Gleis 4

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • München: Luchterhand, 2013, Seiten: 224, Originalsprache

Couch-Wertung:

85

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Britta Höhne
Aus Afrika bekam man kein Geld, nach Afrika schickte man welches.

Buch-Rezension von Britta Höhne Mai 2013

Isabelle Rast ist eine ganz normale Frau, wie auch immer normal definiert werden kann. Getrennt zwar, alleinerziehend, aber scheinbar glücklich und keineswegs mit sich hadernd. Gerade erst wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen, die Gallensteine wurden entfernt, und nun plant sie, ihrer Freundin in den Urlaub nach Stromboli nachzureisen. Aus der Reise jedoch wird nichts. Ein Tod durchkreuzt die Pläne. Der Tod eines Mannes, dessen unbekanntes Leben Isabelle fesselt. Franz Hohler, gerade erst hat der Schweizer seinen 70. Geburtstag gefeiert, legt mit Gleis 4 wieder einen dieser feinen, sensiblen Romane vor, die dennoch an so mancher Stelle mit giftigen, galligen Überraschungen aufwarten.

Der Einstieg ist der Ausstieg: Ein Mann fragt am Bahnhof eine Frau, ob er ihr den Koffer abnehmen könne. Oberhalb der Treppe bricht der Mann zusammen und ist tot. Isabelle Rast, ihr gehörte der Koffer, macht sich Vorwürfe. Der Koffer sei zu schwer gewesen, der Mann habe sich überanstrengt, hätte sie sich selbst geholfen, wäre sie ein Mann? Isabelle ist verwirrt, wird von der Polizei befragt und steckt nichts merkend die Mappe des unbekannten Toten ein. Der Inhalt: Eine Zeitung und ein Handy.

An Urlaub ist fortan nicht mehr zu denken. Isabelle fühlt sich elend, noch elender, als das Handy klingelt. Anruf für einen Toten. Isabelle kontaktiert ihre Tochter Sarah, die eigentlich mit sich selbst sehr viel zu tun hat: Erwachsen werden, studieren, Leben organisieren, sich ständig fragen, warum sie sich so gar nicht afrikanisch fühlt, obwohl ihr Vater aus der Republik Mali stammt. Junger Assistenzarzt sei er damals gewesen, in Genf. Als Isabelle erfuhr, dass er bereits Frau und Kinder hatte, war es "zu spät". Sie war schwanger. Isabelle stellt keine Anforderungen, zieht ihre Tochter alleine groß und vertritt den Standpunkt:

"Aus Afrika bekam man kein Geld, nach Afrika schickte man welches."

Tochter Sarah indes sucht verzweifelt ihre Wurzeln, will Anwältin werden, um denen zu helfen, die sonst keine Chance haben, "in unserm viel gerühmten Land". Gemeint ist die Schweiz. Immer wieder setzt es Hiebe gegen die Schweiz, gegen die Ausländerpolitik, gegen die schöne Landschaft, die die Schweizer trotzdem nicht zu besseren Menschen werden lässt, gegen die Sauberkeit. Franz Hohler klingt dabei nicht böse, eher lieb in all sein Boshaftigkeit. Er verteilt Seitenhiebe und zwinkert dabei mit den Augen. Abrechnungen sehen anders aus.

Was zunächst wie eine ganz gewöhnliche Geschichte beginnt, entwickelt sich zum detektivischen Plot. Und zum Hang der Menschen, fremde Schicksale ans Tageslicht zu befördern. Denn der tote Mann in Hohlers Geschichte weist eine doppelte Identität auf. Isabelle, Sarah und die Witwe des Toten, begeben sich auf Spurensuche. Dabei begegnen sie unangenehmen Menschen, aber etwa auch Beamten, die nach anfänglichen Querelen durchaus sehr hilfsbereit sind. Unerwartet hilfsbereit. Hohler dreht die Geschichte um, scheinbar unsympathische Menschen begeistern und die sympathischen kehren die unschöne Seite heraus.

Ein wunderbarer Roman, leicht zwar, aber mit Tiefgang. Hohlers Sprache ist schön. Präzise und verständlich, was durchaus davon ablenkt, dass Hohler innerhalb des Plots gewaltige Sprünge wagt. Das allerdings ist der einzige Negativpunkt. Ein schöner Roman, voller feiner Spitzen, voller versteckter Besonderheiten, voller versteckter Bosheiten, die zu entdecken es sich lohnt. Bis zum Schluss. Ein Epilog folgt und taktisch klug deckt der Autor auf, was zuvor noch ein Mysterium war:  Martin - alias Marcel - erklärt sein Leben und wie er dazu kam, seine Identität gegen eine andere zu tauschen. Lasst die Toten sprechen. Klug gelöst.

