Kein Kuss unter dieser Nummer

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • : Goldmann, 2012, Titel: 'Kein Kuss unter dieser Nummer', Seiten: 480, Übersetzt: Jörn Ingwersen

Couch-Wertung:

80

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:93
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Kora Kutschbach
Ein Lippenbekenntnis der unterhaltsamen Art

Buch-Rezension von Kora Kutschbach Jun 2012

Poppy müsste im siebten Himmel schweben, steht die Hochzeit mit ihrem Traumprinzen unmittelbar bevor. Doch weshalb sollte alles märchenhaft reibungslos verlaufen? Schließlich handelt es sich um eine Episode aus dem turbulenten Leben der Poppy Wyatt. Daher geschieht ihr das größte Missgeschick überhaupt: Sie verliert ihren Verlobungsring. Es handelt sich nicht um irgendeinen Ring, nein, sondern um ein gehütetes Erbstück aus Magnus' Familie. Als wäre dies nicht dramatisch genug, wird Poppys Handy ebenso entwendet. Eine Katastrophe größer als die andere! Da beginnt Poppy zu improvisieren und damit gerät nicht nur ihr eigenes Leben in Schieflage. 

Sophie Kinsella studierte Philosophie, Politik und Ökonomie in Oxford, avancierte dann allerdings von der Wirtschaftsjournalistin zu einer international beliebten Schriftstellerin von erfolgreichen Unterhaltungsromanen. Seitdem Madeleine Wickman – so der gebürtige Name der Autorin – ihren ersten Sophie-Kinsella-Roman im Jahr 2000 publizierte, ist sie aus der Branche nicht mehr wegzudenken. Ihre Sophaholic-Bücher lieferten sogar die Grundlage für Verfilmungen.

Der Autorin gelingt es, mittels eines Stils zu überzeugen, der Alltägliches gar nicht mehr alltäglich erscheinen lässt. Durch überspitzte Kuriositäten, witzige Missverständnisse und viel Charisma entstehen Geschichten, die für quirlige Unterhaltung sorgen. Wie bereits zuvor in beispielsweise Sag's nicht weiter, Liebling zeigt sie auch in ihrem neusten Roman, wie sich die Klippen des Lebens mit einem Augenzwinkern umschiffen lassen.

"Es ist alles eine Frage der Perspektive." Mit diesem Satz beginnt die Geschichte der Poppy Wyatt, die von verquickten Zufällen, Glück im Unglück und wenig Zurückhaltung geprägt wird.

Die Protagonistin wird als lebenslustige, tollpatschige und neugierige Frau gezeigt, die zwar unbeabsichtigt, aber dennoch präzise, nahezu jedes Fettnäpfchen, das ihr geboten wird, mitnimmt. Mit dieser Gabe ausgestattet bewegt sich Poppy oftmals auf dünnem Eis, auch wenn sie es im Grunde nur allen Erwartungen – voran denen ihrer zukünftigen und "genial intellektuellen" Schwiegereltern – Recht machen möchte. Ein Unterfangen, das nicht allzu leicht scheint, sich allerdings im Verlauf der Handlung neuen und vor allem unerwarteten Tendenzen unterworfen sieht.

So wird sich die Protagonistin zusehends ihrer Schwächen bewusst. Dazu gehören zum Beispiel das Pflegen zu vieler oberflächlicher Bekanntschaften, denen sie sich jedoch innig verbunden fühlt oder dem Gefühl "minderwertig zu sein" nicht entschlossen genug entgegenzutreten. Doch durch den regen SMS-Austausch mit dem ihr ursprünglich wildfremden Sam Roxton entwickelt sich Poppy glaubhaft zu einer Persönlichkeit mit größerem Selbstbewusstsein und einem Gespür für angebrachtes Misstrauen.

Ebenso markant wie die Wahl ihrer Figuren ist der beibehaltene Erzähl- und Schreibstil der Sophie Kinsella. Wie es ihre treuen Leser nicht anders kennen, setzt sie auch in diesem Roman auf abgerundete Klischeehaftigkeit im Einklang mit Situationskomik und schwungvollen Dialogen. Überdies kommt die gewohnte Bildhaftigkeit ihrer Worte zur Geltung, sodass geschilderte Situationen wie auf Kinoleinwand gebannt vor dem geistigen Auge der Leser erscheinen. Denn treffende Beschreibungen wie "die Münder stehen offen wie eine Reihe unterschiedlicher Versionen des Gemäldes Der Schrei" sind das Salz in der Suppe oder, um die Thematik des Werkes aufzugreifen, wie der Smiley hinter einer SMS.

