Der Lavendelgarten

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2013, Seiten: 512, Übersetzt: Sonja Hauser
  • London: Pan, 2012, Titel: 'The Light Behind the Window', Originalsprache

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Ein Herrenhaus in der Provence, eine adelige Familie und eine schicksalhafte Liebe in dunklen Zeiten.

Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …

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Letzte Kommentare:
26.01.2016 18:31:54
Janine2610

Mein sechstes Buch von Lucinda Riley war mal wieder ein Erlebnis; ein absolutes Wohlfühlbuch. Ich habe es in einer Leserunde mit 4 anderen Bloggerkolleginnen gelesen, und wir waren alle mehr oder weniger ziemlich begeistert vom Lavendelgarten. Dass uns die Autorin mit ihren Familiengeheimnisgeschichten von der ersten Seite an vollständig fesseln kann, beweist sie auch mit diesem Buch wieder vollständig.

Die Geschichte baut auf zwei Erzählsträngen auf. Beginnen tut das Ganze im Jahre 1999 mit Emilie und dem Tod ihrer Mutter Valérie. Emilie ist in eine reiche und außergewöhnliche Familie hineingeboren worden, die reichlich spannende Geheimnisse zu bieten hat. Emilie erfährt aber erst nach und nach, als sie blöderweise schon einen Fehler begangen hat, dass es da einiges zu entdecken gibt, was die Vergangenheit ihrer Familie betrifft.

~ Emilie war sich schmerzlich bewusst, dass sie nicht den Glamour ihrer Vorfahren
besaß. Obwohl sie in eine außergewöhnliche Familie hineingeboren
worden war, hatte sie nur den Wunsch, ganz normal zu erscheinen. ~
(S. 34)

Der zweite Erzählstrang spielt in den beiden Kriegsjahren 1943/44. Die Hauptperson dieser Zeitebene ist da aber erst mal die Großmutter von Sebastian, Emilies kürzlich angetrautem Ehemann.
Man fragt sich hierbei dann schon, weil Lucinda Riley in den vergangenen Zeitebenen ja meistens eine verwandte Person der Protagonistin aus der Jetztebene erzählen lässt, ob die Großmutter von ihrem Mann nicht mit Emilie verwandt sein könnte ... Das würde in weiterer Folge ja heißen, das Emilie und ihr Mann Sebastian blutsverwandt sind ...

Ob dem so ist oder nicht, verrate ich hier natürlich nicht. Es gibt jedenfalls wieder eine Menge zu Rätseln und Spekulieren. Langweilig wird es auf keiner einzigen Seite. Die Autorin schreibt so spannend, mitreißend, einfach einmalig fesselnd! Dass sie zu meinen Lieblingsautorinnen zählt, ist völlig klar.

~ "... wie soll man die Gegenwart verstehen, wenn man nichts über die Vergangenheit weiß?" ~
(S.273)

Anfangs war mir Emilie noch nicht besonders sympathisch. Ihr Verhalten war mir unverständlich, einfach irgendwie zum Kopf schütteln. Als dann aber der zweite Erzählstrang mit Constance, Sebastians Großmutter, gestartet hat, habe ich mich völlig in der Geschichte verloren. Darin ging es erst um die Ausbildung zur Agentin und die Gefahren und Verluste, die das mit sich bringen kann. Und danach der Wechsel zu Emilie ins Jahr 1999, empfand ich dann aber trotzdem als sehr positiv, denn auch da ging es dann ziemlich spannend zu.

Die Autorin schafft es, uns Leser ganz erfolgreich an der Nase herumzuführen, weswegen ich ja auch so ein großer Fan ihrer Bücher bin: man denkt sich erst immer, dass es so sein muss, dann entpuppt sich aber meist, dass es tatsächlich ganz anders ist ... Diese Begabung zur Irreführung und der anschließend verblüffenden Enthüllungen habe ich auf diese Weise bisher nur bei Lucinda Riley kennengelernt, und verblüfft mich jedes Mal aufs Neue.

10.09.2013 16:15:13
Sagota

Die Handlung dieses Romans spielt auf 2 Zeitebenen (1999 und in den Jahren des II. Weltkrieges); Schauplätze der Handlung sind England (Yorkshire) und Frankreich (Provence).
Es gibt interessante Parallelen zwischen beiden Handlungssträngen, die logisch eingebettet in einer Geschichte erscheinen, nicht störend, eher fesselnd für den Leser sind....
Die meist symphathischen Protagonisten werden psychostudienmäßig gut ausgeleuchtet.
Nach dem Vorgänger ging ich mit etwas zwiespältigen Gefühlen an den "Lavendelgarten" heran; musste aber feststellen (und war positiv überrascht), dass dieses Buch sehr lesenswert ist: Die Autorin hat sich m.E. gesteigert und vom Klischeehaft-Trivialen in weitaus tiefgründigere Gefilde begeben!
Beachtenswert fand ich die Beschreibung des Agentendaseins in den finsteren Zeiten des 2. Weltkrieges in Frankreich (Résistance) und GB, die - Verhaftung, Folter und Tod nahe - trotz gefährlichen Risiken wichtige Aufgaben des Widerstands gegen das Naziregime durchführten. Dieses "mise-en-scène" hat mich beeindruckt und gefesselt.
Fazit:
Wenn auch manches etwas "absehbar" (so der Schluss...), fühlte ich mich bestens unterhalten und vergebe für diesen lesenswerten Familienroman 95 Grad.
Ich freue mich auf weitere Romane dieser Autorin!