Tag der Heuschrecke

Erschienen: Januar 1964

Bibliographische Angaben

  • New York: Random House, 1939, Titel: 'The locust', Seiten: 238, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 1964, Seiten: 255, Übersetzt: Fritz Güttinger
  • Frankfurt am Main; Hamburg: Fischer, 1968, Seiten: 154
  • Berlin; Weimar: Aufbau, 1966, Seiten: 223
  • Zürich: Diogenes, 1972, Seiten: 255

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Homer Simpson, ein ehemaliger Buchhalter aus Iowa, hat sein ganzes Leben lang nur gearbeitet. Mit Frauen hat er keinerlei Erfahrung. Um seinem Leben eine neue Wendung zu geben, kratzt er seine Ersparnisse zusammen und geht nach Hollywood. Hier gesellt er sich zu den Underdogs der Filmmetropole: Mit dem dümmlichen Filmsternchen Faye Greener, das seine körperlichen Reize skrupellos einsetzt, um Karriere zu machen und auch Homer nur ausnutzt, beginnt er eine Liaison. Dabei konkurriert er mit einem verkrachten Kunststudenten aus Yale, Tod Hackett, dem stumpfsinnigen Cowboydarsteller Earle Shoop sowie mit dessen brutalem mexikanischem Kumpel Miguel, der Hahnenkämpfe veranstaltet.

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Letzte Kommentare:
02.09.2012 16:10:19
Stefan83

Er gilt als einer der Wegbereiter der Postmoderne, seine Werke als Klassiker der modernen amerikanischen Literatur - dennoch ist Nathanael West heute, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen und engen Freunden F. Scott Fitzgerad oder Dashiell Hammett, nur noch den wenigsten ein Begriff. Daran wird wohl voraussichtlich auch die Neuauflagen seiner Werke durch den Manesse Verlag nichts ändern, wenngleich diese seinen Namen zumindest wieder mehr in den Fokus gerrückt haben. Verdientermaßen, denn bereits mit "Tag der Heuschrecke" hat sich West gleich nach ganz weit oben in meine persönliche Bestenliste geschrieben.

Von vielen als "bestes Buch, das je über Hollywood geschrieben wurde" gepriesen, waren die Erwartungen vor der Lektüre dementsprechend hoch - und West hat sie nicht nur erfüllt, sondern in beeindruckender Art und Weise übertroffen. Mit schonungslos sezierender, bitterer Sprache wirft er einen Blick hinter die Glitzer-Fassade der Traumfabrik, richtet den Scheinwerfer auf die im Schatten des goldenen Sonnenstaats darbenden Verlierer, welche ihre Hoffnungen auf Erfolg schon bereits bei der Ankunft in der Großstadt begraben mussten. Der "American Dream" der 30er Jahre ist zu einer Sackgasse geworden, gegen deren Wand die Verzweifelten und Gescheiterten ohne Aussicht auf Erfolg tagtäglich anrennen. Körper werden verkauft, Moralvorstellungen über Bord geworfen. Und das sinnlose Wunschdenken kanalysiert sich immer wieder im Ausbruch von Gewalt.

Wie Chandler und Hammett, so hat auch West kein Blatt vor den Mund genommen, um die Auswüchse des Sittenverfalls im Amerika der Großen Depression zu skizzieren und den Glanz Kaliforniens als oberflächliche Politur zu entlarven. In gewissem Sinne ist "Tag der Heuschrecke" dabei auch eine persönliche Abrechnung des Autors, der sich mehr schlecht als recht als Drehbuchschreiber in Hollywood verdingte und von Biografen später als notorischer Lügner betitelt wurde.

Im Schreiben hat West sich seine Ehrlichkeit auf jeden Fall bewahrt. Und diese geht nicht spurlos am Leser vorbei. So ist der Blick auf das Treiben der verbitterten Egoisten, die (wortwörtlich) in Hahnenkämpfen um die Gunst einer schönen, aber ebenso erfolglosen jungen Frau (welche ihren Körper aus Geldnot zu Markte trägt) kämpfen, spätestens im letzten Drittel von Traurigkeit verklärt - und die unterhalb der beißenden Satire schwelende Spannung entlädt sich in einer verheerenden Massenpanik, die uns ernüchtert und nachdenklich zurücklässt.

"Tag der Heuschrecke" ist große, bleibende und immer noch wirkungsvolle und eindringliche Literatur - ein Klassiker im wahrsten und besten Sinne des Wortes.

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