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Letzte Kommentare:
01.12.2016 17:20:11
PopelMagazin

nice sadkalsjdakldjasjdknskcnyskjmskdjkajdkjdkajsdlkjaksldjlk jkajsdkljaklsjd lajsk djklajs dkjakjd ajs kj kj kjkj ajd jaskjlasjdlkjaksj kdjlaj kjjakljdlk jaskjklajsldjlaös sjalöj fj ljasl jfakjf kjalj klj jajf kjalkfjlasj ljakjlkasmkmcymlk jkawjkjwdjla ajlkjdsklm laks jasdjlöa lkajsd kjalösjdamd,m masl kaj lkaml lk mlkaklsm kmslkamkmc kla klsjmdklam ak km aksdkakm ka jdajdkaj kmk ak mdkaj kam kja jfaklsj fdkfka lka jalfjaklf jkajflkjaksjfkj fkjakljf lskjfajsfkjasjflk j jaklj j kl jlaj kajfjkl j askafjasjkfasjdklajf ajfjfkajlf kalsfafjl fjkalsjfalöfs kjasfkdjflöajfkj askfjfklasjfjasfjakfjlal akf ajkfs ajalkjslöf jjaklösf jjalösjfk kjasjalösjfaklsf >

01.01.2016 12:28:46
Isabelle Weiss

Dieses Buch ist einfach nur peinlich; die Personen sind allesamt eindimensional und stereotyp, den paar kritischen Bemerkungen zur Schweiz (Verdingwesen, Vorurteile gegen Schwarze usw.) fehlt jede Spitze; alles bleibt an der Oberfläche. Hohler bleibt hier irgendwo zwischen Friedrich Glauser und Martin Suter ("Small World") kleben, wirkliche Spannung kommt nicht auf und es fehlt an Originalität und Wortgewalt. Auch die Dialoge sind verkünstelt, die Sätze unnatürlich kurz, aber ohne Prägnanz. Nein, grosse Schweizer Literatur ist das nicht.

15.06.2015 22:05:09
Janine2610

Eigentlich hat die Geschichte ja ganz vielversprechend begonnen: die Schweizerin Isabelle lässt sich am Bahnhof ihren Koffer von einem hilfsbereiten, älteren Herrn die Treppe hochtragen. Oben angekommen dauert es nicht lange und derselbe Mann bricht zusammen, schlägt mit dem Kopf am Bahnsteig auf, wird bewusstlos und stirbt gleich darauf. Der guten Isabelle ist das natürlich alles nicht geheuer und anstatt dass sie sich von diesem Schock erst mal erholt, beschließt sie lieber, im Leben des freundlichen Kofferträgers herumzuschnüffeln ...

So weit, so gut. Bis hierhin war ich noch halbwegs angetan von der Story. Leider sind mir die Protagonisten dann aber nach und nach dermaßen auf den Senkel gegangen. Isabelle meinte nämlich, sie muss jetzt herausfinden, wer dieser Mann war und was er genau in der Schweiz zu suchen hatte, weil er ja eigentlich Kanadier ist und irgendwie kam mir die ganze Sache dann schön langsam wie ein sanfter Krimi vor, denn Isabelle, ihre erwachsene, halbafrikanische Tochter Sarah und Veronique, die Witwe des Verstorbenen, rennen von einem Amt zum nächsten, von einer Person zur anderen und versuchen, irgendwas aus dem Leben des Toten herauszufinden. Und das war erstens langweilig und zweitens sowas von unglaubwürdig. Also nicht das, was sie herausgefunden haben, sondern eher das ganze Drumherum: wieso hat der Tote mit seiner Frau nie über seine Vergangenheit gesprochen, wenn es doch angeblich nichts Böses war, was er getan hat? Weshalb wird hier kaum getrauert? - Ich meine: Veronique hat gerade erst ihren Mann verloren und dann stürzt sie sich einfach so (mit eigentlich unbekannten Leuten) in irgendwelche Ermittlungen ...
Isabelle und Sarah, dieses Mutter-Tochter-Gespann habe ich auch überhaupt nicht verstehen können: warum mischen die sich denn in die Angelegenheiten von wildfremden Menschen ein? - Das ist mir so vorgekommen, als wenn die beiden einen sechsten Sinn hätten, der ihnen mitteilen würde, dass der Aufenthalt des Toten mysteriöse Umstände hat!? Und dann fangen sie eben an, wie Ermittler herumzuschnüffeln ... Also, ich weiß nicht. Meins ist dieses Unauthentische echt nicht.

Hinzu kommt dieser Schreibstil, der meinen Lesefluss ziemlich gestört hat, weil ich ihn erstens recht holprig fand (Bsp.: "... er hat mir erzählt von Kanada, und wie es ihm gut ergangen war dort, er ...") und zweitens irgendwie eigenartige Ausdrücke dabei hatte, die ich (als Österreicherin) noch nie gehört habe und beim Lesen ebenfalls nicht besonders angenehm waren (Bsp.: "Ich hab ihm telefoniert deswegen, die ...").

Immer wieder findet man zwischendurch auch englische und französische Sätze, die leider nicht immer gleich danach übersetzt werden (Weil man vielleicht davon ausgeht, dass die paar Brocken jeder versteht?). Mit dem Englischen hatte ich kein Problem, das Französische hingegen habe ich nicht immer verstanden, was blöd war, weil ich kein Französischlexikon benutzen wollte. Folgen konnte ich der Geschichte aber trotzdem ohne Weiteres, allerdings bin ich ein Mensch, den das immer stört, wenn ich Sätze lese, die ich nicht verstehe.

Alles in allem fand ich die Geschichte einfach nur langweilig. Spannung war für mich überhaupt nicht vorhanden. Alles nur sehr gemächlich und dahinplätschernd. Der Versuch, aus dem Roman einen Krimi zu machen, ist in meinen Augen kläglich gescheitert.
Das Verhalten der Protagonisten im Angesicht eines kürzlichen (und so nahen) Todesfalls und deren Motive, sich als Ermittler zu betätigen, konnte und wollte ich vielleicht auch gar nicht nachvollziehen.
Es tut mir leid, aber mehr als 2 Sterne kann ich hierfür einfach nicht vergeben.