Der Tag vor dem Glück

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Feltrinelli, 2009, Titel: 'Il giorno prima della felicita', Seiten: 133, Originalsprache
  • München: Graf, 2010, Seiten: 172, Übersetzt: Annette Kopetzki

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Der Tag vor dem Glück: Das ist der Tag, an dem es dem kleinen Waisenjungen gelingt, den Ball hinter dem Fuß der marmornen Statue hervorzuangeln - jetzt darf er bei den Großen mitspielen. Es ist auch der Tag, an dem er unter einem alten neapolitanischen Mietshaus ein geheimes Verlies voller Bücher entdeckt, in dem ein Jude den Krieg überlebte. Und es ist der Tag, an dem das geheimnisvolle Mädchen Anna ihren Platz am Fenster im dritten Stock verlässt und ihm entgegengeht. Don Gaetano, portiere in eben jenem Mietshaus, wird bald sein väterlicher Freund. Er weist ihn nicht nur in die Geheimnisse des Kartenspiels ein, sondern auch in die Kunst des Gedankenlesens. Und er zeigt ihm, wie man in einer Stadt überlebt, in der Glück und Verderbnis so nah beieinander liegen.

Der Tag vor dem Glück

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20.04.2016 09:26:01
cl.borries

Neapel kurz nach dem zweiten Weltkrieg und Mitte der fünfziger Jahre:
der kleine Junge, Icherzähler dieser Geschichte, kann zwischen den Beinen einer Statue hindurchklettern und den Ball zurückholen. Jetzt darf er bei den Großen mitspielen, und sein Glück ist vollkommen!

Viele Jahre später sitzt er mit Don Gaetano zusammen, dem Hausmeister in dem Mietshaus, in dem er eine Kammer bewohnt, und dieser erzählt vom Krieg. Viele Menschen verloren damals ihr Leben, als die Deutschen kamen und barbarisch wüteten. Don Gaetano hatte einen Juden in dem Bretterverschlag hinter der Statue versteckt. Der kleine Junge entdeckt eines Tages darin eine Kiste mit vielen Büchern, die er mit Begeisterung liest.

Don Gaetano und der kleine Junge, der später nicht mehr ganz so klein ist, freunden sich an, und Don Gaetano weiß viel zu erzählen: von dem, was er über die Menschen weiß und von den Bewohnern des Hauses, in dem er "portiere" ist, von seiner Fähigkeit, Gedanken zu lesen, und immer wieder vom Krieg und seinen Erfahrungen bei der Landung der Alliierten 1943 hier unten in Neapel. Auch er ist früh Waise geworden wie der Protagonist dieser kleinen Geschichte, und so vereint sie das Schicksal zwangsläufig.

Und was hat das alles mit dem Tag vor dem Glück zu tun?
Das ist der Tag vor dem Neuen Jahr, wo man sich alles Glück der Welt erwünscht!

Erri De Luca fügt die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs in einen poetischen Rahmen und kleidet seine Erzählung in die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft.
In feiner, geheimnisvoller Manier teilt man eine Zeit lang den Lebensweg des jungen, interessierten Icherzählers. Dieser ist lernbegierig, neugierig und erfährt von Don Gaetano auch etwas über seine Eltern, die ihm unbekannt waren. Hinter einem der Fenster im großen Haus sieht er eines Tages Anna mit den großen Augen, die sich selber als "verrückt" bezeichnet.

Wie es mit ihm und Anna weiter ging, wie er immer wieder mit Don Gaetano zusammensitzt und so viel von ihm lernt, das ist in eine kluge und weise kleine Erzählung eingebettet.
Neapel mit seinen engen Gassen, das Leben auf engstem Raum, die Schönheit des Golfes von Neapel, der Himmel und das Wasser bilden den eindrucksvollen Rahmen für die Geschichte.
Man spürt dem Leben nach, das sich im Süden Italiens in der großen Stadt Neapel während und nach dem Zweiten Weltkrieg abspielte. Lokalkolorit und offene Begegnungen, Skizzen von menschlichen Beziehungen und nur angedeutete Lebensverläufe verdichten sich zu einer anrührenden Lebensgeschichte, erzählt in kurzen Momentaufnahmen.
Dass auch die Camorra und der Tod nie ferne sind, wenn man in diesem Milieu zu Hause ist, kulminiert in der Erzählung zu einem unerwarteten Höhe -und Schlusspunkt.

Erri de Luca mischt reales Erleben mit archaischen Erzählstrukturen, die eine geheimnisvolle Dichte gewinnen.
Er weiß wirklich, Geschichten zu erzählen und gehört zu den beliebtesten Autoren Italiens.
2010 wurde er mit dem Petrarca - Preis ausgezeichnet.

24.11.2014 10:33:16
Kolland Dorothea

Dieses Buch führt in einer der großartigen Wohnhöfe Neapels, zu einem kleinen und dann großen Jungen, dessen Eltern quasi das Haus und der Hausmeister sind, und es führt in das Neapel des letzten Kriegsjahres, in den Widerstand der Neapolitaner und in die Nachkriegszeit. Es lehrt Umgang mit Fussball, mit Witwen, mit Lichtreflexen, mit Liebe. In meinem inneren Auge tauchten all meine Erinnerungen an diese schwierige, tolle Stadt auf, an die Bassi, an den Golf. Und an eine Kindheit, so anders als die meine, die ich mit großer Empathie und Begeisterung für eine sehr einfache, sehr kunstvolle Sprache aufbringen kann.

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