Und wieder Februar

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Toronto: House of Anansi, 2009, Titel: 'February', Seiten: 310, Originalsprache
  • München: Hanser, 2011, Seiten: 335, Übersetzt: Kathrin Razum

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Myra Wehbrink
Versunkenes Glück

Buch-Rezension von Myra Wehbrink Nov 2011

Die Geschichte beginnt mit der 56-jährigen Helen, die sich um ihre Enkel und Kinder kümmert. Sie näht Hochzeitskleider und trifft sich mit ihren Freundinnen zum Kaffee. Helen wohnt in St. Johns auf Neufundland und dort war sie auch, als ihr Mann vor 26 Jahren im Meer ertrank. Cal arbeitete auf einer Ölbohrinsel. Diese ging am Valentinstag 1982 mit der gesamten Besatzung unter.

Lisa Moore, selbst geboren in St. Johns, studierte Kunst und war mit "Und wieder Februar" Finalistin für den Man Booker Prize. Moore verlor mit 16 Jahren ihren Vater und macht in ihrem Roman deutlich, welchen Schmerz Verlust auslösen kann.

Helen wusste sofort, dass Cal tot ist. Sie hätte gerne wie die anderen noch die drei Tage Ungewissheit gehabt, bis feststand, dass niemand überlebt hat. Aber sie war sich sicher, von Anfang an.

Als Cal stirbt ist Helen schwanger. Ab jetzt muss sie sich um die vier Kinder alleine kümmern. Doch innerlich ist sie nicht mehr da, sie ist mit ihrem Mann untergegangen. Moore schildert Helens Schmerz und Trauer eindringlich und nachvollziehbar. Auf der einen Seite geht das Leben weiter, muss es weiter gehen. Auf der anderen steht alles still. So still, dass in Helen anfangs nichts voran geht.

Das Buch erzählt in Rückblicken wie Helens Leben mit Cal ausgesehen hat und lässt den Leser langsam verstehen, wie tief die Liebe zwischen den beiden gewesen sein muss. Helens Gedanken gehen immer wieder zurück zu dem Tag, an dem die "Ocean Ranger" gesunken ist. Sie versucht sich vorzustellen, was ihr Mann getan haben mag. Sie versucht zu verstehen, was schief gelaufen ist. Warum konnte niemand gerettet werden? Warum haben sich die Sicherheitstüren nicht geschlossen? Warum musste Cal sterben?

Moore erzählt die Geschichte einer Familie, die von dem Verlust des Vaters und Ehemanns gezeichnet ist. Einer Mutter, die trotz dem sie ihr Bestes gibt, mit den Fehltritten ihrer Töchter und ihres Sohns zu kämpfen hat. An manchen Stellen des Buchs glaubt man Helen würde aufgeben. Doch sie hält sich an Etwas fest. Etwas tief in ihr lässt sie weitermachen

Moore schreibt so, dass wir uns vorstellen können "wie sich die Erde anfühlt, wie sie aussieht, schmeckt, riecht." (Klappentext). Sie gibt ihrer Protagonistin die Gabe, dass am Leben zu schätzen, was wirklich wichtig ist. Für Helen sind es ihre Kinder und die auch noch nach 26 Jahren anhaltende Liebe zu ihrem Mann.

Doch das Buch ist nicht nur von Trauer gekennzeichnet, sondern beschreibt den Weg zurück ins Leben. Die Möglichkeiten ganz langsam wieder Hoffnung zu schöpfen, Glück zu verspüren und sich für eine neue Liebe zu öffnen.

Moore erzählt nicht schnell, spritzig oder gar rasant. Sie setzt das Augenmerk auf die Details. Sie erzählt ruhig, zurückhaltend, vorsichtig. So als wollte sie die aufkeimende Genesung Helens nicht schon im Keim ersticken. Des Öfteren wird dieser Erzählstil jedoch langweilig und zäh, so dass man selten von der Geschichte gefesselt ist.

Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit. Am 15. Februar 1982 sinkt die Bohrinsel "Ocean Ranger" mit der gesamten Besatzung. Man war davon ausgegangen, dass sie unsinkbar sei, doch eine Riesenwelle beschädigte sie so stark, dass keine Rettung mehr möglich war.

Moore gibt mit "Und wieder Februar" den ganzen Familien, die an diesem Unglück teilhatten, eine Stimme. Eine äußerst ruhige, aber eine einfühlsame.

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