das Buch nicht aus den Händen legen mag. Weniger, weil ihn der Verlauf der Geschichte so fesselt, dass er die Auflösung herbei sehnt. Vielmehr ist es das Gesamtpaket, das dafür sorgt. Der Leser kann sich bedenkenlos in die Hand des Autors begeben und sich von ihm durch die verschiedenen Schauplätze und Szenerien locken lassen. Er wird dem Autor verzeihen, dass manche Aktionen gar zu waghalsig, zu unwahrscheinlich oder zu absurd erscheinen. Ja, er wird dem Autor letztlich genau das schenken, was die Qualität eines Romans ausmacht: Die Lust zum Lesen. Selbst wenn er nach den letzten Zeilen mit einem Grinsen auf dem Gesicht das Buch zuschlägt und sich wohl Gedanken darüber macht, weshalb der Autor gerade diesen Schluss gewählt hat – wird die Geschichte kaum lange nachwirken. Höchstens dann, wenn jemand auf der Brücke "Pont des Arts" steht, dürfte ihm die eine oder andere Szene des Romans wieder einfallen. Und was mehr sollte sich ein Autor wünschen, als dass man mit einem Lächeln an seine Geschichte zurück denkt?

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