Das italienische Mädchen

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • London: Schuster & Schuster, 1996, Titel: 'Aria', Originalsprache
  • München: Goldmann, 2014, Seiten: 560, Übersetzt: Sonja Hauser
  • München: Der Hörverlag, 2015, Übersetzt: Simone Kabst, Bemerkung: gekürzte Ausgabe

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Janine Brandstetter
Eine Besessenheit, die blind macht.

Buch-Rezension von Janine Brandstetter Mai 2013

Liebe ist wohl eines der schönsten menschlichen Gefühle überhaupt und führt in den meisten Fällen zu positiven Handlungen und wundervollen Momenten. - Eine Liebe dieser Art ist selbstlos und alles annehmend und ruft im Normalfall auch jede Menge Verständnis und Akzeptanz hervor. Auf der anderen Seite gibt es allerdings noch die egoistische, ausschließlich auf sich selbst bedachte Liebe, die auf Dauer nicht guttut - weder dem Umfeld noch einem selbst. Bei Rosanna Menici, der Protagonistin im vorliegenden Buch, hatte genau so eine Liebe die Folge, dass diese junge begabte Frau mit der Zeit blind geworden ist für alles und jeden um sich herum. Und auf diese Weise hatten einige Menschen, die ihr sehr wichtig waren, das Nachsehen und letztlich hat sie damit nicht nur viele Leute vor den Kopf gestoßen, sondern auch noch zugelassen, dass jemand in ihrer Familie einen ernsthaften Schaden davonträgt.

 

"Liebe. Eine Liebe, so mächtig, dass sie mich für alles andere blind gemacht hat." (S. 539)

 

Wenn man bedenkt, dass wir Rosanna schon als junges liebes Mädchen im Alter von elf Jahren kennenlernen, sie bis ins Erwachsenenalter lesend begleiten und sie immer nur als sehr warmherzig und gutmütig erleben, wirkt ihre Entwicklung mit steigender Seitenzahl, je mehr sie sich in diese zerstörerische Liebe fallen lässt, ziemlich tragisch auf den Leser. Es mag sein, dass gewisse Menschen einem nicht guttun, das jedoch auch zu erkennen, fällt nicht immer leicht.

Rosanna liebt Roberto und er sie scheinbar auch - derweil hat der gute eine bewegende (Frauen-)Vergangenheit, die jede vernünftige Person eigentlich hellhörig machen sollte, hinter sich. Aufgrund von Robertos Leichtlebigkeit und Vorliebe für die körperlichen Genüsse, hätte Rosanna ahnen müssen, dass sie eventuell verletzt werden könnte. Ihr Umfeld hat sie genau davor ja auch  gewarnt, aber in ihrer Blindheit wollte sie davon nichts wissen ...

Ich habe zwischen den Zeilen gelesen, dass Rosanna ebenso eine sehr unsichere Seite hat, sie erschien mir teilweise zu wenig von sich selbst überzeugt, hatte kaum Selbstbewusstsein. Dass sie sich mit einem solchen Wesen noch eher zu stark an einen Menschen hängt, den sie liebt, ist nur zu verständlich. Kurzfristig wirkt es sogar so, als wäre sie regelrecht besessen von Roberto. Doch der war leider sehr ungesund für sie und hat fast nur ihre schlechten Seiten zum Vorschein gebracht ...

 

Heute ist mir klar, dass man jemanden aus ganzem Herzen lieben kann, der nicht gut für einen ist. (S. 445)

 

Rosannas Weg der Erkenntnis hat vergleichsweise lange gedauert. So lange, dass bereits etwas Schlimmes passieren musste, um ihr die Augen zu öffnen. Aber ist es nicht meist so? - Lernt man nicht erst, wenn man den Fehler gemacht hat und es schon (fast) zu spät ist?

Glücklicherweise ist es nicht in jedem Fall kurz vor knapp, aber vielleicht, wenn man sich das vor Augen führt, sollte man im Leben wirklich wesentlich öfter auf die Meinungen und Ansichten Außenstehender wert legen.

Dieser Roman bietet nicht nur eine fesselnde Geschichte mit großem Unterhaltungswert, sondern auch, wenn man die Botschaft erkannt hat, die die Autorin damit rüberbringen wollte, jede Menge Stoff zum Nachdenken.

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Letzte Kommentare:
23.12.2014 19:22:44
Mohnblume

Sehr einfühlsam schildert die Autorin Lucinda Riley , das Leben einer Opernsängerin. Der ganze werdegang , die Jahrelange Ausbildung ,
wie mühevoll und Entbehrungsreich so ein Weg ist. Man wirft einen Blick hinter die glitzernde Bühnenwelt der Opernhäuser. Ein spannendes , lehreiches Buch. Schön das man es wieder entdeckt hat. Ein Buch das einem verzaubert .

Rosanna ist 11 Jahre alt , als der berühmte OpernsängerRoberto Rossini sie auf einem
Familienfest entdeckt , wo sie das Ave Maria singt. Er empfiehlt sie seinem alten Lehrer. Unterstützung findet sie bei ihrem Bruder . Sie schafft es nach 6 Jahren mühevoller Ausbilung an die Mailänder Scala , wo sie eines Tages
für eine Opernsängerin einspringt. So beginnt ihr Siegeszug durch die Welt.
Roberto und sie werden ein Paar , aber diese Große Liebe steht unter keinem Guten Stern. Zuviel wird sie von Roberto enttäuscht, und es gibt da noch etwas in Probertos vergangenheit , das er ihr verschweigt. Ein dunkles Familiengeheimnis . Ob es ans Licht kommt ........