Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel La Ricetta Segreta per un Sogno, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Penguin.

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Garzanti, 2016 unter dem Titel La Ricetta Segreta per un Sogno.448 Seiten.
  • München: Penguin, 2017.Übersetzt von Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke.ISBN: 978-3328100409.448 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2017.Gesprochen von Simone Kabst.gekürzte Ausgabe.ISBN: 3844523235.448 CDs.

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In Kürze:

Elettras früheste Kindheitserinnerung ist der Duft von Anisbrötchen. Ihre Mutter war eine begnadete Bäckerin, deren Köstlichkeiten direkt den Weg zum Herzen der Menschen fanden. Doch seit sie schwer erkrankt ist, steuert die Bäckerei der Familie auf den Bankrott zu. Und Elettra ist ganz auf sich allein gestellt, denn sie erfuhr nie, wer ihr Vater ist. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Inmitten von Zitronenhainen stößt sie auf ein verlassenes Kloster, das eine alte Liebe verbirgt – und vielleicht das große Glück.

Das meint Belletristik-Couch.de: »Die Liebe zum Backen und zum Leben«70

Rezension von Kathrin Plett

Mit bestimmten Speisen sind oft Erinnerungen verbunden. Das eine Gericht erinnert vielleicht an frühere Urlaubstage mit der Familie, in der auf dem Campingkocher immer Ravioli gekocht wurden, der Vanillepudding hingegen an glückliche Stunden bei der Oma, die ihre Enkel mit selbstgemachtem Pudding verwöhnt hat. Doch auch negative Erinnerungen können an bestimmten Gerüchen und Rezepten hängen, sodass sie nicht mehr gegessen oder nachgekocht werden wollen. So kann es an dem Tag, als der geliebte Opa starb, Pizza gegeben haben, die nachher nicht mehr ohne Traurigkeit zu verspüren verspeist werden kann oder ein langer und schwerer Streit mit der Mutter kann einem zukünftig all ihre Rezepte verleiden. So ähnlich geht es auch Elettra, deren Mutter ins Koma gefallen ist. Schon lange spürte Elettra, dass ihre Beziehung durch viele Geheimnisse belastet war, die sich jetzt vielleicht niemals mehr aufdecken lassen werden …

Seit Elettra denken kann, war das Backen für ihre Mutter die größte Leidenschaft in ihrem Leben. Leider konnte sie diese Hingabe nie wirklich nachvollziehen, sodass es nicht selten zu Uneinigkeit zwischen den beiden kam, wenn die Mutter mal wieder versuchte, ihre Tochter in die Backkungs einzuweihen. Anstatt ihre Tochter studieren zu lassen, bestimmte Edda, dass sie die Backstube später einmal übernehmen soll. Doch dann erkrankt sie schwer, fällt ins Koma und Elettra steht von heute auf morgen völlig überfordert mit einer eigenen Bäckerei da. Wen wundert es da, dass der Familienbetrieb schon bald auf den Bankrott zusteuert. Immer öfter beschäftigt Elettra jetzt auch die von ihrer Mutter nie beantwortete Frage nach ihrem Vater. Und auch sonst hat sie das Gefühl, dass Edda mehr als nur dieses Geheimnis vor ihr hat. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Obwohl sie nicht gerade freundlich empfangen wird, fühlt auch sie sich dort schnell zuhause und kommt in einem alten Kloster unter. Langsam beginnt sie zu ahnen, dass sie dort endlich mehr über die Vergangenheit herausfinden kann …

Valentina Cebeni wurde 1985 in Rom geboren, doch sie trägt das türkisblaue Meer, das die Küste Sardiniens umspielt, im Herzen. Bereits seit ihrer Kindheit hat sie zwei große Leidenschaften: für mitreißende Geschichten und für das Kochen und Backen. Sie liebt es, über die Rezepte ihrer Familie die gemeinsame Vergangenheit wiederzuentdecken. Die Zitronenschwestern ist ihr Debüt in deutscher Sprache.

Valentina Cebeni ist mit ihrem ersten Roman ein einfühlsamer Frauenroman gelungen, der alles enthält, was die meisten Leserinnen erwarten. Eine einsame Frau, viele Geheimnisse und Verwicklungen, eine gewisse Portion Dram, Liebe und Gefühl. Die Autorin lässt ihre Geschichte dafür passend in ihrem Heimatland Italien spielen, wo sie sich eine einsame und urige Insel als Handlungsort ausgewählt hat. Inmitten von Zitronenhainen, Sonne, Meer und mediterranem Leben erweckt sie direkt eine Urlaubsstimmung, die einen in ihren Bann zieht. Der Roman ist leicht zu lesen, die Handlung verläuft ohne Sprünge, Orts- oder Perspektivwechsel. So fällt es nicht schwer, ganz in das Buch einzutauchen und sich von der Geschichte mitziehen zu lassen. Immer wieder finden sich Seiten, in denen Cebeni die Rezepte, die Elettra in ihrer Geschichte backt, abdruckt, sodass sie zuhause selbst erprobt und nachgebacken werden können. Was besonders interessant ist, da sie in dem Roman eine bedeutende Rolle haben und eine magische Wirkung auf die Inselbewohner zu haben scheinen. Im laufe der Handlung findet Elettra endlich selbst die Leidenschaft zum Backen und immer mehr erkennt sie auch, wer sie selbst ist und was sie vom Leben will. Als sie dann schließlich noch Adrian kennenlernt, ist schon längst nichts mehr, wie es einmal war. Doch Veränderung heißt auch Risiko. …

Alles in allem ein gelungener Debütroman, der zwar nicht besonders tiefgehend ist, aber sich besten für ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa oder als Urlaubslektüre eignet.

Kathrin Plett, Juni 2017

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