Gold und Silber

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • München: Hanser, 2008, Seiten: 302, Originalsprache

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Eine mittelgroße deutsche Stadt am Ende des 20. Jahrhunderts. Hier gibt es eine Gruppe jüngerer und nicht mehr ganz so junger Leute, die sich als Künstler fühlen und sich fragen: Wie finde ich das richtige Leben in dieser so komplizierten und schlecht organisierten Welt? Sie wissen, was sie wollen, aber sie wissen nicht wirklich, wie sie es machen sollen. So auch der Erzähler, der sich weigert zu begreifen, dass die von ihm verehrte Ginger bereits vergeben ist und nichts von ihm wissen will. Seine Hartnäckigkeit führt ihn mit Umwegen nach Rom, zum Sehnsuchtsort aller Künstler, der nun auch seiner Liebe aufhelfen soll.

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Letzte Kommentare:
24.07.2014 07:14:55
A. Wolf

Lars Brandt ist der Sohn des unvergessenen Altkanzlers Willy Brandt. Seiner literarisch anspruchsvollen Reminiszenz an den großen Vater ("Andenken") folgte sein Debütroman "Gold und Silber". Ein Künstlerroman, ein Roman, dem der Hanser Verlag im Klappentext attestiert, er brächte "das Schwerste auf die leichteste Weise zur Sprache". Ein ästhetisches Versprechen, das der Roman weitgehend schuldig bleibt.

Worum geht es? Brandt versetzt den Schauplatz in die ausgehenden 1990er Jahre, in eine rheinische Stadt, die der Leser früher oder später als Bonn, die Bundeshauptstadt von ehedem, identifizieren wird. Wir befinden uns am Scheideweg Bonns, ihrem Abdriften in die provinzielle Bedeutungslosigkeit. Eine Gruppe avantgardistischer Künstler - eine Boheme würde man sagen - tritt als ungewisse, allmählich zerbröckelnde Gemeinschaft in Erscheinung. Gruppiert um den Protagonisten und Erzähler Rudi, handelt die Geschichte im Wesentlichen von Sinnfragen, vom finalen Durchbruch dieser Zeichner, Filmemacher, Schriftsteller - und Rudis nicht erwiderter Liebe zu Ginevra, genannt Ginger.

Ginevra, richtig, ein ungewöhnlicher Name. Er beschwört den alten Mythos der Artussage um den König von Camelot, seine Frau Guinevere und ihr treues Festhalten am Gatten, so ganz gegen die entflammte Liebe zwischen ihr und dem Ritter Sir Lancelot. Dergestalt erscheinen auch die Bohemiens als tapfere Ritterrunde, die letzten ihrer Art. Generell ist das Konzept Brandts durchaus hintersinnig, allein die Umsetzung der Idee überzeugt nicht - von der Figurenzeichnung bis hin zur Sprache, wirkt alles stilistisch betont entrückt und manieriert, was nicht allein zu Lasten des Lesegenusses geht, sondern auch die Figuren selbst überwiegend farblos erscheinen lässt:

"Ginevra sah und fühlte viel mehr als nur das, was jedem zugänglich ist. Sie war nicht so abgeschlossen wie die anderen, ließ an sich heran, wovon wir nicht einmal ahnten, dass es in der Welt war - nicht weniger als ein Baum oder Berg. Aber selbst sie war nicht darauf gefasst gewesen, dass es plötzlich da war, dieses besondere Jahr. Wir waren uns begegnet und suchten nun des anderen Nähe. Und nichts geschah."

Nichts geschah - eine treffende Charakterisierung der Handlung des Romans, die trotz der zentralen Umwälzungen erstaunlich zähflüssig bleibt. Und so wie Rudi selbst, muss man sich das Innenleben Ginevras und der übrigen Figuren erahnen, da Brandt dem Leser nicht gestattet, sie plastischer werden zu lassen. Passenderweise verschläft Rudi die sich bietende Gelegenheit, Ginger doch noch näherzukommen und auch die Ortswechsel: Bonn - Rom - Berlin verschaffen der Handlung zu keiner Zeit einen dramaturgischen Schwung.

Dabei hätte man durchaus gerne stärker hinter Rudis Fassage geblickt. Doch allzu selten setzt Brandt einmal an, ihn zwischen seinem avantgardistischen Schaffensdrang und seiner fast schon manischen Schwärmerei zu Ginger sprachlich einmal stärker in Szene zu setzen: "Schon bei Tagesanbruch stockte der Dunst schwül, die Mücken standen in ihm wie festgeleimt, und ich wusste, dass es für mich keine Geborgenheit geben würde. Nirgendwo."

Was erzählt der Roman letztlich? Es ist eine Phase des Übergleitens, von einem Zustand in den anderen, den Brandt beschreibt. Doch die Krise seines Künstler-Grüppchens ist ebenso wenig hintergründig durchleuchtet wie Rudi selbst. Dazu serviert Brandt seinen Künstlerroman in einer eher zähen Sprache. Wenngleich zwischen den Zeilen eine gewisse Komik zutage tritt, überwiegt doch das Bild einer viel zu gewollten, viel zu überladenen Geschichte, fernab der leichten Erzählweise, die der Hanser Verlag propagiert hatte.