Eine windige Affäre

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2011, Seiten: 4, Übersetzt: Amelie Fried, Bemerkung: gekürzt

Couch-Wertung:

30

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
1 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:57
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":1,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Myra Wehbrink
Viel Wind um Nichts

Buch-Rezension von Myra Wehbrink Sep 2011

Katja, eine vierzigjährige Bauingenieurin, bekommt die Chance Karriere zu machen. Ihr Chef bietet ihr die Betreuung eines Windkraftprojekts in Litauen an. Anfangs zweifelt Katja, ob sie ihre Kinder und ihren Mann alleine lassen kann. Doch die Aussicht auf Erfolg ist ihr wichtiger. 

Eine windige Affäre erzählt von einer Frau, die versucht, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig ihre Ehe zu retten. Auf weitere Schwierigkeiten stößt sie in Litauen. Dort erwarten sie korrupte Verhältnisse: Eine Bevölkerung, die sich von der Attraktivität der Windkraft nicht überzeugen lässt, Morddrohungen und scheinbar unüberwindbare Bürokratie. Ihr zur Seite steht der junge, attraktive Jonas. Er ist Mädchen für alles und kennt sich bestens mit den Begebenheiten vor Ort aus. Ohne ihn wäre Katja aufgeschmissen.

Katjas Mann, Kulturredakteur bei einer Zeitung, bildet das Gegenstück zu ihr. Eher ruhig, etwas unorganisiert, ist er der Meinung, die Familie muss nicht immer an erster Stelle stehen. Seine Wünsche sind genauso wichtig, wie die seiner Frau und die der Kinder. Ihre Ehe wird stereotyp mit dem Satz charakterisiert: Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Um das Betreuungsproblem arbeitender Eltern zu lösen, wird ein Au-pair-Mädchen angestellt. Obwohl Katja alles bis ins letzte Detail plant, ist das erste Mädchen eine totale Katastrophe und es bedarf der Nachbesserung. Wie sollte es anders sein: In Litauen findet sie Sofia, die sich als fast übernatürlich perfekt heraus stellt. So weit, so gut. 

Eine Protagonistin ohne Konsistenz

Problem bei der ganzen Sache ist die Protagonistin selbst. Auf der eine Seite beschreibt Fried sie als die unnachgiebige, harte, kompetente Frau, die in Litauen den gestandenen Männern zeigt, wo es lang geht. Sie kämpft für ihr Projekt und steht auch nach Rückschlägen relativ schnell wieder auf. Sie macht sich die Litauer Verhältnisse zu nutze und schreckt nicht vor unlauteren Mitteln zurück.

Auf der anderen Seite ist sie kontrollsüchtig, vollkommen unentspannt und steht oft kurz vor einem Nervenzusammenbruch, wenn es um ihre Familie geht. Jetzt könnte man einwerfen: Die Frau macht sich einfach Sorgen und möchte, gerade weil sie nicht da ist, eine gute Mutter sein. Damit hat es aber nichts zu tun. Katja steht sich das gesamte Buch selbst im Weg.

Sie verlangt von ihrem Mann Unterstützung und geht dabei so weit, ihm mit Trennung zu drohen. Weiß aber selber nicht, woran er gerade arbeitet oder wie es ihm geht. Nachdem das erste Au-pair rausgeworfen wurde, bittet sie inständig darum, ein neues, perfektes Kindermädchen zu finden. Als dieses dann wirklich auftaucht, hat sie das Gefühl von ihrem Platz als Mutter und Ehefrau verdrängt zu werden. Sie dichtet ihrem Mann eine Affäre mit Sofia an und stirbt in Litauen fast vor Eifersucht. Katja soll als sympathische Frau beschrieben werden. Der Klappentext charakterisiert sie gar als "liebenswerte, kämpferische Heldin". Bei mir hat sich keine Sympathie eingestellt und heldenhaftes konnte ich an ihr ebenfalls nicht feststellen.

Frauenzeitschrift-Klischees

Das Buch ist voll von Frauenzeitschrift-Klischees: Au-Pair-Mädchen nehmen dir den Mann weg oder sie rauben dich aus. Deine Kinder kannst du nicht alleine lassen, ohne dass sie emotionalen Schaden nehmen. Wenn dein Mann viermal die Woche Sex mit dir will, dann geht es ihm um nichts anderes mehr. Ruft er dich nicht jeden Tag an (nach fünfzehn Jahren Ehe!), dann hat er eine Andere. Ist man mit vierzig noch attraktiv hat, man wirklich Glück gehabt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es irgendwo Frauen gibt, die sich mit diesem Bild vergleichen möchten. Ich will es nicht. Fried wollte das Bild einer starken, modernen Frau zeichnen, die sich nicht unterkriegen lässt. Leider ist an Katja weniges stark und modern sind allerhöchstens die Umstände.

Deine Meinung zu »Eine windige Affäre«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.