Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen von Lars Simon

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 bei dtv.

Bibliographische Angaben

  • München: dtv, 2017.ISBN: 978-3423217040.320 Seiten.

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    Das meint Belletristik-Couch.de: Unterhaltsamer Fantasy-Krimi mit Charme und Witz85Treffer

    Rezension von Lisa Reim

    Rund ein Jahr mussten die Fans des magiebegabten Zauberladenbesitzers Lennart Malmkvist und dessen Mops Bölthorn auf eine Fortsetzung ihres ersten magischen Abenteuers warten. Nun hat Autor Lars Simon mit „Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen“ einen Folgeband geliefert, der seinem beliebten Vorgänger in Sachen Einfallsreichtum, Humor und Spannung in nichts nachsteht.

    Auch im zweiten Buch sind sowohl die magischen als auch die detektivischen Fähigkeiten des ungleichen Gespanns gefragt: Im schwedischen Göteborg müssen sie sich nicht nur mit unwissenden Polizeibeamten herumschlagen, sondern auch mit einem mysteriösen magischen Wesen, das regelmäßig die Küche des Museumsdirektors Professor Hellström verwüstet. Doch das randalierende Fabelwesen ist nicht das einzige Problem des armen, an ausgeprägter Verwirrtheit leidenden Professors, denn auch seine Ehefrau Henrietta ist seit Tagen spurlos verschwunden. Lennart und Bölthorn vermuten einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen und erkennen schnell, dass auch der Schwarzmagier Olav Krähenbein seine Finger mit im Spiel haben muss.

    Man ahnt bereits: Es gibt eine Menge zu tun für die beiden Protagonisten. Viel Zeit wird deshalb auch nicht vergeudet, nach einem kurzen Prolog setzt der Erzähler sofort an den Geschehnissen des ersten Bandes an und präsentiert eine spannende Handlung, die rasch Fahrt aufnimmt. Überhaupt werden dem armen, dicklichen, an Atemproblemen leidenden Mops und seinem Magier-Herrchen keine Verschnaufpausen gegönnt. Die beiden rutschen von einem Abenteuer ins nächste, treffen jede Menge schräge Typen, geraten in Hinterhalte, lösen Rätsel und müssen ganz nebenbei noch die Welt vor dem Wiedererstarken des Schwarzkünstlers Krähenbein bewahren. Dem Autor gelingt es dabei nie den roten Faden zu verlieren. Bis zum Schluss wird ein kontinuierlicher Spannungsbogen aufrechterhalten bis die Geschichte schließlich in einem fulminanten Showdown mit diabolischem Cliffhanger endet, der bestimmt so manchen Fan in unerträglicher Anspannung und Erwartung des nächsten Bandes zurücklassen wird.

    Lars Simon vermischt gekonnt Realität mit phantastischen Elementen. Angefangen bei dem eigenwilligen Orakel in der Keksdose bis hin zu einer Hautausschlag verursachenden Liebesallergie wird hier einiges geboten. Der Roman strotzt nur so vor irrwitzigen Absonderlichkeiten und sorgt somit für ein temporeiches Abenteuer, das durch den humorvollen Schreibstil bestens in Szene gesetzt wird. Neben den amüsanten Einfällen, sind es vor allem die liebenswerten Charaktere, die das Buch so besonders machen. Viele altbekannte Figuren aus dem ersten Teil werden den Lesern wiederbegegnen, allen voran natürlich Mops und Held der Geschichte Bölthorn. Das adipöse Tier mit seiner gewitterbedingten Sprachbegabung wächst einem schnell ans Herz.

    Wermutstropfen sind die teils belanglosen Smalltalk-Dialoge, die das ganze unnötig entschleunigen. Auch durch die strikte Geradlinigkeit der Handlung droht die Geschichte in einigen Fällen in partielle Monotonie abzurutschen. Leider kann auch die Titelfigur Lennart Malmkvist nicht durchgehend überzeugen. Zu demütig, zu friedfertig, zu umgänglich kommt er an manchen Stellen daher, kurz: man bekommt den Eindruck, es mehr mit einem farblosen Phlegmatiker zu tun zu haben, als mit einem Protagonisten, der charakterliche Ecken und Kanten vorzuweisen hat. Diese negativen Aspekte mindern den Unterhaltungswert des Buches allerdings kaum.

    Lars Simon ist eine würdige Fortsetzung gelungen, die problemlos mit dem ersten Band der Reihe mithalten kann. Wer Urban Fantasy mag, das Skurrile und Merkwürdige zu schätzen weiß und auf der Suche nach ideenreicher Unterhaltung ist kann bei diesem Werk nicht viel falsch machen.

    Lisa Reim, Januar 2018

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