Der Mann, der zu spät kam

  • Suhrkamp
  • Erschienen: Januar 1996
  • New York: Knopf, 1993, Titel: 'The man who was late', Seiten: 243, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1996, Seiten: 284, Übersetzt: Christa Krüger
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1998, Seiten: 283
  • München: List, 2004, Seiten: 283
Der Mann, der zu spät kam
Der Mann, der zu spät kam
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Ben, ein Mann in den besten Jahren, hat es im Leben zu etwas gebracht. Ihm, dem Juden, gelang es sogar, die Erinnerung an die Kindheit während des Zweiten Weltkriegs in Polen zu verdrängen. Trotzdem scheitert er, da er nicht imstande ist, den Wert einer Beziehung zu erkennen. Begleys Geschichte spielt gut dreißig Jahre nach dem hochgelobten Roman "Lügen in Zeiten des Krieges". Wieder erzählt der amerikanisch-jüdische Autor von einem Mann, der die Schatten der Vergangenheit nicht abzustreifen vermag.Ben ist brillant - ein Mann mit Stil, gebildet und attraktiv, im besten Alter. Seinen Erfolg hat er aus eigener Kraft zuwege gebracht, und ihm gelingt es dank seiner gesellschaftlichen und geschäftlichen Triumphe sowie seiner nicht seltenen Liebesabenteuer immer wieder, seine Kindheit als polnischer Jude während des Zweiten Weltkriegs zu verdrängen. Ben, perfekter Jongleur im Zentrum der internationalen Hochfinanz und Meister selbst schwierigster Verhandlungen, leidet jedoch unter einer einzigen, indes gravierenden Schwäche: "Immer dann, wenn lebenswichtige Entscheidungen auf dem Spiel standen, kam er, der pünktlichste, zuverlässigste Mensch unter der Sonne, zu spät." Als Ben endlich diese Schwäche mit ihren fatalen Folgen erkennt, faßt er einen Entschluß - mit dem er jetzt ein erstes und einziges Mal seinem Schicksal zuvorkommt: An einem heißen Sommertag springt er in den Tod. Jack, enger Freund aus alten Tagen in Harvard, selbst Schriftsteller und letzter "Zeuge" des Toten, geht Bens Scheitern auf den Grund. Und er erzählt uns, indem er sich erinnert und in Bens Tagebüchern, Briefen und Notizheften stöbert, ein Leben, das -einem antiken Stoff ähnlich - tragisch enden mußte. Jack offenbart, daß Ben in erster Linie daran scheiterte, daß er seine Beziehungen nicht zu bewerten und nicht auf ihre Weise zu schätzen wußte: ob es die Beziehung zu seiner Frau Rachel war, die ihn verließ, ob jene zu Rachels Töchtern oder schließlich die entscheidende, alles aufs Spiel setzende Beziehung zu der so schönen wie warmherzigen Veronique, die sich gegen ihren Mann und für Ben entschieden hatte. Womit Veronique jedoch nicht gerechnet hatte, war, daß Ben, trotz aller Leidenschaft, sich nicht für sie entscheiden konnte; Ben blieb, auch in der letzten Liebe seines Lebens, der Mann, der zuspät kam.

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