All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

Buchvorstellungund Rezension

All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel All die verdammt perfekten Tage, bei Limes.

Bibliographische Angaben

  • München: Limes, 2015 unter dem Titel All die verdammt perfekten Tage.ISBN: 978-3-8090-2657-0.400 Seiten.

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    Das meint Belletristik-Couch.de:75

    Rezension von Monika Wenger

    «Ist heute ein guter Tag zum Sterben? fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass Violet neben ihm steht und offenbar über dasselbe nachdenkt.»

    Die beiden Charaktere können unterschiedlicher nicht sein:

    Finch – ein extremer Typ, ständig in Prügeleien verwickelt, macht was er will. Ein hochsensibler Junge, welcher von seinen Mitschülern als chaotisch, unberechenbar und als nicht angepasst wahrgenommen wird. Seine Eltern sind geschieden, sein Vater wieder verheiratet. Die Beziehung zu seinem Vater ist hochgradig schwierig. Der Vater neigt zu unkontrollierten Wutausbrüchen und wendet innerhalb der Familie auch Gewalt an. Die Mutter mit den drei Kindern ist vom Leben und den Aufgaben überfordert. Sie scheint auf einem anderen Planeten zu leben. Dass Finch zeitweise verschwindet, nimmt sie nur vage zur Kenntnis. Für ihren Sohn ist sie keine Stütze. Sie erkennt seine Krankheit, eine Bipolare Störung, nicht. Finch erhält deshalb nicht die nötige Unterstützung, medizinisch wie moralisch. Er wird zum Eigenbrötler und seine Hoch- und Tiefphasen wechseln in immer kürzeren Abständen. Er zählt die Tage, wie lange er schon wach ist. Da lernt er Violet auf dem Glockentum kennen.

    Violet – aufgewachsen in einem fürsorglichen Elternhaus, ist überall beliebt. Sie schreibt leidenschaftlich gerne, ist Cheerleaderin und ein angesagter Typ. Sie zählt die Tage bis zum Schulschluss. Freut sich auf die Zukunft. Ein ganz normaler Teenager. Durch einen nächtlichen Autounfall verliert sie ihre Schwester und kapselt sich ab. Sie trägt schwer an der vermeintlichen Schuld. Das Schreiben gibt sie auf. Sie vermisst die Schwester Tag für Tag sehr und versucht irgendwie zu überleben. Nach dem Vorfall auf dem Glockenturm interessiert sich Finch für Violet. Er versucht, sie für sich zu gewinnen. Ein gemeinsames Schulprojekt, welches sie quer durch Indiana führt, bringt die beiden einander näher. Nach und nach wächst das Vertrauen. Die ersten zarten, zögerlichen Annäherungsversuche folgen. Es entwickelt sich ganz langsam eine Liebesbeziehung zwischen diesen so unterschiedlichen Teenagern. Während Violet sich durch die die Beziehung zu Finch öffnet, verschliesst sich Finch dem Leben immer mehr. Er begeht Selbstmord. Im ersten Moment kann Violet diese Entscheidung nicht nachvollziehen und trägt schwer daran. Mit der Zeit jedoch stellt sie sich der Trauer und macht sich auf den Weg zu den Orten, welche sie mit Finch im Rahmen des Schulprojektes noch besuchen wollte.

    Jennifer Niven’s Buch behandelt das Thema Depression/Selbstmord, verpackt in einer Liebesgeschichte und ist keine leichte Lektüre. Die beiden Hauptfiguren berühren das Herz und ihre Geschichte lädt zum Nachdenken ein. Die beiden verschiedenen Figuren zeigen, wie unterschiedlich Menschen mit ihren Problemen umgehen und sie zu bewältigen versuchen. «Tatsache ist, dass ich von einer Krankheit befallen war, aber nicht von einer, die so einfach zu erklären ist wie Grippe.» erklärt Finch im Buch seine Bipolare Störung. Einfühlsam, prägnant und manchmal auch düster wird die Geschichte einer einzigartigen Liebe erzählt. Einer Liebe leider ohne Happy End.

    Monika Wenger, Januar 2018

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