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Kathrin Plett
Ein weiteres Puzzelteil

Buch-Rezension von Kathrin Plett Nov 2012

Auch in seinem dritten Band, der in der Entstehung befindlichen Tetralogie - um den Friedhof der verlorenen Bücher - nimmt Carlos Ruiz Zavón seine Leser mit auf eine Reise nach Barcelona. Seine Erzählung beschreibt die Lebensgeschichte Fermíns, der in der Buchhandlung der Familie Sempere beschäftigt ist. Zavóns Protagonist kann auf eine turbulente Vergangenheit zurückblicken: Nachdem er unter den Verhältnissen des spanischen Bürgerkriegs mehrere Jahre im Gefängnis saß, konnte er unter abenteuerlichen Bedingungen fliehen. Um die Flucht zu vertuschen, wurde er anschließend für tot erklärt und bekam somit die Chance, unterzutauchen und weiterzuleben. Quasi von den Toten "auferstanden" und immer noch ganz gefahrlos am gesellschaftlichen Leben teilnehmend, besitzt er den Schlüssel, der die Verbindung zwischen der Vergangenheit und Zukunft Daniel Semperes, dem Protagonisten des ersten Bandes, darstellt.

"Der Gefangene des Himmels" bildet nach "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" das dritte Puzzleteil in Zavóns Kosmos um Barcelona und die Geschichte rund um die verlorenen Bücher.

Der spanische Autor, der zunächst in einer Werbeagentur tätig war, widmet sich seit 1994 vollständig dem Schreiben. Er verfasst neben seiner Arbeit an den Romanen unter anderem Drehbücher und ist als Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig. Bereits sein erster Roman - "Der Fürst des Nebels" - verkaufte sich mehr als 150 000 Mal und auch seine folgenden Veröffentlichungen stürmten innerhalb kürzester Zeit die Bestsellerlisten in über 20 Ländern.

In seinem dritten Teil rückt der Autor die Geschichte Fermíns in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Nachdem er in seinem ersten Werk, "Der Schatten des Windes", von der frühen Jugend und Erwachsenenzeit Daniel Semperes, dem Sohn des Buchhändlers Sempere, erzählt und sich in "Das Spiel des Engels" mit dem jungen Autor David Martín beschäftigt hat, verknüpft er die Handlungen dieser beiden Romane durch den dritten Band miteinander.

Viele Figuren aus den Vorgängerromanen tauchen in "Der Gefangene des Himmels" wieder auf. Die Protagonisten der ersten beiden Romane, Daniel Sempere und David Martín, haben wieder eine zentrale Bedeutung, obgleich dieses Mal die Geschichte Fermín Romero de Torres im Vordergrund steht. Fermín arbeitet mit Daniel Sempere zusammen in der Buchhandlung von dessen Vater. Als eines Tages ein mysteriöser Kunde gezielt eines der teuersten Bücher kauft, ohne es mitzunehmen, wird Fermín klar, dass er beginnen muss, über seine Vergangenheit zu sprechen. Auch, weil der Kunde eine Widmung für Fermín hinterlässt. Fermín begreift, dass Daniel selbst ein Teil der Vergangenheit ist. Fermín muss reden. Lange Zeit hat er, während des Bürgerkriegs, unter grausamen Bedingungen in einem Gefängnis gesessen, dort begegnete er David Martín, dem jungen Autor. Nach und nach wird deutlich, wie eng die Lebensgeschichten der drei Männer miteinander verbunden sind und die einzelnen Erzählstränge immer mehr miteinander verschmelzen.

Obwohl der Roman Teil einer vierbändigen Reihe ist, ist Zavón mit "Der Gefangene des Himmels" ein Werk gelungen, welches auch unabhängig von den weiteren Romanen zu lesen ist. Zwar bauen die Handlungen alle aufeinander auf und sind eng miteinander verbunden, doch da die Bücher keine chronologische Struktur aufweisen, lassen sie sich sowohl einzeln oder in beliebiger Reihenfolge verstehen. Der spanische Autor beschreibt eindrucksvoll und detailreich wie Fermín in die Geschichte um den Friedhof der vergessenen Bücher verstrickt ist.

Zavón gelingt es, Gegenwart und Vergangenheit zu verknüpfen. Dabei beweist er einmal mehr seine Kreativität, bringt unvorhersehbare Wendepunkte in seine Handlung ein und hält die Spannung konstant aufrecht. Die vielen Wechsel zwischen den Szenen, die verschiedenen Spielorte und handlungsrelevanten Figuren sorgen für Abwechslung, so dass das Buch auch über die komplette Distanz von 400 Seiten den Leser mitreißt.

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Letzte Kommentare:
13.07.2017 12:08:59
kritikaster

man kann es auch unter "kriegt den hals nicht voll" einordnen, beste tedesca, schnell zusammengeschustert, stellenweise entsetzlich langatmig, barcelona ständig im regen oder kalt und ohne schlüssiges ende. wer wissen will, wie es weiter geht - fortsetzung folgt. ganz, ganz billige masche. es ist mir ein rätsel, wie der so hoch gelobt worden ist.
tut mir leid - das nächste buch lese ich nicht.

16.11.2013 19:25:00
Wo_ist_Walter

Ganz so sehr wie "Der Schatten des Windes" oder auch "Das Spiel des Engels" hat mich "Der Gefangene des Himmels" leider nicht. Die Passagen über Fermins Gefangenschaft im Jahr 1940 fand ich teilweise etwas langatmig, aber zum Glück hat das Buch zum Ende hin doch etwas an Fahrt aufgenommen.

Ansonsten hat es durchaus Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen, weil ich die Schreibe von Carlos Ruiz Zafón und die Protagonisten der Reihe um den Friedhof der vergessenen Bücher sehr mag. Freue mich schon auf den vierten Band...

17.01.2013 12:55:15
tedesca

Ein unterhaltsames und durchaus lesenswertes Buch, das allerdings weder sprachliche noch inhaltliche Highlights bietet.
Ein paar schöne Szenen gibt es schon, ich mag ja auch die Figuren Daniel und Firmín, die wir schon aus den Vorgängerbüchern kennen. Wie immer wandeln wir mit den beiden durch Barcelona, das mir immer so vorkommt, als würde es leicht im Neben liegen. Wir erfahren neue Details, die uns im "Spiel des Engels" vielleicht abgegangen sind, und wir tanzen mit Firmin einen berauschenden Bolero. Und selbstverständlich besuchen wir auch wieder den Friedhof der vergessenen Bücher, der für mich immer klingt wie ein magischer Ort.
Die Gräuel des Franco-Regimes machen einen natürlich betroffen, rufen einem wieder ins Gedächtnis, was die Menschen in Spanien durchmachen mussten, wie sehr jeder einzelne harmlose Bürger um sein Leben fürchten musste und welche Kunst es war, den Fängen dieses Regimes wieder zu entkommen, wenn es einen erst einmal in seinen Krallen hatte.
"Der Gefangene des Himmels" ist eher wieder im Stil von "Der Schatten des Windes" gehalten, das mich ja auch nicht vom Hocker geschmissen hat, ganz im Gegenteil zum "Spiel des Engels". Wie auch immer, ich werde auch den vierten Teil der Reihe lesen, wenn er rauskommt, ich muss auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht!
Schon komisch, dass ein Autor so tolle Romane wie "Marina" schreibt und dann wieder so ein relativ banales Buch, das man locker "unter ferner liefen" einordnen kann...

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