Der Doppelgänger von José Saramago

Buchvorstellung

Der Doppelgänger von José SaramagoDer Doppelgänger von José Saramago

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel O homem duplicado, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Rowohlt.

Bibliographische Angaben

  • Lissabon: Caminho, 2002 unter dem Titel O homem duplicado.318 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004.Übersetzt von Marianne Gareis .ISBN: 3-498-06373-1.381 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006.Übersetzt von Marianne Gareis .ISBN: 978-3-499-23598-6.381 Seiten.

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In Kürze:

Ist der Mensch einzigartig? Der Geschichtslehrer Tertuliano Máximo Afonso holt sich zur Ablenkung vom Leben einen Film aus der Videothek. Erwartungsgemäß gefällt ihm der Film nicht. Aber wie groß ist seine Überraschung, als er feststellt, dass ihm eine der Nebenfiguren zum Verwechseln ähnlich ist. Am nächsten Tag beginnt er seinem Doppelgänger nachzuforschen. Zu seinem Schrecken muss er feststellen, dass beide absolut identisch sind. Der große Roman des Nobelpreisträgers

Ihre Meinung zu »José Saramago: Der Doppelgänger«

Th. Leibfried zu »José Saramago: Der Doppelgänger«08.11.2014
Wer eingehende, leicht lesbare Lektüre sucht, um sich etwas Ablenkung vom anstrengenden Alltag zu verschaffen, der ist bei José Saramago im Allgemeinen und beim 'Doppelgänger' im Speziellen falsch. Schlicht und ergreifend.

Die erste Hälfte des Romans ist ein Herantasten einerseits an den Protagonisten Tertuliano Máximo Afonso, Geschichtslehrer und Einzelgänger, und andererseits an die Frage: 'Ist der Mensch einzigartig?' Richtig herausfordernd wird das durch Saramagos ununterbrochenen Schreibstil, den man von Thomas Bernhard zur Genüge kennt und entweder liebt oder meidet.

Dialoge sehen bei Saramago beispielsweise so aus: '[...] Das stimmt, es geht mir nicht so gut, Gesundheitliche Probleme, Ich glaube nicht, dass ich krank bin, soweit ich das beurteilen kann, aber irgendwie ödet mich alles an, diese verfluchte Routine, diese ewige Wiederholung, dieses Auf-der-Stelle-treten, Sie müssen sich zerstreuen, mein Lieber, Zerstreuung war immer schon das beste Heilmittel, Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass Zerstreuung ein Heilmittel für jene ist, die es gar nicht nötig haben, Eine gute Antwort, zweifelsohne, dennoch werden Sie etwas tun müssen, um diese Niedergeschlagenheit, die Sie befallen hat, wieder loszuwerden, Diese Depression, Diese Depression oder Niedergeschlagenheit, das kommt auf dasselbe heraus, die Reihenfolge der Faktoren ist willkürlich, Aber nicht ihre Intensität, Was machen Sie außerhalb der Schule, Ich lese, höre Musik, ab und zu gehe ich auch mal in ein Museum, Und ins Kino, Ins Kino gehe ich selten, ich begnüge mich dem, was im Fernsehen läuft, [...]' Und so weiter und so fort. Sprecherwechsel, Punkte oder Fragezeichen muss der Leser erkennen oder sich denken.

Unlesbar? Nein, gar nicht. Man muss sich darauf einlassen und wird belohnt. Im zweiten Teil des Buches durch ein Krimifragment, das überraschende Wendungen enthält und sich bis zum Schluss zu einer tatsächlich spannenden Geschichte steigert.

Um Saramago kennen zu lernen, empfehle ich jedoch eher 'Die Stadt der Blinden'. Den 'Doppelgänger' sollte man sich aufheben, bis man die Sprache Saramagos schätzen gelernt hat. Ein toller Literat, im Jahre 1998 aus meiner Sicht zu recht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
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