Kirschholz und alte Gefühle

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • : Luchterhand, 2012, Titel: 'Kirchholz und alte Gefühle', Seiten: 224, Originalsprache

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Daniela Loisl
Philosophisch melancholisch

Buch-Rezension von Daniela Loisl Okt 2012

Seit 1983 lebt die in Dalmatien geborene Autorin in Deutschland und hat mit diesem Buch den zweiten Band ihrer Trilogie veröffentlicht.

Gereifter und üppiger als der erste Band "Das Gedächtnis der Libellen", aber auch mit derselben Intensität und genauso bildgewaltig ist dieser Roman. Mit Nadeshda und Arjeta trifft man schon Bekannte aus dem ersten Teil, nur, dass sie hier die Positionen gewechselt haben und nun Arjetas Leben im Focus steht.

Unweigerlich fragt sich der Leser, wie viel persönliches von der Autorin wohl in Arjeta steckt, findet man doch einige Parallelen zu ihrem Leben. Auch die Protagonistin hat ihre Wurzeln in Dalmatien, geht aber nach Paris um Philosophie zu studieren und landet letztendlich in Berlin. Gerade in der deutschen Hauptstadt angekommen, noch zwischen Umzugskarton und Übersiedlungschaos, lässt die Protagonistin ihr Leben Revue passieren. Die Autorin lässt Arjeta selbst erzählen, wodurch der Leser ein großes Naheverhältnis entwickelt.

Arjeta will vergessen. Nicht nur Arik bescheren ihr ein kaum zu bewältigenden Wechsel an Gefühlen, sondern auch ihre Vergangenheit. Ihr schwieriges Verhältnis zu Arik und Kindheitserinnerungen tragen genauso wie die Erlebnisse des Balkankrieges dazu bei, dass sie große Probleme hat, sich gewissen Dingen zu stellen. Ein Auf und Ab der Gefühle, von seliger Zufriedenheit bis hin zum Lernen von Loslösung und schmerzvoller Zerrissenheit, schwimmt die Protagonistin auf einer Welle von überbordenden Empfindungen. Ein Aufarbeiten der Vergangenheit und Finden zu sich selbst ist es letztendlich, was die Autorin ihrer Figur abverlangt. Sprachlich gewandt und ausgefeilt, beherrscht Marica Bodrozic das Spiel mit den Worten auf eine galante, aber auch mutige Weise. Der Wechsel von Vergangenheit zur Gegenwart und die damit verbundene seelische Belastung verkraftet Arjeta letztendlich nicht nur durch ihre Stärke sich dem Hier und Jetzt zu stellen, sondern auch durch die Unterstützung von Nadeshda und Hiromi und auch dem Deutschen Mischa. Ihre Freunde sind es, die ihr wie ein stabiles Geländer Halt auf der steilen und oftmals schwer zu bewältigenden Treppe geben, um aus dem tiefen, schwarzen Strudel der Emotionen wieder herauszufinden.

Wie eine Diaschau von Arjetas  Lebensreise präsentiert sich Bodrozic Geschichte um eine Frau, die ein Leben wie Hundertausende andere führt, eine Vergangenheit zu bewältigen hat, wie viele vom Balkankrieg Betroffene und das doch so einzigartig ist wie jedes Individuums an sich. Gegenüber sitzend am Kirschholztisch, den schon ihre Großmutter besaß, verweilt der Leser bei Arjeta und lässt sich mitnehmen auf ihren Selbstfindungstripp, der sprachlich und erzählerisch explosiv und sanft zugleich ist. 

Eine wundervolle Erzählung, die gegenüber dem ersten Band sogar noch intensiver ist und den Gusto auf den dritten und letzten Band der Reihe sogar jetzt schon geschürt hat.

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