Victor Hugo und die Versuchung des Unmöglichen

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Madrid: Alfaguara, 2004, Titel: 'La tentacíon de lo imposible', Seiten: 223, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006, Seiten: 199, Übersetzt: Angelica Ammar
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Wer war Victor Hugo? Ein Ozean! ist Vargas Llosas erste, emphatisch staunende Antwort. Ein Gebirge, ein Kontinent: Wie anders ließe sich auch sein riesiges Romanwerk Les Miserables (Die Elenden) fassen, das sich in lauter Gegensätzen, Widersprüchen, Extremen auftürmt? Und mitten darin der maßlos ausufernde, von seinem Olymp donnernde Erzähler, der nicht identisch ist mit dem Autor und doch unverkennbar dessen Zügeträgt. So beginnt Vargas Llosas Großessay mit einem lebhaften Porträt des Autors als Titan, als"göttlicher Stenograph". Dem Monströs-Vormodernen und Überzeitlich-Verführerischen des Romans nähert sich Vargas Llosa in acht Kapiteln und Schritten. Was macht es, daß dieses Werk mit all seinem Überschwang und seinen nicht erst dem heutigen Auge so sichtbaren Makeln oder Absonderlichkeiten nach über hundertfünfzig Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat? Vargas Llosa, der Lektüre des Romans verfallen, seit er ihn als unglücklicher Zögling der Kadettenanstalt in Lima zum erstenmal las, blickt dem großen Kollegen sehr genau über die Schulter. Der Leser gewinnt dabei nicht nur ein anschauliches, höchst aufschlußreiches Bild von einem der prägenden Werke der Weltliteratur, er bekommt auch den Anstoß, die zwei Stufen leidenschaftlicher Lektüre zu gehen: sich erfassen zu lassen - und nachzufragen.

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