Beim Häuten der Zwiebel

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Göttingen: Steidl, 2006, Seiten: 479, Originalsprache
  • München: dtv, 2008, Seiten: 478, Originalsprache
  • Göttingen: Steidl, 2007, Seiten: 16, Übersetzt: Günter Grass

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Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der »Blechtrommel« arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt. Zwischen den vielen Schichten der »Zwiebel Erinnerung« sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüsslich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmitteln abstrakt blieb, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten. Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass faßt den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Daß er die ein oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.

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Letzte Kommentare:
08.01.2015 12:11:34
LeGeek

Diese Autobiographie ist wie so viele andere (insbesondere Auto-) Biografien zum Teilen Rechtfertigung, Prallerei und Anekdote. Mit diesem Vorwissen gewappnet kann man sich Grasses unbändigem Sexumtrieb und seiner hängenden Unterlippe stellen.

Für wen ist dieses Buch interessant? Vor allem für Grass-Fans und Menschen die einen verschwommenen Blick auf das Leben des Autoren, Dichters, Kochs und pubertierenden SS-"Mannes" Grass werfen möchte. Viele Erlebnisse sind wie die papierdünne "braune" Haut einer Zwiebel bereits abgeplatzt und verloren. Insbesondere sind die Fakten der Kriegswirren kaum auf oder nachspürbar. Man fragt sich, wie man selbst gehandelt hätte, fragt sich ob der gut Mensch Grass nicht vielleicht das Eierklauen, das Plündern besetzter Wohnungen, Keller, Hinterhöfe vergessen hat. Ob die Rückzugsgefechte ohne einen Schuss aus seiner Maschinenpistole zu Ende gegangen sind. Zumindest an die Zeit als Arbeitsdienstler und Prisoner of War (POW) kann er sich besser erinnern.

Naja, vieles auch peinliche Details greift Grass aus seiner Jugend auf.
Immer wieder schwenkt dabei auf das heute zurück und versucht sich selbst damals zu erkennen und sich so eine Meinung, ja ein Urteil fällen zu können.

Der Titel beim Häuten der Zwiebel ist sehr passend gewählt, denn wie nichts anderes treibt das melacholische Wühlen im eigenen Leben, das Resümieren verpasster Gelegenheiten, verlieren von Liebschaften, Freunden und Verwandten, zumindest dem Autor selber beständig Tränen in die Augen.

Für Grass selber ist dieses Buch sicher eines seiner wichtigsten Werke, ob es aber für den Grass-Neuling oder den Leser brownscher Trivialliteratur von Interesse ist, das bezweifele ich. Wie Eingangs gesagt muss der Leser Interesse an Autobiographien mitbringen und das ein oder andere Werk des letzte öffentlichen Pfeiferauchers bereits genossen haben.

Ich kann und will mich nicht den Klagen über die Ausdrucksweise oder das Sprachgefühl von Hrn. Grass anschließen. Ich finde den besonderen, etwas altbackenen Stil z.B. wie er in dem Grass-Roman "Im Krebsgang" besondere Ausprägung fand, sehr genehm. Viele Grass-typische Stilelemente finden auch "Beim Häuten der Zwiebel" mein Gefallen.