Unter dem Deich

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Amsterdam: De Arbeiderspers, 1988, Titel: 'De steile helling', Seiten: 223, Originalsprache
  • München: Piper, 2013, Seiten: 272, Übersetzt: Gregor Seferens

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Britta Höhne
Anzündergruppe beschäftigt freiwillige Feuerwehr

Buch-Rezension von Britta Höhne Jul 2013

Maarten 't Hart ist ein verlässlicher Schreiber. In feiner Regelmäßigkeit tritt er zu Tage und präsentiert eines seiner neuen Bücher. Diesmal jedoch ist sein neues ein altes Werk. Bereits 1988 erschien Unter dem Deich in den Niederlanden. Jetzt erst hat das Buch seinen Weg auf den Deutschen Buchmarkt gefunden. Und sicher ist, es wird – wie in den Niederlanden – auf viele begeisterte Leser treffen.

Plätschert der Roman, den 't Hart zwischen einen topografischen Pro- und Epilog eingebettet hat, zunächst seicht dahin, steigt die Spannung zur Mitte des Buches. Der Autor, 1944 in Maassluis bei Rotterdam geboren, ist ein feiner Beobachter. Einer, der die Menschen bloß stellt – wenn er möchte – oder ihnen Grazie verleiht, auch nur wenn er möchte. Bis zur Mitte des Buches bestechen eher die kleinen, feinen Spitzen, die er seinen Protagonisten in den Mund legt, als das große Ganze. So wird etwas dem jungen Onderwater am Tage seiner Hochzeit vom Vater mitgeteilt:

 

"Schlafe nie morgens mit deiner Frau, im Laufe des Tages kann dir immer noch Besseres begegnen."

 

Was klingt wie billige Küchenphilosophie zieht sich durch das gesamte Buch. Fein dosiert. Und garantiert jeder bekommt einen auf den Deckel. Da sind die, die oben wohnen, die, denen es gut geht und da sind die, die unten wohnen, unter dem Deich. In einem Straßenzug zudem, der saniert werden soll. Die von oben verachten die von unten, die von unten wollen nach oben. Geschichten, wie sie sich vielerorts wiederholen.

Die durchaus begabte Clazien wohnt unter dem Deich. Einem Elendsviertel. Sie ist klug, hat Ehrgeiz, will ihr Zuhause verlassen, in dem nicht einmal Platz ist, um in Ruhe Hausaufgaben zu machen. Irgendwann heiratet sie den ruhigen Piet, sie eröffnen ein Geschäft. Clazien jedoch ist nicht glücklich. Sie will ausbrechen aus ihren Verhältnissen, will nicht einsehen, dass es denen da oben gut geht und ihr da unten nicht. Irgendwann trifft sie Jan. Er ist Lehrer. Neu in der Stadt. Sie verlieben sich, die junge Frau verlässt Piet zieht zu Jan und sie bekommen ein Kind. Jan allerdings lässt seine Frau wissen, das ihre Herkunft eine andere ist. Er betrügt sie mit ihrer besten Freundin, einer, die den Glamour kennt, Paris, Mode, Schickimicki.

Clazien kämpft einen ungleichen Kampf. Sie ist wer sie ist und erkennt erst spät, das ihre Kindheit nicht die Schlimmste war. Ein wenig erinnert dieser Teil der Geschichte an Janoshs Oh, wie schön ist Panama. Darin begreifen der kleine Tiger und der Bär auch erst, wie schön ihre Heimat ist, nachdem sie andere Orte gesehen haben. Ähnlich ergeht es Clazien. Erkennt sie doch an, dass auf ihrem Weg nicht alles schlecht war. Nicht einmal ihr Ehemann Piet, der bis zum Schluss der Scheidung nicht einwilligen will.

Maarten 't Hart schreibt seine Geschichte mit einem lachenden Auge. Und einem beobachtendem. Und genau das macht die Mischung aus. Hält er der Gesellschaft doch einen Spiegel vors Gesicht, sagt "schaut her, so hässlich könnt ihr sein", vergisst dabei aber nicht, auch über das Leben zu lachen. Besonders amüsant ist das Kapitel über "Die Brände" gelungen. Werden doch während der Neujahrsversammlung der freiwilligen Feuerwehr drei Anzünder nominiert, deren Rolle nicht wirklich klar ist. Klar ist nur, drei Mal brennt es im Ort und drei Mal steht das Feuer im Zusammenhang mit den drei Männern aus der Anzündergruppe.

Ein kleiner feiner Roman mit viel Humor und unweigerlich mit zahlreichen Sätzen, über die es nachzudenken gilt. Heißt es nicht im Volksmund: "Schuster bleib bei deinen Leisten"? Vielleicht ist doch ein Fünkchen Wahrheit dran!

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