Und wenn es die Chance deines Lebens ist?

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Köln: Ehrenwirth, 2013, Seiten: 272, Übersetzt: Karin Meddekis

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Rita Dell'Agnese
Mit der Vergangenheit abschließen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2013

Mit Frédérics Glück scheint es zu Ende zu gehen – eben noch konnte den erfolgreichen Pariser Anwalt kaum etwas stoppen, nun steht er mit dem Rücken zur Wand. Nicht nur, dass ihm sein lukrativster Mandant durch ein Versäumnis von Frédérics Assistentin Pétronille abspringt – ihm sitzen auch die Gläubiger im Nacken. Denn der Anwalt liebt exklusive Landschaftsbilder, die jedoch ihren Preis haben. Da wird Frédéric zum Erben eines unbekannten Mannes bestimmt. Anstelle des erwarteten Vermögens bekommt Frédéric allerdings nur eine Schatzkarte und ein paar Fahr- sowie Eintrittskarten geschenkt. Gegen seine Überzeugung, dass er hier für dumm verkauft wird, mach sich der Anwalt auf die Schatzsuche. Er stößt dabei auf verschiedene Menschen, die ihm die Augen zu sich selber öffnen. Auch seine Assistentin Pétronille ist in die Schatzsuche eingebunden, ohne aber zu ahnen, worum es eigentlich geht. Sie, die schon längst heimlich für Frédéric schwärmt, kommt dem Geheimnis auf die Spur, behält es aber aus Enttäuschung über die unerwartete Entlassung für sich. So muss Frédéric ganz alleine auf die Spur des Schatzes kommen – und dabei mit seiner Vergangenheit abschließen, um offen für die Zukunft zu werden.

Caroline Vermalle hat eine unvergleichliche Art, Lebensweisheit in eine Geschichte zu packen, und die Leser auf eine berührende Weise auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben aufmerksam zu machen. Wie immer stehen im Zentrum ihres Romans auch Menschen, die am Ende ihres Lebens angekommen sind und sich mit ihrer Vergangenheit aussöhnen wollen. Aber anders als in ihren bisherigen Romanen setzt Vermalle bei diesem Werk stärker auf die jüngeren Protagonisten, die dabei sind, ihre Weichen für die Zukunft zu stellen. Sie werden mit den Lebensweisheiten konfrontiert und können daraus durchaus ihren Nutzen ziehen, sobald sie erkannt haben, welchen Schatz sie auf diese Weise geboten bekommen. Damit offenbart die Autorin ihre Verbundenheit mit älteren Menschen, ohne jedoch sich in Wiederholungen zu verlieren.

Die persönlich geprägte Schatzsuche, die dem ehrgeizigen Frédéric einen Spiegel vor Augen hält und ihn nicht nur mit angenehmen Gedanken konfrontiert, ist durchaus überzeichnet und nicht ganz realistisch angelegt. Dennoch will der Leser daran glauben, dass alles so abläuft, wie es Vermalle erzählt. Denn damit bekommt er die Chance, an das Gute zu glauben und die spezielle Atmosphäre des Buches tief in sich aufnehmen. Caroline Vermalle gelingt es, die Aussöhnung Frédérics mit dem Leben und seiner Vergangenheit zu einem persönlichen Erlebnis der Leser zu machen und ihnen so ebenfalls Glücksmomente zu schenken. Das tut sie in einer süffigen Sprache, der eine große Portion augenzwinkernder Humor beigemischt ist. Allerdings birgt dies auch die Gefahr, dass die Leser sich vom leichten Stil wegtragen lassen und die eigentlichen Feinheiten der Geschichte darin untertauchen. Es lohnt sich durchaus, bei diesem Roman genauer hinzusehen. Denn die Themen, die Vermalle in die Geschichte wie beiläufig einfließen lässt, sind nicht ohne. Dabei rührt die Autorin immer wieder an das Thema Toleranz. Sie macht sichtbar, wie mangelnde Toleranz einen Rattenschwanz von Fehlentscheidungen nach sich ziehen kann und viele Menschen über Jahrzehnte hinweg unglücklich macht. Ein weiterer Themenbereich, der sich hier deutlicher als sonst manifestiert ist die Selbstverantwortung, verbunden mit dem Umsetzen eigener Träume.

Caroline Vermalles Plädoyer für Toleranz und mutigem Einstehen für die eigenen Träume liest sich locker und überzeugend. Die Autorin bleibt ihrem bisherigen Stil weitgehend treu, öffnet aber den Themenkreis leicht.

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Letzte Kommentare:
23.03.2015 07:16:09
2fast4u

Wie der Titel schon verrät, ist dies ein Buch mit einer Botschaft, die recht dick aufgetragen herüberkommt. Eingebettet ist sie in eine federleichte, typisch französisch erzählte Geschichte, die in eine Rückblende eingekleidet ist: Oskar erinnert sich (einem Engel gegenüber!- das kann man mögen oder nicht...), und ganz am Schluss wird auch klar, wer Oskar eigentlich ist.
Der kühle, bindungsunfähige Anwalt Frederic Solis erbt von jemandem, den er gar nicht kennt, eine Schatzkarte, die ihn auf eine Reise schickt; diese Geschichte ist nicht neu und entwickelt sich irgendwie auch genauso weiter, wie man es von Geschichten dieser Art erwartet. Das liest sich angenehm, wenn man sich darauf einlassen möchte. Die teilnehmenden Figuren sind symphatisch und gut, es gibt einige Entdeckungen auf dem Weg, und am Ende geht alles irgendwie gut aus.
Irgendwie aber doch Geschmackssache, wer Mitch Alboms Bücher mochte, ist auch hier richtig.

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