Max Frisch

Max Frisch, geboren 1911 in Zürich und 1991 auch dort gestorben, war Schriftsteller und Architekt. Nach dem Besuch des Züricher Realgymnasiums begann er 1930 sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Danach begann er als freier Mitarbeiter für die Neue Züricher Zeitung zu arbeiten. 1934 entstand sein erster Roman unter dem Titel Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Thema ist vor allem Frischs erste Auslandsreise im Jahr zuvor. Nach seinen ersten schriftstellerischen Versuchen kommen Frisch Selbstzweifel. Er entschließt sich, mit dem Schreiben aufzuhören und verbrennt alle bis dahin entstandenen Manuskripte.

Stattdessen studiert er von 1936 bis 1941 Architektur und schließt sein Studium als Diplomarchitekt ab. 1942 gewinnt er den ersten Preis in einem städtischen Wettbewerb um eine große Freibadanlage in Zürich. Kurz darauf eröffnet er sein eigenes Architekturbüro in Zürich. Im selben Jahr erfolgt die Heirat mit der Architektin Gertrud Constanze von Meyenburg. Die Ehe, aus der drei Kinder hervorgehen, wird 1959 nach längerer Trennung geschieden.

In dieser Zeit ist Frisch auch als Schriftsteller wieder vermehrt tätig. Von 1946 bis 1951 verfasst er Dramen, die die aktuelle Nachkriegszeit teils direkt thematisieren, teils verfremden. 1951 wird Frisch durch ein Stipendium von Rockefeller ein einjähriger Aufenthalt in den USA ermöglicht. Der literarische Durchbruch gelingt ihm schließlich mit der Veröffentlichung des Romans Stiller. In diesem Roman, wie auch in späteren Werken wie Homo faber (1957) und Mein Name sei Gantenbein (1964), thematisiert Frisch die Identitäts-Problematik sowie die schwierige Akzeptanz des eigenen Ichs. 1955 löst er nun auch sein Architekturbüro auf, um ab jetzt ganz seiner Tätigkeit als freier Schriftsteller nachkommen zu können. Von 1958 bis1965 gelingen ihm mit Herr Biedermann und die Brandstifter und Andorra erste Bühnenerfolge und er bekommt sowohl den Georg-BüchnerPreis, den Literaturpreis der Stadt Jerusalem und die Ehrendoktorwürde an fünf Universitäten verliehen. 1968 heiratet er die Studentin Marianne Oellers, von der er sich 1979 wieder geschieden wird. Bis zu seinem Krebstod 1991 veröffentlicht er noch zahlreiche Werke.

Obwohl Max Frisch seine ersten Erfolge im Theater feierte und auch selbst später oft betonte, dass er eigentlich vom Theater komme, zählten neben dem Tagebuch vor allem der Roman und die längere Erzählung zu seinen wichtigsten literarischen Formen. Insbesondere in späteren Jahren wandte sich Frisch von der Bühne ab und der Prosa zu.

Werke von Max Frisch:

  • (1934) Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Roman.
  • (1937) Antwort aus der Stille. Erzählung.
  • (1944) J’adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen. Roman. (1957 Neufassung als: Die Schwierigen oder J’adore ce qui me brûle)
  • (1945) Bin oder Die Reise nach Peking
  • (1954) Stiller
  • (1955) Achtung: Die Schweiz (Ein Pamphlet, zusammen mit L.Burckhardt und M.Kutter)
  • (1957) Homo Faber
  • (1964) Mein Name sei Gantenbein
  • (1967) Öffentlichkeit als Pranger (Reden und Essays)
  • (1968) Erinnerungen an Brecht
  • (1971) Wilhelm Tell für die Schule
  • (1974) Dienstbüchlein
  • (1975) Montauk
  • (1976) Wir hoffen. Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1976
  • (1979) Der Mensch im Holozän
  • (1982) Blaubart
  • (1983) Forderungen des Tages. Portraits, Skizzen, Reden 1943-1982
  • (1989) Schweiz ohne Armee? Ein Palaver
  • (1990) Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre