Die Frau von dreißig Jahren von Honoré de Balzac

Buchvorstellungund Rezension

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Originalausgabe erschienen 1842 unter dem Titel La Femme de trente ans, deutsche Ausgabe erstmals 1845 bei Rowohlt.

Bibliographische Angaben

  • Paris: Furne, 1842 unter dem Titel La Femme de trente ans.
  • Hamburg: Rowohlt, 1845.Übersetzt von Erich Noether.
  • Berlin: Weichert, 1913.Übersetzt von Walter Heichen.280 Seiten.
  • Weimar: Kiepenheuer, 1918.Übersetzt von Hedwig Lachmann.250 Seiten.
  • Leipzig: Reclam, 1919.Übersetzt von H. Meerholz.236 Seiten.
  • Leipzig: Wigand, 1920.Übersetzt von Otto Flake.189 Seiten.
  • Berlin: Rowohlt, 1924.Übersetzt von Erich Noether.287 Seiten.
  • Berlin: Verlag der Schillerbuchhandlung, 1926.Übersetzt von Edmund Th. Kauer.320 Seiten.
  • Leipzig: H. Fikentscher, 1929.Übersetzt von Erich Noether & Otto Görner.252 Seiten.
  • Zürich: Classen, 1946.Übersetzt von Walter Widmer.324 Seiten.
  • Saarbrücken: Saar-Verlag, 1947.Übersetzt von Erich Noether.100 Seiten.
  • Hildesheim: Jugend und Volk, 1950.Übersetzt von Walter Heichen.280 Seiten.
  • Hamburg: Rowohlt, 1951.Übersetzt von Erich Noether.161 Seiten.
  • Berlin: Verlag der Nationen, 1958.Übersetzt von ?.205 Seiten.
  • Wiesbaden: Agrippina, 1960.Übersetzt von Siever Joh. Meyer-Berghaus.190 Seiten.
  • Berlin: Volk und Welt, 1967.Übersetzt von Werner Blochwitz.124 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1977.Übersetzt von Erich Noether.ISBN: 3-257-20449-3.286 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Insel, 1980.Übersetzt von Werner Blochwitz.ISBN: 3458321608.281 Seiten.
  • Hamburg: Melchert, 1981.Übersetzt von Gisela & Alfred Prugel.ISBN: 3871520578.160 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1981.Übersetzt von Erich Noether.ISBN: 3-257-20902-9.286 Seiten.
  • Leipzig; Weimar: Kiepenheuer, 1983.Übersetzt von Hedwig Lachmann, überarbeitet von Erika Wesemann.245 Seiten.
  • Stuttgart: Reclam, 1992.Übersetzt von Konrad Harrer.ISBN: 3-442-08361-3.262 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Insel, 1996.Übersetzt von Hedwig Lachmann, überarbeitet von Erika Wesemann.ISBN: 3458336141.232 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Insel, 1997.Übersetzt von Hedwig Lachmann, überarbeitet von Erika Wesemann.ISBN: 3458336532.232 Seiten.
  • Zürich: Manesse, 1999.Übersetzt von Hedwig Lachmann.ISBN: 3717519352.335 Seiten.
  • Zürich: Manesse, 1999.Übersetzt von Hedwig Lachmann.ISBN: 3717519344.335 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1999.Übersetzt von Hedwig Lachmann.ISBN: 3518394851.232 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Insel, 2004.Übersetzt von Hedwig Lachmann.ISBN: 3458347070.232 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2008.Übersetzt von Hedwig Lachmann, überarbeitet von Lea Katharina Ostmann.ISBN: 978-3-596-90005-3.219 Seiten.
  • Rudolstadt; Berlin: Greifenverlag, 2009.Übersetzt von Hedwig Lachmann.233 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 2009.Übersetzt von Hedwig Lachmann, überarbeitet von Erika Wesemann.ISBN: 978-3458352303.232 Seiten.
  • Bremen: Europäischer Literaturverlag, 2011.Übersetzt von ?.ISBN: 978-3862675135.176 Seiten.
  • Berlin: Insel, 2011.Übersetzt von Hedwig Lachmann.ISBN: 978-3458362012.232 Seiten.
  • [Hörbuch] Beltershausen: Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen, 1999.Gesprochen von Gudrun Landgrebe.in der Übersetzung von Marie Spiro.ISBN: 3896140604.4 CDs.

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In Kürze:

Julie d’Aiglemon, unglücklich verheiratet mit einen oberflächlichen Reiteroffizier, geht als Dreißigjährige, auf »jenem poetischen Gipfel im Leben einer Frau«, ein leidenschaftliches Verhältnis mit dem jungen Diplomaten Charles des Vandenesse ein. Doch sie muss ihre Verfehlungen büßen.

