Ich schreibe uns ein Happy End von Annie Robertson

Buchvorstellungund Rezension

 deutsche Ausgabe erstmals 2018.

Bibliographische Angaben

    • München: Blanvalet, 2018.Übersetzt von Melike Karamustafa.ISBN: 978-3734105807.416 Seiten.

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    Rezension von Monika Wenger

    Auf dem Kultfilm «When Harry met Sally» und dem Roman der Autorin Nora Ephron basiert die Geschichte von Annie Robertson. Nina, die Hauptfigur des Romans, liebt das Schreiben über alles. Sie arbeitet an einem Drehbuch als Fortsetzung zu ihrem absoluten Lieblingsfilm «Harry und Sally». Es ist fast fertig, doch das Ende erweist sich als äusserst knifflig und verlangt ihr einiges ab. Daneben kämpft sie gemeinsam mit ihrer Freundin Astrid um das Überleben der kleinen Buchhandlung, wo sie beide arbeiten. Und es gibt noch weitere Hindernisse in ihrem Leben.

    Bereits seit längerem bemüht sich Nina um die Schlussszene in ihrem Drehbuch. Eigentlich fehlt nicht viel, aber sie kann sich nicht entscheiden, wie das Ende aussehen soll. Als sie auch noch Will, ihren Freund, beim Fremdgehen erwischt, stürzt Nina in eine grosse Krise. Will’s Vorwurf, dass sie nie etwas zu Ende bringt und eine chaotische Zeitgenossin sei, trifft sie schwer. Nach dem ersten Schock packt Nina der Ehrgeiz und sie schreibt endlich das Ende für ihr Drehbuch und schickt es ihrer Agentin. Unerwartet findet es Anklang bei einer berühmten Filmproduktionsfirma. Allerdings müssen einige Anpassungen am Inhalt vorgenommen werden und deshalb erhält Nina einen Co-Autor zur Seite gestellt. Wie sich herausstellt, ist Nina Ben bereits einige Male bei verschiedenen Gelegenheiten begegnet. Sie kann jedoch mit dem Hipster nicht viel anfangen. Dasselbe gilt auch für die von Ben vorgeschlagenen Anpassungen an ihrem Drehbuch. Nina findet, dass diese Veränderungen nicht dem Stil von Nora Ephron, der Autorin, entsprechen. Schon bald kracht es gewaltig!

    An anderer Front kämpft Nina gemeinsam mit Astrid um die Existenz des kleinen Buchladens. Mit viel Engagement und Kreativität versucht Astrid, den Buchladen und sein Angebot attraktiv zu gestalten, damit der Umsatz zunimmt und die Existenz gewährleistet werden kann. Sie übernimmt auch Arbeiten von Nina, wenn diese für ihre Schreibarbeiten unabkömmlich ist. Für Nina ist Astrid eine grosse und kritische Stütze. Immer wieder holt sie Nina auf den Boden der Tatsachen zurück. Das ist auch dringend nötig, denn Nina verliert sich gerne in ihrer eigenen Welt.

    Im Mittelpunkt der Geschichte «Ich schreibe uns ein Happy End» stehen nicht die Protagonisten, sondern der Film «When Harry met Sally». Die Autorin lässt den Leser an der Entstehung des Drehbuches für die Fortsetzung des Films teilhaben. Der Leser erfährt Schritt für Schritt, was es heisst, wenn etlichen Personen mitreden und das Drehbuch immer wieder umgeschrieben werden muss. Und immer im Fokus ist der finanzielle Erfolg des Films. Sämtliche beteiligte Personen reden mit und müssen berücksichtigt werden. Doch das Feilschen und Verhandeln als Autorin mit dem Regisseur und dem Produzenten ist nicht wirklich Ninas Ding. Sie blockiert.

    Der Roman ist durch die Drehbuchpassagen etwas ungewohnt zu lesen und ganz und gar geprägt durch den Film. Die Figur von Nina dagegen ist vielschichtig. Zum Teil chaotisch, etwas eigensinnig, aber auch naiv. Ihre Beweggründe und Reaktionen sind nicht immer leicht zu verstehen und deshalb nicht immer nachvollziehbar. Sie entwickelt sich jedoch im Verlaufe der Geschichte und das macht sie etwas sympathischer. «Ich schreibe uns ein Happy End» ist einmal eine andere Art von Lesestoff.

    Monika Wenger, Oktober 2018

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