Die Geschichten Jaakobs

Erschienen: Januar 1933

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Fischer, 1933, Seiten: 402, Originalsprache
  • Wien: Bermann-Fischer, 1937, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 1971, Seiten: 495, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2010, Seiten: 384, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 1983, Seiten: 417, Originalsprache

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Am Brunnen und in der Nacht beginnen Die Geschichten Jaakobs. Hier trifft der greise Jaakob Joseph, den Liebling unter seinen zwölf Söhnen. Er fragt, warum Joseph nicht bei seinen Brüdern sei. Zu seinem Kummer muss er hören, dass sein Vorzugskind von einem der Brüder "Laffe und Hürchen" genannt worden ist. Der Bruderzwist, der im Verkauf des jungen Josephs nach Ägypten gipfeln wird, hat begonnen.
Die Begegnung von Vater und Sohn gibt den Anlass für einen umfassenden Rückblick auf Jaakobs Leben: Wir erfahren, wie er seinen um ein Weniges älteren Zwillingsbruder Esau um den väterlichen Segen und somit das Erstgeburtsrecht betrog. Den Zorn und die Rache des Bruders fürchtend, flieht Jaakob nach Haran. Dort verdingt er sich bei seinem Onkel Laban und verliebt sich in dessen Tochter Rahel. Als er um ihre Hand anhält, stellt ihm Laban die Bedingung, sieben Jahre für ihn zu arbeiten, bevor er als Lohn Rahel heiraten dürfe. Als nach Ablauf dieser Zeit endlich Hochzeit gefeiert wird, stellt sich für Jaakob am nächsten Morgen heraus, dass Laban ihn betrogen hat: Er hatte ihm seine ältere Tochter Lea verschleiert zugeführt. Noch einmal muss Jaakob seinem Onkel sieben Jahre dienen, damit er auch Rahel heiraten darf.
Während die Söhne, die Jaakob mit Lea hat, heranwachsen, bleibt Rahel unfruchtbar. Wie einst die Magd Hagar dem Abraham einen Sohn gebar, so gebären die Mägde Bilha und Silpa dem Jaakob Söhne. Zehn Kinder hat er bereits, da bringt Rahel endlich Joseph zur Welt, des schon hoch gealterten Jaakob lang erwünschtes Kind mit der "Richtigen", endlich den "richtigen" Sohn: Joseph, auch Jaschup - was so viel heißt wie Mehrung und Zunahme. Als Hinweis auf den Höchsten nennen die Eltern ihn auch Jehoseph.
In den Jahren in Labans Diensten kommt Jaakob zu Reichtum, kehrt nach Kanaan zurück und versöhnt sich mit Esau.

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Letzte Kommentare:
19.03.2015 13:32:16
USt

In der Joseph-Tetralogie zeigt Thomas Mann sich als der ganz große Geschichtenerzähler, der er ist. Nicht eine, nein, tausend Geschichten werden in diesen vier Büchern erzählt, Geschichten, die ineinander greifen, die abschweifen, jede für sich lesenswert und liebenswürdig. Überhaupt: liebenswürdig, das sind sie fast alle, die vielen Menschen, die dem Leser in dieser Mammutgeschichte begegnen.
Natürlich findet man auch die typisch Mann'schen Themen wieder: das Erwähltsein (Joseph, ebenso wie Gregor, Adrian Leverkühn, Klaus Heinrich - und in ihnen letztlich Thomas Mann -, ist ein Erwählter), das Sich-selbst-Aufgeben aus Liebe, der Dualismus zwischen Kunst und Leben, zwischen dem Künstlich-künstlerisch-Verstiegenen und dem Natürlich-Unbedarften, zwischen dem geistig Schaffenden, Inerten und dem Lebendigen, Aktiven...
Ich ziehe die vier Joseph-Bände mit ihrem grundsätzlich verschmitzt-heiteren Grundton, der immer wieder die Oberhand gewinnt, der düsteren Atmosphäre des Doktor Faustus und dem etwas schwül-dekadenten Verwesungsgeruch des Zauberbergs vor (ohne diesen beiden Werken die ihnen zweifellos gebührende Bewunderung zu versagen...). Verwandt ist der Erzählton in dieser Hinsicht eher dem des Erwählten und der Königlichen Hoheit.
Zauberhaft und genial - wie immer bei Mann, aber hier vielleicht auf besonders charmante Weise - ist natürlich die Sprache: die wunderbar wallenden, fließenden Sequenzen, die meisterhaft durchgehaltene Leitmotivik, der stets zu erwartende jähe Umschwung von hohem Pathos, tiefer Tragik oder schmerzlicher Leidenschaft (eine andere gibt es bei Mann kaum) in ein verschmitztes Augenzwinkern, die allem zugrundeliegende subtile Ironie - all dies ist eine helle Freude für den Leser, der hohe Sprachkunst zu schätzen weiß.
Ausdauer, das sei zugegeben, braucht man für dieses Meisterwerk der Erzählkunst: bei insgesamt etwa 1800 Taschenbuchseiten hat auch der schnelle und begeisterte Leser durchaus etwas zu tun. Doch es lohnt sich! Auch denjenigen, denen der Erzählstil anfangs etwas ungewohnt vorkommen möge, sei die Lektüre wärmstens empfohlen, denn in die Mann'sche Sprache kann man sich "einlesen", und wer Spaß an gut erzählten Geschichten hat, der wird seine Freude an dem Werk haben.

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