Die Liebe in Grenzen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2013, Seiten: 272, Originalsprache

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Kathrin Plett
Menschliche Grenzen und verbotene Liebe

Buch-Rezension von Kathrin Plett Mai 2013

AbsatzAustherapiert: Ein hoffnungsloser Fall ohne große Aussicht auf Besserung mit einem chronischen Krankheitsverlauf. Diese Diagnose trifft auf die meisten Bewohner der psychiatrischen Wohngemeinschaft "Goldbachmühle" zu. Kein Wunder, dass der Ruf des Sanatoriums in dem kleinen Dorf nicht besonders gut ist, da psychische Erkrankungen immer noch auf wenig Verständnis innerhalb der Bevölkerung stoßen und mit vielen Vorurteilen belegt sind. Auch Katia Werner hatte in ihrem bisherigen Leben - außer eines kurzen Besuchs in der geschlossenen Abteilung - keine Vorstellung von der Arbeit in derartigen Einrichtungen. Das soll sich schnell ändern, als sie dort als Betreuerin anfängt.

Katia Werner ist Mitte zwanzig und hat bisher ein eher unkonventionelles Leben geführt. Aufgewachsen bei ihrem Vater hatte sie eine ziemlich bewegte Jugend. Nur Dank seiner Beziehungen  konnte sie ihr Studium der Sozialpädagogik an einer Hamburger Fachhochschule fortsetzen, nachdem sie wegen Drogenkonsums von einer anderen Hochschule geflogen ist. Für den endgültigen Abschluss ihrer Ausbildung fehlt ihr nun jedoch noch eine Stelle, um ihr Anerkennungsjahr zu absolvieren. Da weder ihr Aussehen noch ihre Auffassung von Erziehung mit den Erfordernissen der meisten Einrichtungen übereinstimmt, bewirbt sie sich schließlich in der "Goldbachmühle", einem "Rehabilitationshaus für psychiatrieerfahrene Menschen" und wird prompt genommen. Dass das Zusammenleben der vielen verschiedenen Persönlichkeiten ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat, ist nur eine der vielen Überraschungen, die sie dort erlebt. Besonders fasziniert ist sie jedoch von Konrad, einem der Bewohner, der sie nicht nur durch sein geheimnisvolles Auftreten in seinen Bann zieht, sondern auch eine Sonderstellung im Haus zu besetzen scheint. Immer mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen, immer mehr gerät sie in einen Konflikt zwischen Liebe und beruflicher Professionalität.

Veronika Peters, geboren 1966 in Gießen, verbrachte ihre Kindheit in Deutschland und Afrika. Im Alter von fünfzehn Jahren verließ sie ihr Elternhaus, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin. Sie arbeitete in einem psychiatrischen Jugendheim, bis sie 1987 in ein Kloster eintrat, wo sie beinahe zwölf Jahre verbrachte. Heute ist Veronika Peters verheiratet, hat eine Tochter und lebt als freie Autorin in Berlin.

Nein, Die Liebe in Grenzen ist kein Fortsetzungsroman von Veronika Peters Roman Das Meer in Gold und Grau, auch wenn dem ein oder anderen die Protagonistin Katia Werner aus eben diesem Buch bekannt vorkommen könnte. Vielmehr beschreibt Die Liebe in Grenzen die Vorgeschichte zu Katia Werners Situation und erzählt, wie es der jungen Frau zuvor ergangen ist. Katia Werner beginnt in der Geschichte ihr Anerkennungsjahr in einer psychiatrischen Einrichtung für Menschen, denen in der Klinik oder in herkömmlichen Therapien nicht mehr weitergeholfen werden konnte. Dabei trifft sie nicht nur auf außergewöhnliche Charaktere, sondern stößt schließlich auch an ihre eigenen Grenzen, als sie sich in einen ihrer Schutzbefohlenen verliebt und mit ihm eine Beziehung eingeht.

Veronika Peters, die selbst als Erzieherin in diesem Bereich tätig war, erzählt die Geschichte aus der Sicht Katias, so dass nicht nur die äußere Handlung, sondern auch die Gefühle und Gedanken ihrer Protagonistin deutlich werden. Auf diese Weise gelingt es schnell, sich mit der jungen Frau zu identifizieren und sich in den Roman hineinzuversetzen. Einfühlsam und behutsam geht Peters auf die übrigen Personen ein, denen Katia bei ihrer Arbeit begegnet und denen sie anfangs nicht ganz vorurteilsfrei gegenüberstand. Wie bereits im Titel erwähnt, spielen "Grenzen" eine große Rolle im Roman. Nicht nur die Grenzen der Liebe, auch die Grenzen der Gesellschaft, zwischen normal und krank, zwischen Betreuern und Betreuten oder zwischen Gefühl und Verantwortung. Auch wenn der Roman sprachlich einfach und gut zu lesen ist und die Thematik auf den ersten Blick an eine reine Liebesgeschichte erinnert, hat er dennoch Tiefe und lädt zum Nachdenken ein. Strukturell wirkt die Handlung durch Zeitsprünge teilweise etwas unübersichtlich und auch der Schluss ist mit dem Wissen, dass es sich um die Vorgeschichte zu einem weiteren Buch handelt, etwas kraftlos.

Alles in allem ein lesenswerter Roman, der zwar leichte Schwächen aufweist, aber dennoch durch seine einfühlsame Erzählweise und interessante Figuren punktet.

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