Das Fest des Ziegenbocks

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Madrid: Alfaguara, 2000, Titel: 'La fiesta del chivo', Seiten: 518, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2001, Seiten: 538, Übersetzt: Elke Wehr
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002, Seiten: 538, Übersetzt: Elke Wehr
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008, Seiten: 538, Übersetzt: Elke Wehr
  • Berlin: Suhrkamp, 2011, Seiten: 832, Übersetzt: Elke Wehr
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Im eisigen Zentrum von Mario Vargas Llosas jüngstem Roman steht die nur allzu reale Gestalt des Generals Leónidas Trujillo, genannt "Der Ziegenbock". Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern: Er zeigt die Verführung der Macht ebenso wie die seelischen Verkrüppelungen, die ein korruptes Gewaltregime bei Opfern und Tätern anrichtet. Allen gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, daß die Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exiljahren nach Santo Domingo zurückkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senatspräsident und Günstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren Vorwürfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür - und an ein ungeheuerliches Geschehen. Mit ihr kehren wir zurück ins Jahr 1961, als die dominikanische Hauptstadt noch Ciudad Trujillo heißt. Dort herrscht ein Mann, der nie schwitzt, mit absoluter Macht über drei Millionen Untertanen, nackte Gewalt ausübend, wo sie ihm nutzt, Charme und intellektuelle Überlegenheit ausspielend, wo er die Gebildeten und die Oberschicht ins Kalkül zieht. Uranias Vater ist da nur eine Schachfigur im perfiden Spiel des Diktators. Während der "Große Wohltäter", der fast das ganze Land in seinen persönlichen Besitz gebracht hat, Militär, Kirche, amerikanische Botschaft im Schach zu hal ten vermeint, sind seine Attentäter längst unterwegs - ohne ihrerseits zu ahnen, dass in ihrem Rücken ein machiavellistischer Machtwechsel im Gange ist. Im eisigen Zentrum von Vargas Llosas Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General L. Trujillo, genannt "Der Ziegenbock". Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern. Den Verschwörern mit ihrer brennenden Begierde, ihren Demütiger zu beseitigen, den intelligenten Politschranzen und den Opfern gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, dass diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.

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