Shades of Grey - Gefährliche Liebe

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2012, Seiten: 608, Übersetzt: Andrea Brandl und Sonja Hauser

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Kora Kutschbach
Dunkles Verlangen, das Wellen schlägt

Buch-Rezension von Kora Kutschbach Sep 2012

Seattle, am Puls des Lebens: Ana ist nach der Trennung von Christian nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie ist am Boden zerstört, auch wenn sie glaubt das Richtige getan zu haben. Nichtsdestotrotz wühlen Sehnsucht, Zorn und Bedauern sie auf. Schließlich gelingt es Christian, Ana von einem letzten Treffen zu überzeugen.

Augenblicklich zieht Christian sie erneut in einen Bann, dem sich Ana nicht entziehen kann und will. Auf diese Weise beginnt für das Paar eine gefährliche Gratwanderung, denn eine undurchsichtige Vergangenheit wird zur realen Bedrohung. Doch Ana ist zu allem entschlossen und möchte die Augen vor der finsteren Lebensgeschichte ihres Liebhabers nicht verschließen. Koste es, was es wolle.

E L James arbeitet und lebt mit ihrer Familie in London. Dort war sie noch bis vor kurzem bei einem TV-Sender angestellt. Dann veröffentlichte ein kleiner australischer Verlag ihre Shades of Grey-Reihe, deren Publikation sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Über Nacht stellte sich für die Autorin somit ein unverhofft spektakulärer Erfolg ein. Eines ist sicher, E L James und ihre Kunst des Schreibens polarisieren – ganz gleich wie man zu der Grey-Trilogie stehen mag.

Einfühlungsvermögen versus Dominanz, Beherrschung versus Zügellosigkeit, der Reiz des Schockierenden versus konservative Schüchternheit – es prallen Welten aufeinander, wenn E L James erzählt. Eine Detonation scheint unausweichlich, wenn die Linie zwischen knisternder Sinnlichkeit und ungehemmter Gier verschwimmt.

Die Fortsetzung der Trilogie um Anastasia Steele und Christian Grey setzt auf die Melange aus Leidenschaft, Distanz und Geheimnisvollem. Die gestrickte Handlung vertieft einerseits die Einblicke in bisher geschaffene Beziehungen und Empfindungen, eröffnet andererseits neue Perspektiven auf bisher im Argen liegende Geheimnisse und Grenzen.

Ana ist noch immer die ergebene, leicht zu lenkende Partnerin, die sich Christian wünscht. Ihren eigenen Standpunkt vertritt sie wenig standhaft. Vielmehr erliegt sie stets aufs Neue dem Charme ihres Gegenübers. Die Machtposition des Christian Grey wird dem Leser hingegen über das gesamte Werk hinweg deutlich vermittelt. Doch trotz seiner Dominanz bekommt seine barsche Fassade erste Risse, sodass allmählich echte Gefühle ihn in ein bisher ungeahntes Licht rücken.

Gegensätze ziehen sich an. Das wird in diesem Roman mehr als unterstrichen. Denn eine fügsame junge Frau, die als romantisch und hoffnungsvoll beschrieben wird und ein wandlungsfähiger männlicher Protagonist, der Eindruck durch seine als kühl und unberechenbar gezeichnete Art hervorsticht, liegen sich in den Armen.

Ein sich stetig wiederholendes Muster bestimmter Szenen – sei es impulsives Bettgeflüster oder aufbrausendes Streitgespräch – steht einer zügellosen allerdings Spannung entgegen.

Häufig in die detaillierten Beschreibungen eingebettete Dialoge sorgen für Explosivität, unterstreichen aber einen oftmals vorhersehbaren Schlagabtausch. So manches Vokabular erfährt dabei eine Überstrapazierung. Dazu lassen sich mit Sicherheit Anas "innere Göttin" und Christians Beteuerung "Ana sei wunderhübsch" zählen. Ein wenig mehr Originalität in der Wortwahl hätte das Miteinander der Protagonisten zusätzlich aufgewertet.

