Lieben sich zwei

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Mare, 2011, Titel: 'Lieben sich zwei', Seiten: 416, Originalsprache

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Daniela Loisl
Thema ohne echten Tiefgang

Buch-Rezension von Daniela Loisl Jun 2012

Es gibt wohl mehr als genug Paare, die ungewollt kinderlos bleiben. Eines solchen Paares, im Buch Ines und Peter, hat sich der Autor Stefan Moster angenommen und versucht, die Problematik, die dieser unerfüllte Wunsch mit sich bringt, anhand eines Romans aufzuzeigen.

Daniel und Ines sind ein junges Paar, das noch nicht lange in Hamburg lebt. Sie wohnen in bester Lage, kennen keine finanziellen Probleme, sind beide attraktive Menschen, lieben ihren Beruf und entschließen sich, nun auch ein Kind zu bekommen. Dass die beiden gar so perfekt erscheinen, macht es für den Leser nicht gerade einfach sich mit ihnen zu identifizieren

Interessant zu wissen wäre, ob und wie der Autor recherchiert hat. Geht es hier nicht nur um die seelischen Auswirkungen eines Paares, das sich sehnlichst ein Kind wünscht, sondern auch darum, all die medizinischen Möglichkeiten und deren eventuellen Kosten sowie die damit verbundenen zeitlichen und psychischen Aufwände glaubwürdig darzulegen. Hat man von dieser Materie etwas Ahnung – oder gar Erfahrung -  so fällt der eine oder andere Fauxpas schnell auf, was die ganze Geschichte in ein weniger helles Licht rückt.

Die Behandlung, die bei Ines und Daniel in der Praxis der Gynäkologin so exzessiv betrieben wird, ist eine Möglichkeit, die in der Regel ziemlich am Beginn einer Behandlung bei Paaren mit Kinderwunsch durchgeführt wird. Im Buch unterzieht sich Ines immer nur einer Insemination, was bei "schweren Fällen" nur selten zum Erfolg führt. In der Realität hätte wohl jeder erfahrene Arzt bereits den nächsten Schritt, höchstwahrscheinlich eine Invitrofertilisation, empfohlen. Es gibt wesentlich effizientere Methoden, die absolut legal, aber - je nach Land - mitunter ziemlich teuer sein können. Davon wird im Buch nichts erwähnt. Nicht verwunderlich also, dass der Leser sich fragen wird, aus welchen Quellen der Autor sein Wissen schöpfte.

Mosters Sprache liest sich leicht, ohne platt und flach zu sein. Er unterhält gut, zeigt subtilen Humor und versucht die inneren Vorgänge eines Menschen, dem ein grundlegender, existenzieller  Wunsch nicht in Erfüllung geht, aufzuzeigen und dem Leser näher zu bringen. Dies gelingt ihm allerdings nur bedingt. Moster, ein sehr guter Kenner des Jobs den sein Protagonist ausübt, verläuft sich immer wieder gerne in ausführlichen und explizit detailgetreuen Beschreibungen von Daniels beruflicher Tätigkeit. Diese Exkurse sind zwar (manchmal) ganz interessant, aber oft einfach zu viel; zu lange, zu intensiv.

Der Autor gibt sich große Mühe, die Psyche der beiden Protagonisten zu erklären, zu analysieren, darzulegen, und den Ablauf der Gedankenwelt dem Leser näherzubringen. Moster zeigt sehr viel Empathie. Auch wenn es damit in der ersten Hälfte des Buches noch nicht so recht funktionieren will,  so klappt es in der zweiten Hälfte der Geschichte auf sehr intensive Weise.

Im Grunde ein sehr gut geschriebenes Buch in substantiellem Stil mit metaphorischen Elementen und subtilem Humor. Wäre das Thema ein anderes oder bekäme ein informierter Leser nicht das Gefühl, dass der Autor nicht ausreichend recherchiert hat, so wäre dies ein absolut empfehlenswertes Werk. Sich aber auf ein so komplexes Thema einzulassen und dieses in den Focus zu stellen, verlangt einem Schriftsteller jedoch mehr ab als gute Figurenzeichnung, Wissen über die Arbeit eines Städteplaners und einem innovativem Erzählstil.

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