Variationen in Prosa

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Matthes & Seitz, 2013, Seiten: 98, Originalsprache

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Britta Höhne
Worte als Wohltat

Buch-Rezension von Britta Höhne Okt 2013

Sprache ist mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation. Sprache ist Leben, Gefühl, Erinnerung, Spiel und vor allem Musik. Michael Donhausers Texte kommen sehr musikalisch daher, nicht leicht und seicht, sondern eindringlich und tragend. Donhausers Schriftwerk ist Kunst in Reinform – nicht in Reimform - sie behandelt das Entstehen und Vergehen der Natur. Das Erblühen und Verblühen, das Erleben und Ableben. Dabei wirken seine Texte befremdlich sanft, gutmütig und haben doch nur eines zum Inhalt: Die Natur. Donhauser, der die deutsche Übertragung von Charles Baudelaires "Fleurs du Mal" zu seinem Thema gemacht hat, verbindet Leben und Tot in der komprimiertesten Art die es gibt und nennt alles zusammen Variationen in Prosa.

Mit Variationen in Prosa und Variationen im März überschreibt Donhauser seinen zweigeteilten Band. Dem ersten stellt er ein Zitat Leonardo da Vincis voran, dem zweiten Teil eines von Xenophanes. Notwendig wäre das nicht, schreibt Donhauser doch selbst ausgesprochen blumig, aber beide Textzeilen passen perfekt, verbinden sich mit Donausers Versen.

Der Germanist und Romanist Donhauser hat seinen scheinbar ganz eigenen Sprachstil entwickelt. Den hält er gekonnt durch - von der ersten bis zur letzten Zeile. Wie auch den Rhythmus, der zu schwingen scheint. Elegant, wie eigentlich das ganze Bändchen, randvoll gefüllt mit schönen Worten.

Donhausers Zeilen, die sich nicht reimen, bestehen stets aus nur einem Satz. Anfang, viele Komata. Punkt. Ende. Der Autor lehnt eine sprachliche Routine ab, ist nicht seins, dafür aber syntaktische Verschiebungen und Variationen im Tempo. Er nutzt die viel gerühmte dichterische Freiheit, lässt Sätze mit "Und" beginnen, was jeden Deutschlehrer den Rotstift ansetzen lässt. Wer Gedicht denkt, meint nicht Gedicht. Nicht im klassischen Sinne. Donhauser macht, das über Blumen, schöne und traurige Dinge gesagt und über Gefühle wieder sinniert werden darf:

 

"Und hieß es auch, dass litt uns nicht dies Le-
ben, da es ohne Gleichnis war, wenn ausgelie-
fert dem Vergessen blühte oder müde sank das
Sommerlaub, das leise wankte im Geäst, und
sehnlich uns umfing, was Anmut bald wie Ab-
schied war und lispelnd sprach, als wäre sanft
und ahnte schon, dass noch zu sein wie einst,
da wir in Zimmern fanden uns, war fern wie
jene Tulpen, die als Strauß um eine leer Mitte
schlingern ließ, was sich entzog und Duft dann
war und nahe als ein Traum."

 

In Anbetracht moderner Texte – egal ob Lyrik oder Romanform – sind Donhausers Worte eine Wohltat. Sie schmerzen nicht beim Lesen. Sie sind einfach. Einfach schön und wiegen dabei doch so schwer. Sie sind tiefgründig, nicht eine Zeile oberflächlich, was sicher schwer zu verfassen ist, weil unglaublich viel dargestellt wird, eben in den wenigen Zeilen. Wer einen Roman schreibt, von vielleicht 600 Seiten, hat Platz. Den hat Donhauser sich nicht gegönnt. Gut so. Es ist was es ist, ein wunderschöner Prosaband.

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