Das Parfum

Erschienen: Januar 1985

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 1985, Seiten: 319, Originalsprache
  • Berlin: Volk und Welt, 1987, Seiten: 264, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 2004, Seiten: 319, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 0, Titel: 'Hans Korte', Seiten: 8

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Jean-Baptiste Grenouille wird 1738 als unehelicher Sohn einer Fischverkäuferin geboren. Ausgestattet mit einem absoluten Geruchssinn, ist er selbst jedoch ohne Geruch. Als Mensch ohne Geruch zum Außenseiter verurteilt, erschließt er sich die Welt von Gerüchen und Düften, die er förmlich in sich aufsaugt. So folgt Grenouille über mehrere Pariser Stadtviertel dem Duft eines jungen schönen Mädchens, das er schließlich tötet, um ihren Duft in allen Feinheiten in sich aufzunehmen. Grenouille beschließt, der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden. Er entwickelt verschiedene Menschendüfte, die er anwendet, um unerkannt zu leben und seinem Ziel näher zu kommen. Im französischen Parfumzentrum Grasse tötet Grenouille 25 junge schöne Frauen, um ihren Duft zu konservieren.

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Letzte Kommentare:
12.09.2013 16:10:12
Poleone der Fürstliche

Ich muss meinem Vorrezensenten zustimmen: Auch mich hat der Roman enttäuscht.

Die Hauptfigur bleibt dem Leser nicht nur fremd - man ist auch angewidert von ihr.

Den Stil des Autors fand ich im Gegennsatz zu vielen anderen nicht so herausragend. Richtig gestört hat mich die Intertextualität: Man vergleiche zum Beispiel das Gedicht "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff mit dem Ende von Kapitel 26. Ich könnte noch viele ähnliche Beispiele nennen: neben Goethe und Kleist auch die Bibel.

Die Geschichte wurde am Ende einfach nur unrealistisch (vor allem in Bezug auf die letzten Reaktionen Richis).

Von dem, was wir bisher in der Schule gelesen haben, fand ich "Das Parfum" das mit Abstand schlechteste. Mein Romantyp ist das jedenfalls nicht. Ich finde Theodor Fontane brachte es gut auf den Punkt, als er schrieb:

„Was soll ein Roman? Er soll uns, unter Vermeidung alles Übertriebenen und Hässlichen, eine Geschichte erzählen, an die wir glauben. Er soll zu unserer Phantasie und unserem Herzen sprechen, Anregung geben ohne aufzuregen; er soll uns eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit erscheinen, soll uns weinen und lachen, hoffen und fürchten, am Schluß aber empfinden lassen, teils unter lieben und angenehmen, teils unter charaktervollen und interessanten Menschen gelebt zu haben, deren Umgang uns schöne Stunden bereitete, uns förderte, klärte und belehrte.

Das etwa soll ein Roman."

Dies trifft in keinster Weise auf "Das Parfum" zu. Es ist bezeichnend, dass Patrick Süskind ansonsten keinen nennenswerten Erfolg mehr hatte - ich hoffe, das bleibt auch so.

Daher: 1°

Gruß Poleone

29.09.2011 10:52:31
Stefan83

Vielleicht habe ich es einfach zu falschen Zeit gelesen, vielleicht habe ich es nicht wirklich verstanden, vielleicht nicht den Sinn darin erkannt. Oder vielleicht wird dieses "rare Meisterwerk zeitgenössischer Prosa" (laut dem Klappentext) auch einfach nur völlig überschätzt.

"Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" klang vom Titel und Inhalt her nach einem Buch, das mir eigentlich nur gefallen konnte. Frankreich im frühen 18. Jahrhundert. Zwischen ausgeweideten Forellen, Dreck und Wasserpfützen erblickt Jean-Baptiste Grenouille das Licht der Welt unter dem Verarbeitungstisch eines Fischstands. Von der Mutter, die mehrere Totgeburten hinter sich hat, unbeachtet, hat er das Glück den Weg in die Arme der Kirche zu finden. Und beginnt damit eine Odyssee von einem Ort zum anderen. Von der Amme zum Pfarrer, vom Pfarrer in ein Haus für Waisen, von dort direkt in die Lehre des Gerbers Grimal. Niemand hält es wirklich lange mit diesem Kind aus, dass keinerlei Geruch zu verströmen scheint, selbst sich aber fast nur mithilfe der Nase orientiert.

Grenouille bringt niemandem menschliche Gefühle entgegen, zeigt nie Freude, nie Schmerz oder Trauer. Er ist einfach nur da und damit den meisten unheimlich. Das zudem den Menschen, welche seinen Weg gekreuzt haben, Fortuna im weiteren Verlauf ihres Lebens nur wenig hold ist, verstärkt nur seinen schlechten Ruf. Erst beim Parfumeur Baldini scheint seine Reise ein Ende zu haben. Dort setzt er all sein Geschick und Wissen um die Welt der Düfte ein, um den bis dahin erfolgreichen Händler europaweit bekannt zu machen. Gleichzeitig arbeitet Grenouille insgeheim an dem perfekten Duft, dem wie sich am Ende schließlich herausstellt nur noch das Menschliche fehlt. Und damit beginnen die Morde.

Klingt unheimlich spannend? Leider ist das nicht der Fall. Ab Seite eins an kam ich nicht in diese Geschichte rein, die vor Adjektiven nur so strotzt und auch gern mal über drei Seite mit reinen Aufzählungen von Gerüchen "unterhält". Grenouille blieb mir über die ganze Distanz des Buches hinweg eine fremde Figur, die ich einfach nicht einordnen konnte und hinter deren Handlungen keine Intention deutlich geworden ist. Erst hasst er den Geruch der Menschen, dann braucht er hin, dann verachtet er die Menschheit, dann will er geliebt werden. Die Wechsel in Grenouilles Leben sind so zahlreich, wie nicht nachvollziehbar. Süskind scheint kein Maß zu kennen, ergeht sich in ellenlangen Beschreibungen der olfaktorischen Fixierung seines Protagonisten und wiederholt sich dabei auf penetrante Art und Weise. Durch ganze Passagen hab ich mich durchgeschleppt.

Insbesondere Grenouilles Jahre im Innern des Bergs (Gollum lässt grüßen) und dessen dort vollzogene Selbstfindung im Dufttraumland haben mir die Zornesadern aufs Gesicht getrieben und nahe daran gebracht, das Buch in die Ecke zu knallen. Das habe ich nicht gemacht und wurde zumindest mit einem guten letzten Viertel belohnt, in dem das Tempo endlich anzieht und auch das präsentiert, was ich mir anfangs unter dem Titel vorgestellt hatte. Nach all den Ausschweifungen kommt das Ende jedoch derart abrupt, dass ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

Insgesamt ist "Das Parfum" für mich leider ein eher enttäuschendes Stück Literatur, das mir einfach nicht gelegen und auch kaum unterhalten hat. Und es bleibt das Fazit: Entweder bin ich zu blöd für dieses Buch, oder das Buch ist zu blöd für mich. Letzteres war jedenfalls über lange Strecken mit Sicherheit der Fall.

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