wider die wiesel

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Ostheim/Rhön: Peter Engstler, 2013, Seiten: 52, Originalsprache

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Britta Höhne
Mit Wieseln wieseln oder mit Mopsen hopsen!

Buch-Rezension von Britta Höhne Sep 2013

Für Pedanten ist das nichts. Eher für Wortspieler und Sprachakrobaten. Für Sucher, Finder, Neunutzer, für Rück- und Weitsichtige, für Spieler auch. Ganz besonders für die. Denn: Ulf Stolterfoht umtänzelt die Sprache in seinem Gedichtsband "wider die wiesel". Ernst nimmt er sie nicht, die Sprache oder aber doch sehr.

Noch niemals in der Literatur wurde dem flinken Wiesel ein derartiges Denkmal gesetzt. Wenngleich der Autor sich auch durchgehend weigert, dem Wiesen ein großes "W" zu verpassen. Aber, wen interessiert das noch in Zeiten von Kurzmitteilungen, in Zeiten, in denen Zahlen ganze Silben ersetzten: 2 fast 4 you.

Stolterfoht spielt. Ganz geschickt. Lässt Wörter sich reimen, die keine gemeinsame Basis haben, die entliehen sind, einer anderen Sprache. Das sind viele, nur wurden sie längst eingedeutscht. Der "Duden" ist Meister darin, irgendwann auch die absurdesten etwa englischen oder amerikanischen Begriffe, oder Wortkonstruktionen in sich aufzunehmen.

Doch zurück zu den Wieseln. wieseln. Stolterfohts Heftchen aus dem Peter Engstler-Verlag gleicht einem Experiment. Einem der Computer-Übersetzung von Sprachen. Wer eines dieser Programme wählt, elektronisch übersetzen lässt, erhält oft Resultate, die einen laut loslachen lassen, der verqueren Sätze wegen. "Hier stimmt ja fast gar nichts", heißt ein großartiges Kinderbuch von Ralf Butschkow, in dem Anker am Angelhacken hängen, der Bagger anstelle der Schaufel eine Hand aufweist und Karotten an den Bäumen wachsen. Bei Stolterfoth hingegen entstehen Sätze wie: "die hälfte mean, die andere von aberdeen." Oder: "für die zeit zwischen mutter und made..." Was sich liest wie das englische "gemacht". Oder die deutsche Made.

wider die wiesel lässt alles offen. Es ist mehr als nur ein Buch mit offenem Ende. Davon hat es ganz viele und doch fügt es sich zu einer wunderbaren Geschichte, Gedichte, Lied, Lesung zusammen. Eine Fülle an Inhalt, eine Fülle an skurriler Ideen lassen Gedanken vergessen, das eine Sprache unvermischt sein sollte. Ursprünglich. Der Mix macht die Musik und das ist Stolterfoth ganz großartig gelungen. Ein Beispiel?

 

oh wiesel du bist klein und schlank
und ewig dir wir jagen, mit hund
und katz und snappish trap, doch du
entkommst ein teufelsbrat, ein schelm!
ein terror ist dein loch, so frettchenarg,
daß differenz, wenn überhaupt, dann kaum.
oh wiesel! Wir wissen um dein weinen,
ein dieb bist du, nordöstlicher coyote,
mit glänzig fell, höchst unwürdigen tier.
und wenn du sitzt, am grübeln bist, die
tricksy studien des tages, dann bitten wir um
kenntnissnahme: dies schmäh wir sagen dir.

 

Der Autor selbst sagt, seine Texte seien weniger die Beschäftigung mit den Problemen der eigentlichen Übertragungsarbeit, als viel mehr eine Auseinandersetzung mit der google-Übersetzungsmaschine. Kein neuer Kunstgriff sagt Stolterfoth, aber einer der überzeugend daneben ist. Am Ende ging es nicht mehr um die eigentliche Übertragbarkeit der Texte, sondern viel mehr um die Sagbarkeit.

Stolterfoths Dank an den Verleger Peter Engstler ist berechtigt. Nicht viele Verleger trauen sich, Bücher dieser Couleur in ihrem Programm aufzunehmen.

Forschen und Basteln sie weiter Herr Stolterfoth, auch wenn das Abschreiben ihrer Gedichte jedes Computerprogramm mit Rechtschreibkontrolle ins Ungemach stürzt. Allein der Kleinschreibung wegen.

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