Die Beziehung der beiden wird als leidenschaftlicher, heißblütiger und verruchter Tanz auf dem Vulkan beschrieben. Dabei spielen körperliche Begierde und Aufopferung genauso eine Rolle wie Gehorsam und Strenge. Eine facettenreiche Gefühlswelt, die allerdings zumeist oberflächlich bleibt und wenig unter die Haut geht, wird dem Leser offenbart.

Doch die Liebe zwischen Ana und Christian scheint trotz ihrer Widersprüchlichkeit zu wachsen. Stehen zu Beginn des Romans eher Wankelmut und vorsichtige Annäherung im Vordergrund, kristallisiert sich mit zunehmender Seitenzahl die Beständigkeit und Ernsthaftigkeit einer Beziehung, die dennoch Rätsel aufwirft, heraus.

Der Hauch eines modernen Märchens liegt in der Luft: Eroberung und Kampf, Hoffnung und Misstrauen, Liebe und das Böse werden miteinander vereint. Nur das Happy End lässt noch auf sich warten.

Ein Roman, in dem eine hingebungsvolle Liebe der knisternden Affäre gegenübersteht. Eine Kontroverse, die auf eine Gefährliche Liebe hinausläuft, die dank des offenen Endes dieses Teils weiteres Spannungspotential für eine Fortsetzung bereithält.

Shades of Grey - Gefährliche Liebe

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Letzte Kommentare:
12.02.2016 10:54:20
kassy64

Nachdem mich meine Freundin in die Verfilmung des ersten Bandes mitgenommen hat - ich war ob der kruden Story bereits fassungslos - hat sie mir den zweiten Band geliehen, damit ich lesen kann, dass die Bücher so viel besser sind.

Was soll ich sagen: Der Film erweist dem zugrunde liegenden Buch eigentlich eine Gnade, da er nicht die ständigen, absolut hirnlosen Gedankengänge und Selbstgespräche der Protagonistin wiedergibt. Der Film zeigt nur eine absolut konstruierte Story mit schönen Menschen in schöner Umgebung, die selten dämliche Gespräche auf dem Niveau von RTL4 Nachmittagsprogrammen führen. Letztlich nur eine Cinderella-Geschichte, die mit detaillierten Beschreibungen gefühlter hundert Akte auf 400 Seiten erotisch aufgepeppt wurde. Das erotische Tuning soll wohl den fehlenden Spannungsbogen und das Sprachniveau von Groschenromane ausgleichen. Dass dieses Buch von so vielen Frauen gekauft und gelesen wurde sowie teilweise noch eine gute Presse bekommen hat, macht mich fassungslos.

14.02.2015 09:02:52
Erna Esser

In diesem Buch läuft die Zeit für die Protagonisten etwas anders als für andere Sterbliche: nach unendlich langen fünf Tagen Trennung findet man endlich wieder zueinander, nach einer Woche Praktikantentätigkeit wird die Madame zur Führungsebene gefördert, nach drei Wochen wird die Hochzeit beschlossen! Und in dieser erlebnisreichen Zeit hat man soviele Höhepunkte (bildlich wie wörtlich), wie andere im ganzen Leben. Nur für den Leser verlangsamt sich die Zeit mit jeder Seite und zieht sich hin wie ein zäher Kaugummi unter dem Schuh.
Dass Mr. Grey nur aus hintereinander gereihten Superlativen besteht, Madame hochgradig neurotisch ist, über ein Selbstwertgefühl von 0 verfügt und ihre sogewollte Naivität die Grenze von Dummheit längst überschritten hat, ist noch nicht mal das Schlimmste an diesem Buch. Auch nicht die Tatsache, dass die sogenannten erotischen Szenen zum Gähnen langweilig sind und den Eindruck erwecken, mit copy/paste geschrieben worden zu sein. Der wahre Höhepunkt (in diesem Fall Tiefpunkt) dieses Buches ist nämlich unumstritten der beschränkte Wortschatz der Autorin, der auf einem Teelöffel reichlich Platz findet.
Warum habe ich dann dieses Buch zu Ende gelesen: ich wollte wissen, ob die Autorin das bereits gelesene Kapitel mit dem nächsten an Niveau, Wiederholung und Unterhaltung unterbieten kann.
Die Antwort ist: Ja, sie kann!