Der Augenblick der Zeit von Stephanie Schuster

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 bei Blessing.

Bibliographische Angaben

  • München: Blessing, 2017.ISBN: 978-3896675699.352 Seiten.

    'Der Augenblick der Zeit' ist erschienen alserschienen als HCals TB nicht erhältlichals CD nicht erhältlich

    »Der Augenblick der Zeit« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

    bestellen bei amazon

    Das meint Belltristik-Couch.de:60

    Rezension von Monika Wenger

    Ein Frauenportrait aus der Renaissance stellt das Leben von Ina Kosmos auf den Kopf. Auf einer Auktion in London versucht sie, dieses Bild, welches von Leonardo Da Vinci stammen könnte, mit allen Mitteln zu ersteigern. Leider erfolglos. Bei ihrer Rückkehr nach München muss Ina zudem feststellen, dass ihre Geschäftspartnerin Doris die gemeinsame Galerie aufgeben will. Inas Leben gerät dadurch definitiv aus den Fugen.

    Fünfhundert Jahre früher macht sich Georg Tannstetter, Sterndeuter und angehender Arzt im Auftrag von König Maximilian I. auf den Weg nach Mailand. Er soll sich ein Bild von Bianca Maria Sforza machen und soll seinem König ein Portrait der zukünftigen Gemahlin besorgen. Doch die Beschaffung eines solchen Bildes sollte sich als echte Herausforderung erweisen.

    Ina führt zusammen mit Doris Schimmer die Galerie Schimmer & Kosmos in München. Doch das zehnjährige Jubiläum wird nicht mehr gefeiert werden können, weil Doris den Mietvertrag für die Galerie gekündigt hat. Die Geschäfte waren auf Dauer nicht lukrativ genug. Für Ina ein äusserst schwerer Schritt. Auf einer Auktion in London verguckt sie sich in ein Frauenportrait aus der Renaissance. Sie hofft, das Bild ersteigern und bei einem allfälligen Weiterverkauf einen anständigen Gewinn erzielen zu können. Damit wäre auch die Galerie gerettet. Doch leider bleibt das Unterfangen erfolglos. Ina muss mit leeren Händen zurück nach München. Dort erwartet sie ihr Freund, Zack. Er versucht, Ina zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit zu überreden. Dazu kann sich Ina jedoch nicht überwinden, denn Zack verdient sein Geld mit gefälschter Kunst.

    Im Jahr vierzehnhundertdreiundneunzig reist Georg Tannstetter nach Mailand. Auf seinem Weg über die Alpen gerät Tannstetter in einen Bergrutsch und verliert seinen königlichen Siegelring. Als er endlich in Mailand eintrifft und Einlass in das Schloss begehrt, wird er im Kerker eingesperrt. Im Verliess macht er Bekanntschaft mit einem Künstler. Bei Gesprächen über die Eigenheiten der menschlichen Nasen kommen sich die Beiden näher. Durch Vermittlung des Fremden kommt Tannstetter frei und kann endlich seine Aufgabe wahrnehmen. Er lernt das Hofleben bei den Sforzas kennen und kann seine Kenntnisse in der Medizin im Palast anwenden. Seine eigentliche Mission, die Beschaffung eines Portrait der Braut, erweist sich jedoch als schwierig und nur dank seinem Wissensdurst und mithilfe seines Freundes Leonardo, dem Künstler, kann er schlussendlich die Rückreise in die Heimat mit einem Bild der Braut antreten. Er sollte erst Jahre später feststellen, dass die Frau auf dem Portrait nicht die Braut von Maximilian I. ist.

    Der Roman der Autorin Stephanie Schuster handelt in zwei Zeitepochen: In der Gegenwart in London, München und Warschau, sowie in der Vergangenheit in der Zeit der Renaissance in Mailand und Wien. Das Frauenportrait spielt in beiden Zeitebenen die Hauptrolle. In der Gegenwart versucht Ina, die Galeristin und Malerin dem Frauenportrait auf die Spur zu kommen. Erst möchte sie das Bild oder zumindest einen Kunstdruck davon besitzen. Je mehr sie jedoch nachforscht umso mehr möchte sie über die Entstehung des Bildes und des Malers herausfinden.

    In der Vergangenheit versucht Georg Tannstetter ein Bild der Bianca Maria Sforza für seinen König Maximilian I. zu erhalten. Zu jener Zeit war es üblich, ein Portrait anfertigen zu lassen, damit sich der Bräutigam oder die Braut einen ersten Eindruck verschaffen konnte. Für Tannstetter stellte diese Aufgabe ein echtes Abenteuer dar. Nur über etliche Umwege und mit viel Geschick und Geduld wird er das Portrait erhalten.

    Interessant ist vor allem die Entstehung des Frauenportraits rund um die Verheiratung der Bianca Maria Sforza. Weiter hat die Autorin viele zusätzliche Informationen über die Renaissance eingeflochten: die Geschichte des Hauses Sforza, Einblick in die Verheiratung adeliger Personen, Farbherstellung und Maltechniken, über die Sterndeutung und die Seidenherstellung. Die Figur der Ina und die Gegenwart verblasst da ein wenig neben so viel Geschichte und altem Wissen.

    Stephanie Schuster, geboren 1967 in Niederpöcking, studierte nach einer Ausbildung zur Grafikdesignerin in der Kunstakademie München „Bild und Buch“ und illustrierte für viele Verlage Kinder- und Jugendbücher, bevor sie zu schreiben begann. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin, Malerin und Illustratorin und ist mit Kunstgeschichte und internationaler Kunstszene bestens vertraut. Sie lebt mit ihrer Familie am Starnberger See. Der Augenblick der Zeit ist ihr erster Roman bei Blessing.

    Monika Wenger, April 2018

    Ihre Meinung zu »Stephanie Schuster: Der Augenblick der Zeit«

    Ihr Kommentar zu Der Augenblick der Zeit

    Hinweis:Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen.Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre.Werbung ist nicht gestattet.Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.