Sophie Kinsella fängt mit Kein Kuss unter dieser Nummer eine Geschichte ein, die mittels einer lebhaften, unkonventionellen und liebenswerten Protagonistin an Fahrt aufnimmt. Welche Lawine sich lösen kann, wenn sich das Schicksal zu Wort meldet, verdeutlicht Kinsella in diesem charmanten, kurzweiligen Roman. Dabei treffen klassische Elemente illustrer Unterhaltung auf die persönliche Note der Autorin: eine Kombination, die gute Laune weckt.

Deine Meinung zu »Kein Kuss unter dieser Nummer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
18.04.2016 19:40:17
Kleeblatt Monika

Poppy Wyatt hat ihren Traummann in Magnus gefunden und er hat um ihre Hand angehalten.
Bei einem Treffen in einem Hotel mit ihren Freundinnen verschwindet ihr kostbarer Verlobungsring, der ein Familienerbstück von Magnus' Eltern ist. Als sie Himmel und Hölle in Bewegung setzen will, wird ihr auch noch ihr Handy geklaut. Nur gut, dass sie kurz darauf ein Handy im Papierkorb findet. Wer etwas weggeworfenes findet, darf es behalten - so der Leitspruch von Poppy. Nur leider gehörte das Handy der Assistentin von Sam Roxton, einem Geschäftsmann, der es zurückfordert. Da Poppy aber die Handynummer schon zwecks ihrer Ringsuche weitergegeben hat, kann sie mit Sam einen Deal ausmachen, nämlich dass alle ankommenden Mails an ihn weitergeleitet werden.
Aber das reicht Poppy nicht, sie ist neugierig und schaut sich die Mails an und versucht auf ihre Art und Weise, dem kurz angebundenen Sam zu helfen. Nur leider hält er von ihrer Art der Hilfe so ganz und gar nichts und sieht sich allzu bald Problemen gegenüberstehen, die ihn überfordern ...

Sophie Kinsella hat es wieder geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Ich liebe ihre Bücher und war natürlich auf ihr neuestes Werk gespannt.
Ihre Protagonistin Poppy Wyatt ist eine absolut liebenswerte Chaotin, die es jedem recht machen möchte. Sie ist harmoniebedürftig und glaubt immer an das Gute im Menschen. Auch wenn sie in einigen Dingen naiv ihren Mitmenschen gegenüber ist, möchte man sie als Freundin haben.

Ihren zukünftigen Schwiegereltern gegenüber kommt sie sich klein und unscheinbar vor. Die ganze Familie von Magnus, ihn eingeschlossen, hat studiert und auch schon publiziert. Sie fällt da völlig aus dem Rahmen, denkt sie. Ihr Minderwertigkeitsgefühl beschleicht sie ständig, wenn sie mit ihnen zusammen ist. Wen wundert es da, wenn ihr sogar vor dem Scrabble-Spielen grault, denn die Worte, die dort gelegt werden, hat sie noch nie gehört.
Auch versucht Magnus' Vater, sie in Gespräche einzubeziehen, bei denen sie sich völlig überfordert sieht.
Aber gekonnt gelingt es Poppy, sich immer irgendwie aus der Situation herauszuwinden und sei es mittels Schummelei, bei der sie von Sam unterstützt wird.

Poppy ist voller Ideen, ihren Schwiegereltern und Magnus zu verheimlichen, dass der Ring weg ist. Warum soll man sie beunruhigen, wenn er doch schon am nächsten Tag wieder da sein könnte?

Ihre Ideen beschränken sich aber nicht nur auf ihre eigene persönliche Situation. Sie fühlt sich dazu berufen, Sam ein wenig mittels Mails zu helfen, denn er fühlt sich scheinbar außer Lage, alle Mails zu beantworten.

Der Leser hat definitiv Spaß an Poppy, ihren Missgeschicken und ihrer Meinung dazu, anderen helfen zu müssen.
Ich musste mehr als einmal schmunzeln und habe mich prächtig mit dem Buch unterhalten.

Mit diesem Buch hat man Unterhaltung pur in der Hand. Die liebenswerte und romantisch angehauchte Poppy macht es einen leicht, sie zu mögen. Ein Buch voller Missgeschicke und Liebe, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ein typisches Sophie-Kinsella-Buch eben.