Bicycle Diaries

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • New York: Viking, 2009, Titel: 'Bicycle diaries', Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2011, Seiten: 363, Übersetzt: Brigitte Jakobeit

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Kathrin Plett
Radfahren als Alternative zur klassischen Städtereise

Buch-Rezension von Kathrin Plett Nov 2011

David Byrne dürfte vielen als britischer Musiker bekannt sein. Als Frontmann der 1975 gegründeten Popgruppe "Talking Heads" erlangte er Weltruhm, lange bevor er sich auch als Solist, Produzent und im Filmbereich als Regisseur und Drehbuchautor einen Namen machte. Doch auch die Schriftstellerei reizte ihn, so dass er darüber hinaus begann, Bücher zu schreiben.

"Bicycle Diaries" greift dabei ein Thema auf, welches ihm besonders am Herzen liegt: Das Radfahren. Er setzt sich nicht nur für bessere Bedingungen für Radfahrer ein, sondern ist selbst ein begeisterter Radfahrer. Auf seinen vielen berufsbedingten Reisen durch die Großstädte dieser Welt, durfte für ihn somit eins niemals fehlen: Egal wohin er auch reiste, sein Rad musste mit. Auf diese Weise ist es ihm möglich, die Städte, in denen er unterwegs ist, ganz individuell und seinen eigenen Interessen folgend zu erkundigen, abseits von Touristenwegen und den bekannten Publikumsmagneten. Seine über viele Jahre gesammelten Eindrücke hat er in seinem Roman "Bicycle Diaries" festgehalten.

"Bicycle Diaries" nimmt seine Leser mit auf eine Reise, die ihn einmal quer durch die Welt führen wird. Nachdem David Byrne sich zunächst den amerikanischen Großstädten widmet, Baltimore, Michigan, Columbus oder New Orleans beschreibt, geht es weiter über Berlin nach Istanbul, Buenos Aires, Manila, Sydney. Anschließend über London wieder nach Amerika, nach San Francisco und New York.

Dabei geht Byrne individuell auf die Besonderheiten der doch so unterschiedlichen Großstädte ein, beschreibt Menschen, Kultur und Kunstwerke, die ihm auf seinen Streifzügen mit dem Rad begegnet sind. Anders als bei gewöhnlichen Städtereisen, bei denen die Touristen der Masse von einem sehenswerten Objekt zum nächsten Folgen, bekommt er direkten Kontakt zu den Menschen und deren Gewohnheiten, erlebt ihre Lebensumstände hautnah mit.

Dass Byrne sich auch darüber hinaus mit dem Gesehenen auseinandersetzt, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass er viele Fragen in seine Erzählung einbaut, die allzu oft unbeantwortet bleiben müssen. Mehrfach sind es Fragen, die die Gesellschaft, Werte und Normen betreffen und für die es vielleicht keine "richtige" und einzig wahre Antwort gibt oder aber auch rhetorische Fragen, die kritisch auf politisches Geschehen eingehen: "Kommt ein Land für die EU-Mitgliedschaft eher in Frage, wenn es einen Rave befürwortet?" Den EU-Beitritt der Türkei betreffend, oder auch folgende Frage: "Ließe sich Imelda Marcos' Geschichte mittels Tanzmusik erzählen?" Dabei denkt der Talking-Heads-Frontmann über die Themen der Clubmusik nach. 

Besonders beeindruckend ist aber Byrnes Wissen zu jeder seiner Etappen. Er kennt sich in den Städten aus und weiß um ihre Geschichte, beobachtet nicht nur politische Entwicklungen, sondern stellt auch seine persönliche Sicht dar, ohne aber den moralischen Zeigefinger zu erheben, oder den Leser von seiner Meinung überzeugen zu wollen. Das Buch ist unterlegt mit vielen Bildern und Fotografien, die seine Berichte lebendig und anschaulich werden lassen.

Alles in allem präsentiert Byrne einen gelungenen Roman, mit dem er seine Leser an seinen Gedanken und Entdeckungen teilhaben lässt. Dabei stimmt er zum Teil nachdenklich, wenn er kritisch auf Missstände eingeht, unterhält, wenn er von ulkigen Situationen erzählt oder einfach nur von seinen eigenen Erfahrungen und Gedanken berichtet.

Radfahren als Alternative zur klassischen Städtereisen, eine besondere Art, die Kultur und Lebensart ferner Orte zu entdecken.

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