Das meint Belletristik-Couch.de: »Ein Sittengemälde des frühen 18. Jahrhunderts mit feinpsychologischer Analyse«90Treffer

Rezension von Daniela Loisl

Julie ist eine junge lebensfrohe Frau und verliebt in den attraktiven Offizier Marquis d´Aiglemont. Ihr Vater versucht ihr die Augen zu öffnen, da er meint, dass der Offizier lediglich ein Blender sei und Julie mit ihm nicht glücklich werden kann. Julie schlägt jedoch alle Warnungen in den Wind und heiratet Victor d`Aiglemont. Die Ehe währt nicht lange, als sich Julie eingestehen muss, dass ihr geliebter und inzwischen  leider verstorbener Vater recht hatte. Sie ist todunglücklich an der Seite ihres Mannes. Höfflich und ohne Fehl und Tadel, aber ebenso langweilig empfindet sie nun den so umschwärmten Offizier. Sie versucht emotional aus der Ehe auszubrechen und es scheint ihr auch zu gelingen, als sie Lord Arthur Grenville, einen Arzt, von dem sich d`Aiglemont erhofft, dass er seine Frau von der Melancholie heilen kann.

Schritt für Schritt führt Balzac den Leser heran an die Geschichte. Stellt ihm die Figuren nacheinander vor und erlaubt ihm, die Entwicklung derselben hautnah mit zu verfolgen. Julie, eine noch sehr junge, unerfahrene aber sehr lebenslustige Frau setzt ihren Kopf durch und heiratet den von ihr so umschwärmten Reiteroffizier. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, dass eine Frau ihren Bräutigam selbst wählt, aber dennoch nicht unmöglich. Ganz leise kommt einem der Verdacht, dass Balzac auch zeigen will, welche Fehlentscheidung so junge Frauen mitunter treffen können, wenn sie nicht von ihren Eltern, besser gesagt ihrem Vater, geführt werden. Es dauert nicht lange, bis man in Julie eine deprimierte und unglückliche Frau erkennt, die ihn Selbstzweifel und Melancholie verfällt. Erst Julies Affären – die nie direkt, sondern stets nur fein umrissen werden -  lassen sie wieder erwachen, wenngleich oft nur kurzfristig

Sehr viel Wert legt der Autor auf eine genaue psychische Analyse und man ist oft bass erstaunt, woher er das Wissen um die weibliche Psyche denn nimmt. Zweifelsfrei sind Balzacs Beschreibungen sehr treffend, schon beinah unheimlich nahe dem intimsten Inneren einer Frau, sodass man sich unweigerlich fragt, was er denn selbst erlebt hat, um solche Gefühle so pointiert benennen zu können. Er beschreibt, analysiert und philosophiert so exorbitant, dass man schier das Gefühl bekommt selbst in Julies Körper zu stecken.

Sind Balzacs Bücher auch nach wie vor wunderbar zu lesen, so lässt sich bei seinen Texten jedoch nicht verhehlen, dass er ein »Kind der Zeit« ist. So stellt er Julie auch als unglücklich dar, weil sie sich praktisch nicht als Frau fühlen kann, da sie ihren Mann ständig beraten »muss« und mehr oder weniger das Zepter in der Hand hält (oder halten muss, der er eben nicht der Intelligenteste ist). In manchen Sätzen wird Balzacs Ansicht, oder besser gesagt die Meinung der damaligen Gesellschaft besonders deutlich.

»Der wichtigste und entscheidendste  Schritt im Leben der Frauen ist gerade der, den eine Frau immer als den unbedeutendsten ansieht. Wenn sie verheiratet ist, gehört sie sich nicht mehr, sie ist Königin und Sklavin des häuslichen Herdes. […] Die Frauen emanzipieren heißt sie verderben.«

 Alleine diese wenigen Sätze verdeutlichen die damalige gesellschaftliche Meinung sehr deutlich. War eine Frau wie Julie erst mal verheiratet, hatte sie keine Chance mehr sich aus diesem (in manchen Fällen auch goldenen) Käfig zu befreien.

Julies Kampf in ihrem selbst gewählten Gefängnis ist aussichtlos und so flüchtet sie sich in Affären, die natürlich, der damaligen Zeit entsprechend, Balzac mehr andeutet  als beschreibt. Dennoch kann der aufmerksame Leser alles zwischen den Zeilen herausfiltern und letztendlich liegen Julies Ehe und Affären klar wie ein offenes Buch vor einem.

Das ganze tragische Leben der Protagonistin lässt Balzac schließlich in einem Fiasko mit Julies Tochter Héléne enden. Er baut eine Bühne, auf dem die Darsteller die Rolle ihres Lebens spielen und legt sein ganzes Pathos, typisch für Balzac und seine Zeit, in die Szenerie.

»Eine Frau von dreißig Jahren« ist ein Buch das, wenn es auch leicht zu lesen ist, nicht für Zwischendurch geeignet ist. In diesem Roman wird die extrem feste Schnürung des damals sehr engen gesellschaftlichen Korsetts deutlich und dieses braucht die voll Aufmerksamkeit, um die Ängste und Nöte die es mit sich zog, in vollem Umfang zu begreifen.

Daniela Loisl, Januar 2012

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